Das neue Wühlmäuse Ensemble – braucht kein Mensch! (Wir hätten bei Nic Cester bleiben sollen)

So ist das manchmal, vorher geht man wohin wo es nachher besser war. So war es auch am Dienstag mit meinem ältesten berliner Freund M:

Wir nahmen ein paar Vorglüh-Bier in der RadioEins Dachlounge im RBB-Gebäude und gingen dann zum Hauptprogramm des Abends rüber zu Die Wühlmäuse. Denen hat Chef Didi Hallervorden nach 80 Jahren wieder eine eigenes Ensemble spendiert, das klang zunächst mal interessant, war es aber nicht.

Die erste Programmhälfte war ein kalter Aufguss von Nichts, Pointen für Rentner die sich zu Dutzenden im nicht ausverkauften Haus tummelten. Politisches Kabarett komplett ohne aktuellen Bezug, naja nicht ganz, einmal wurde Jamaica gesagt, vermutlich stand das schon vorher im Text. Nachdem Pausenbier wurden es etwas besser oder wir waren einfach nur betrunkener? Wer von meinen berliner Lesern Freunde oder Verwandte ärgern will möge ihnen zu Weihnachten Karten für das neue Wühlmäuse Ensemble schenken.

Wären wir mal in der Dachlounge geblieben, dort sahen wir Nic Cester für sein anschließendes Lounge-Konzert proben, ja genau, den kennt man von Jet:

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Die echten Ashton Brothers

Ich kannte die Jungs vorher nicht wirklich, irgendwas mit Akrobatik, Musik und lustig, Holländer, die sind ja immer ein bisschen lustig. Sie gastierten bei den Wühlmäusen.
Wir waren gut in der Zeit, also besuchten wir, meine beste thüringerische Freundin J. und ich, noch die Dach Longe des RRB um die Ecke auf ein Vorglühbier und schauten uns Berlin von oben an.

Die Ashton Brothers waren dann der Hammer, fast tabufrei, es war laut, hektisch, erschreckend, spektakulär, gefährlich, böse – also nichts um nach der Arbeit ein wenig runter zu kommen, doch wir haben uns prächtigst amüsiert beim Hardcore Varieté der drei Holländer.

Fazit: Unbedingt hingehen wenn sich die Gelegenheit bietet.

 

Loses Sammelsurium von Witzchen, die ich vor mehr als 20 Jahren gegebenenfalls lustig gefunden hätte!

dscn0084Vor mehr als 20 Jahren fuhr ich mal mit der Mitfahrzentrale von Berlin nach Köln.
Wie das halt so ist und war bei so langen Fahrten, man spricht miteinander obwohl man sich nichts zu sagen hat; erzählt Dinge von sich, Anekdoten, Wetter und wo man eigentlich herkommt, denn in Berlin kommt ja kaum einer wirklich aus Berlin. Als ich mich als Hesse geoutet hatte, musste ich mir vom Fahrer folgenden Satz anhören:
„Hessen? Das sind doch die, die auf Partys immer Badesalz-Kassetten mitbringen!“
Die anderen Mitfahrer lachten hämisch. Bei der nächsten Pause beendete ich die Mitfahrt mit dieser Pissertruppe und trampte weiter nach Köln. Vorher, während meine Ex-Mitreisenden noch auf dem Lokus waren, stach ich alle vier Reifen des alten Passats platt und urinierte in die Lüftungsschlitze der Schrottkarre. So war dass, soll mir nur keiner behaupten ich sei ein Menschenfreund!

bildschirmfoto-2016-11-20-um-16-17-44Kommen wir zur Gegenwart. Meine beste hessische Freundin B. war über’s WE zu Besuch, ich probiere immer ein guter Gastgeber zu sein und schlug Vorfeld was Kulturelles vor. Ich rannte offene Türen ein und erfuhr zunächst Vertrauen was die Auswahl des Programmes betraf.
bildschirmfoto-2016-11-20-um-16-18-21Doch keine 24 Stunden später wurde ich was die Auswahl des Programmes betraf sanft in die von B. bevorzugte Richtung gewiesen, schließlich ließ ich mit auf die hessische Variante ein. Hessen? Das sind doch die, die auf Partys immer Badesalz-Kassetten mitbringen!

img_1825dscn0077Besorgt war ich zunächst nicht, dachte ich doch, das sich das Hessenduo in den letzten 20 Jahren weiter entwickelt hätte, sogar Didi Hallervorden hat sich seit Nonstop-Nonsens weiter entwickelt. Dann der Auftritt – eine gute Stunde, Zugaben wurden zum Glück keine gefordert. dscn0072Der Titel des Programms war nur loser Kitt der die Witzchen nicht wirklich zusammen hielt.

 

Höhepunkte des Abends waren die Biere davor und danach.unknown-3

Buchholz: Alte Schule!

DSCN8026Kabarettisten?

Heute gibt es meist nur noch Comedians, viele sind schon ein wenig politisch, böse sind viele und bis auf Mario Barth sind eigentlich auch alle lustig.
Aber leider sterben die politischen Kabarettisten langsam aus, nicht nur biologisch wie Hübsch und Hildebrandt, auch inhaltlich – das amerikanische Format Comedian be-/verdrängt die einheimische Kultur des linken politische Kabaretts.

IMG_1518Einer der sich nicht verbiegen lässt ist Martin Buchholz, der Weddinger, auch schon in den 70ern, steht ganz weit links, früher war das normal, heute meist zu scharf für’s Fernsehen. Buchholz trinkt immer sein Bier im Jonas auf der Roten Insel in Schöneberg, passt doch, eine Kneipe die ich oft besuchte als ich noch da in der Ecke arbeitete. Ich erinnere mich an einen Aufritt von Buchholz als das Jonas irgendein Jubiläum feierte.
Gestern trat Buchholz bei den Wühlmäusen am Theo auf, gemeinsam mit meiner besten aus Hessen stammenden alt-stralauer Freundin A. fuhr ich hin. Fühlte ich mich am Tag zuvor im Konzerthaus mit Hose und Hemd noch ein wenig underdressed, so kam ich mir zwischen den Schultheissberlinern gestern Abend elitär-vornehm vor, Strickpullover und Pailettenblusen, aber egal, wir waren ja wegen Buchholz da und er der trug wie immer und wie ich dunkle Hose und schwarzes Hemd.

DSCN8029Das Program war solide, sarkastisch, links und bissig, brilliant ging der ehemalige Journalist mit der Sprache um, manchmal blieb uns das Lachen im Halse stecken.

Ein Abend der es wert war!

Die Mond!

IMG_0419Nackte Brüste – attraktive nackte Brüste – attraktive fast nackte Brüste, nur von Titty Tassels Pasties „bedeckt“ – zum ersten Mal in diesem Jahr erlebte ich diese Frühform des Striptease und die dazubehörigen Cabareteinlagen als erotisch-künstlerische Bühnendarbietung:

2012_094Let’s Burlesque war Name und Motto der Show die heute Abend bei den Wühlmäusen lief, nicht die typische Location für diese Form des Unterhaltungstheaters, die in den 20ern  des letzten Jahrhunderts entstand und im Moment eine Renaissance erlebt.
Ok, Rosenmontag und da musste auch die eher gut-bürgerliche Bühne in Charlottenburg mal ein wenig aus ihrer selbstverordneten Rolle fallen. Ich war mit Bi. da, wir amüsierten und prächtig über diverse ältere Herrschaften, die empört noch bis zur Pause aushielten und sich dann aus dem vermeintlichen Sündenpfuhl zurückzogen.

IMG_0396Doch der Großteil des Publikums, wir mit eingeschlossen, amüsierte sich prächtig über die Musik- und Gesangsdarbietungen und natürlich den Burlesque-Dance.
Neben einer auch schon nicht unansehnlichen und begabten Tänzerin aus Neu Seeland  trat auch die Ikone des deutschen Burlesque,  auf:

Tara La Luna!

IMG_0410Was für eine herrliche Frau, von der Natur mit einem perfekten Körper bedacht, verziert mit einem grandiosen Rückentattoo… Den Ausziehtanz beherrscht sie perfekt, ganz langsam fällt das Korsett, entledigt sie sich von Strümpfen und Handschuhen, verdeckt ihre Reize geschickt mit großen schwarzen Federfächern – zum Schluss fällt der BH, nur die Titty Tassels Pasties bedecken die herrlichen Wölbungen.
Die Darbietung war nicht im geringsten schmuddelig, da stimmte mir auch meine weibliche Begleitung zu.

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Die nach der Pause noch im Saal befindliche Mehrheit des Publikums quittierte die gesamte Show mit stehenden Ovationen.

Mama? Mama!

Meine (eigentlich sehr seriöse) beste schwäbische Freundin L. hat mir zum Geburtstag zwei Karten für Eure Mütter geschenkt, aus Dankbarkeit nahm ich sie auch gleich mit. Ich dachte ok, schwäbische Interpreten geschenkt von ’ner Schwäbin, dass ist sicher so was wie meine Lieblingsgruppe Pur…

Aber so war’s nicht, ’s war nur so’n unter der Gürtellinie Kram: SM-Elektrospiele, Damenklos, Intimrasur – Ich war entsetzt, aber ließ mir nichts anmerken.