Das Weimar-Ritual! (Insekten-Trennung)

img_1799Seit mehr als 20 Jahren verbringe ich fast jedes Jahr das zweite Oktoberwochenende an der Ilm. Der jährliche Zwiebelmarkt lockt immer mit einem attraktiven Live-Musikprogramm auf mehreren Open Air Bühnen in der Altstadt, Kulinarsches im Überfluss und auch für Getränke ist gesorgt.

Zur Rechtfertigung der anstehenden Völlerei besuchte ich mit M. Freitag-Nachmittag noch das örtliche Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens.
An und sich ein gutes Museum, Thüringen ist seit über 300.000 Jahren menschlich besiedelt, da wurde mir vieles klar.
Nur mit der Insektentrennung haperte es, auch ich habe früher Insekten getrennt, machte aus eine Fliege auch schon mal ein Laufe (heute tut mir das leid), aber das meine ich nicht, sondern die Erklärungstafeln im Museum.

Sollte man Urinsekten ( die wohnten auch in Thüringen) nicht besser

dscn9894Ur-
insekten

statt
Urin-
sekten

trennen?

Wie immer nächtigte ich bei meinen besten weimarer Freunden M. und C., meine beste thüringerische Freundin J. wo ja auch aus Thüringen stammt, war dieses Jahr auch in Weimar zu Besuch beim Bruder.

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2Das Wetter stimmte halbwegs. Musikalisch wie immer viel lokales und als Top Acts Rummelsnuff auf dem Theaterplatz und Bosse auf dem Goetheplatz, letzter spielte leider viel zu leise auf einer viel zu kleinen Bühne, kann es nix für, trotzdem blöd, aber ich hab ja schon Bosse Tickets für Berlin.

Sonntag dann wie immer Chillout mit Riesenrad!

 

Radtour Berlin-Brandenburg –> Lich: Pausentag an der Ilm!

DSCN6622Ich genoss den Pausentag in Weimar.
Meine durchgeweichten Sachen wusch und trocknete ich, auch die nass eingepackte Zeltplane regenerierte in der Garage von C. und M. schnell.
Das Wetter war wieder schön!
M. hatte Spätschicht, wir frühstückten und ich bestaunte den Garten der beiden, insbesondere der Caravan beeindruckte mich.
DSCN6632DSCN6673Während M. dann arbeitete radelte ich hoch ins schöne Bellevedere, einen wunderschöner Landschaftspark mit Schloss und Biergarten…
Später durchquerte ich den Park an der Ilm und machte die eine oder andere Rast im schönen Weimar.
Den Abend ließen wir in einem Biergarten am Frauenplan ausklingen…

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Radtour Berlin-Brandenburg –> Lich: An der Saale im Regen! (62 Pedalkilometer)

Ich fahre mit dem Rad! Ich schlief gut in Naumburg an der Saale, um 8 Uhr 24 kroch ich aus dem Zelt, warf den Schlafsack zum Lüften über das Zeltdach und begab mich zu den Waschräumen, der Himmel wirkte merkwürdig grau. Als ich zurück kam hatte intensiver Nieselregen eingesetzt, ein netter Mensch hatte meinen Schlafsack zurück ins Zelt geworfen, nett, echt nett!
DSCN6598Es gelang mir, meinen Kram halbwegs trocken zu verpacken, nur das Überzelt musste ich feucht in einem für solche Zwecke mitgeführten Müllbeutel verstauen.
Die Campimplatzgaststätte war immer noch wegen Krankheit geschlossen und so radelte ich bei inzwischen ergiebigem Nieselregen nach Naumburg rein, sucht mir ein Café zum frühstücken.
DSCN6612Ich versuchte mit der 44 jährigen restattraktiven Bedienung zu flirten indem ich auf meine bemitleidenswerte Situation als Regenradler aufmerksam machte, aber sie meinte nur, dass ein wenig Regen gut für ihren Garten sei, „ein wenig Regen?“ Inzwischen goss es in Strömen! Sollte das alte Weib doch in ihrem blöden Garten verschimmeln…

DSCN6604Zum Frühstück konnte man so viel Bohnenbrühkaffee trinken wie man wollte, da es der beste Bohnenbrühkaffee war den ich seit der Konfirmation meines Bruders M. 1985 getrunken hatte, führte ich mir das Gesöff literweise zu und machte mich gegen halb zwölf mit einem Kaffee-Flash bei inzwischen nicht mehr so starkem Regen auf den (Rad)Weg. Landschaftlich war es die schönste Strecke, kalt und windig war es auch nicht, aber der Regen nahm mir schon ein wenig den Spaß.
DSCN6615In Bad Kösen setzte der Regen aus, zum Ausgleich führte der Radweg hoch zur Rudelsburg, es ging so steil hoch, der Weg aus Muschelkalkstein, eher ein schlechter Wanderweg, auf keinen Fall ein Radweg, obwohl als solcher ausgeschildert, über einen Kilometer musste ich steil bergauf schieben. Zur Belohnung gab es dann einen Blick über das Saaletal samt zwei Burgen und das Löwendenkmal, ein wohl mehr rechtes Burschenschaftsding, errichtet in den 1920er Jahren. Als ich wieder im Tal an der Saale war setzte der Regen wieder ein, so langsam kroch die Nässe trotz guter Ausrüstung in mich und mein Gepäck rein…
DSCN6618Irgendwann kam ich an einem Campingplatz vorbei, der Biergarten hatte überraschender Weise offen, ich uß eine heiße Gulaschsuppe und setzte den ersten
Bier vor Vier! Joker ein! Anscheinend weil ich den Teller leer gegessen hatte hörte es als ich wieder los fuhr für drei Minuten auf zu regnen, aber nur um dann wieder um so stärker weiter zu regnen.
In Jena kam ich komplett durchnässt an, das Wasser stand in meinen Turnschuhen, ich setzte den Schlechwetter-Joker Bahn! ein und fuhr die  20 km bis Weimar im vollen aber trockenen Zug. Meine besten weimaraner Freunde M. und C. nahmen herzlich auf, eigentlich nur M., C. war auf Dienstreise.
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Kartenmaterial:
© OpenStreetMap und Mitwirkende, CC BY-SA
Lizenz CC BY-SA
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Zwieblig!

DSCN5691Das Wochenende nach dem 7. Oktober ist dem Zwiebelmarkt vorbehalten, da, tatsächlich, die Weimarer terminieren Ihr größtes Fest auch post-sozialistisch noch nach dem Gründungs- und Nationalfeiertag der DäDerRä! Die großen Denker der Stadt werden inzwischen aber vom Kapitalismus vereinnahmt.

DSCN5693Meine besten weimaraner Freunde M. und C. nahmen mich wie fast jedes Jahr herzlich auf, also sie nehmen mich natürlich immer herzlich auf, aber ich fahr nicht jedes Jahr hin, aber fast, also!

DSCN5684Musikalisch konnte man der Markt diese Jahr in die Tonne kloppen, die von Radiostationen und anderen Unternehmungen gesponserten Freilichbühnen boten wahrlich karge Kost, absolut nichts was an dieser Stelle namentlich erwähnt werden müsste, die wenigen Bilder habe ich hier nur gepostet, damit die Seite ein wenig bunter ist.

DSCN5714Alle reden vom Wetter, ich auch:
Bestes Zwiebelmarktwetter, meist Sonnenschein, die Höchsttemperaturen jenseits der 20 Grad Marke, da fiel es uns leicht, das eine oder andere Bierchen zusätzlich an der frischen Luft zu konsumieren.

DSCN5700Die drei Weimar-Tage gingen schnell vorbei, Sonntag noch die obligate Riesenradfahrt und noch ehe die Sonne unterging saß ich wieder im Intercity gen Berlin.

 

Große Geister! (Engel fliegen einsam!)

DSCN0622Am Wochenende war ich in der Stadt der Dichter und Denker, so sagt man, in der Praxis sieht das anders aus, zumindest beim größten Volksfest Thüringens:

Das aus dem Umland in die Stadt strömende Volk dachte sicher nicht so viel, war dafür aber dicht – gegenseitiges Blutspenden ist jederzeit möglich, der Genpool ist klein.
So ist das halt…

Ich reiste Freitag Abend mit der Bahn an, logierte wie immer bei M. und C.

DSCN0560Freitag Abend taten wir uns Bed Rock Five an, nicht die allerbeste Musik, aber das Bier mundete.

 

DSCN0606DSCN0625Samstag stand dann ein Ganztagesprogramm an:
Die Polcaholics aus Berlin stimmten gut ein, mit dem Ex-Kollegen L. auf ein Bier, die Copenhagen Steelband aus Uganda ist jedes Jahr dabei, Gaukler gaukelten rum, noch mehr Bier… und als Höhepunkt des Abends die göttliche Christina Stürmer aus Österreich – soo süß!

DSCN0601DSCN0664So verging die Zeit wie im Fluge! Sonntag waren wir dann schon ziemlich verkatert, nahmen ein gar deftig Frühstück ein, machten die obligatorische Riesenradfahrt…
Hier mein legendärer Weimar Riesenradfilm von 2011:

DSCN0671DSCN0590Jetzt kann ich echt kein Bier, kein Fleisch und keine Wurst mehr sehen … NIE MEHR!

 

Epilog:

Ich habe jetzt ein Smartphone, hoffte vergebens auf konstruktive Kommunikation mit diversen besten Freundinnen:
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Zwiebelblues!

Der Zug gen Berlin fuhr pünktlich ab, das Wochenende ist vorbei – Weimar Zwiebelmarkt 2011:

Schön war’s, ließ mich sogar überreden nach Jahren mal wieder eine Bühne zu betreten, das erste mal in diesem Jahrtausend, das alte Tom Waits Programm…
Los ging es dieses Jahr schon Donnertag Abend. M. holte mich am Bahnhof ab, zunächst ein paar Willkommensbiere bei M. und C. zu Hause.

Dann drei Tage Volksfest, jeweils ab Mittags in die Innenstadt, von Freilichtbühne zu Freilichtbühne, Theaterplatz, Frauenplan, Herderplatz, Schlossplatz, Marktplatz, Goetheplatz, Frühschoppen im Kasseturm. Ungezählte Biere, zahlreiche Rostbrätl und Thüringer Bratwürste.

Musikalische Highlights einige, Steelyard aus. Yorckshire ließen die 70er im Kasseturm wieder auferstehen, NEMO Grossover Heavy Metal und Klassik mit allerniedlichster Sängerin…
Ein Tiefpunkt leider Samstag Abend vorm Theater die Ostrockbarden von CITY – schlechtes Medley einst guter Songs, trauriger Nummer, leider den Zeitpunkt zum Aufhören verpasst.
Das Wetter widersprach der Vorhersage, sonnig und kalt, Riesenradwetter.

Der Zug nähert sich Berlin, freue mich auf mein Bett und eine alkoholfreie Woche.