Radtour im Mai!

Unterwegs auf den eigenen Spuren:

2009 oder so fuhr ich mit meinem entfernten Bekannten P. den Berlin-Usedom-Radweg, aufgrund einer Panne strandeten wir in Pasewalk.

Letzen Donnerstag Mittag puk ich also mein Rad in den Zug und fuhr nach Bernau um mir die innerstädtischen Berlin-Etappen des Radweges zu sparen. In Bernau ist man sofort in der Natur. Zumeist abseits von Automobilstrassen führt der gut ausgebaute Radweg mich durch die Schorfheide gen Norden, über Biesenthal ging es dann entlang am Werbellinsee bis Joachimsthal, dort hielt ich mich ostwärts und erreichte nach 55 Kilometern im Sattel meinen Übernachtungsort Althüttendorf am Grimnitzsee.

Das Logis war nobel-gediegen auf dem Jagdgut eines Bauunternehmers im Ruhestand. In der örtlichen Waldschänke uß ich Grimnitzsee-Zander und am kommenden Morgen frühstückte ich deftig beim örtlichen Fleischer und Dorfbürgermeister.

Gut gestärkt mit rohem Schweinefleisch und vitaminreichen rohen Zwiebeln ging es weiter auf besagtem Radweg, über Parlow und Glambeck erreichte ich nach gut 20 Kilometern die Blumberger Mühle.

Der NaBu macht da Umweltgedöhns, schön anzusehen, ein angenehmer und lehrreicher Zwischenstopp für anderthalb Stunden.

Dann ging es weiter durch die Uckermark, entlang am Oberuckersee und am Unteruckersee bis Prenzlau, im Ortsteil Dedolow logierte ich nach 70 Kilometern in einer DDR – Nostalgieunterkunft.

Samstag war es dann nur noch ein Katzensprung von 35 Kilometern bis Pasewalk.

Im örtlichen Lokschuppen kam ich vor neun Jahren mit P. unter, in diesem, ich nenne es mal Eisenbahn-Erlebniszentrum kann man in alten Schlafwagen nächtigen, unter anderem im ehemaligen DDR-Regierungszug.

A. und seine Frau J. hatten das ganze Anwesen für sich und ihre Freunde, also auch mich, gemietet: 25 alte Menschen ließen es nochmal richtig knallen, relativ gesehen 😉 – Alkoholmissbrauch, Völlerei und albernes Gehopse verblühter Schönheiten beiderlei Geschlecht auf der Tanzfläche, ich hielt mich lieber am Bier fest und führte geistige Gespräche mit P. und A.

Für die Radtour am Sonntag zurück war ich zu schwach und fuhr grün…

War ein super langes Wochenende!

 

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Im Zeichen des Sumo! (Tiger, Schaf und Schildkrötenkrokodil waren einmal!)

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DSCN5877Seit gestern radle ich im Zeichen des Sumo, nach Schildkrötenkrodil, Schaf und Tiger ist es das vierte Quietschytier an meinem Lenker, ich werde sicher irgendwann als Erfinder des chinesischen Fahrradhoroskops gewürdigt (oder auch nicht) (oder japanisch, also das Horoskop).

DSCN5875CIMG4851Der Tiger diente nicht mal ein Halbes Jahr, dann fiel er Randalierern zum Opfer.
Das rosa Schaf trotzte Wind und Wetter stolze zwei Jahre, dann war es am Ende und wie auch schon Schildkrötenkrokodil und Schaf schenkte mir meine beste thüringerische Freundin J. Hupkreiszeichen Nummer 4.

Der Sumo steht jetzt für Power durch Masse!

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Vom Tiger versprach ich mir eine Unterstreichung meines männlichen Images, das Schaf betonte meine femininen Aspekten im Nachhinein ein wenig zu deutlich, meine beste Schweriner Freundin M. sagte immer „Ach Tommy, Du und Deine schwule Hupe!“

Sicher werden die eine oder andere meiner besten Freundinnen auch den Sumo belächeln, aber ein Hubkreiszeichen hat zwei entscheidende Vorteile die ich nicht mehr missen möchte:

  • Die Fahrradklingel, auch meine superpenetrante chinesische Rotationsklingel (im Bild links hinten neben dem Tiger), ist oft ein stumpfes Schwert, das auf den auf dem Radweg (oder sonstewo im Weg) laufenden Pedestrian kaum noch eine Wirkung hat – beim Quietschen hingegen springt selbst der stumpfeste Flaneur aus dem Weg, und freut sich hinterher sogar noch, dass er weggescheucht wurde. Gegenüber Autos und anderen Verloisten bevorzuge ich weiter Glockenklang.
  • In der Nacht sind alle Fahrräder grau, die meisten sogar am Tag. Ein Hubkreiszeichen macht des Rad leichter auffindbar, insbesondere auf großen Stellflächen.

Radtour Berlin-Brandenburg –> Lich: Durch den Vogelsberg, Zieleinlauf mit Ehrenempfang! (85,53 Pedalkilometer)

Ich fahre mit dem Rad! Bei Touren baue ich mein Zelt immer so auf, dass frühs die Sonne drauf scheint, zum einen verschläft man dann nicht, zum anderen trocknet das Minimalhabitat dann schneller.
DSCN6735Der Freitagmorgen war ein sehr warmer und sonniger, um sieben Uhr musste ich aus dem Zelt kriechen. Aber gut, so konnte ich früher aufbrechen, bis die Campingplatzgaststätte um 8 das Frühstück fertig hatte war alles schon auf dem Rad verstaut, Punkt 9 brach ich nach dem Frühmahl auf.
DSCN6736Zumeist durch Wälder überquerte ich den Vogelsberg, die Gegend Hessens in der vorehelicher Geschlechtsverkehr mit Kühen und anderen Paarhufern üblich ist ehe man dann mit einer nahen Verwandten verheiratet wird.

DSCN6739Aber die Landschaft ist schön, ich genoss dass Mittelgebirge, die Steigungen waren erträglich. Inzwischen ist der Vogelsberg ein großer hessischer Player in Sachen Energiewende, alle paar Meter steht ein großer Propeller, gut so.

DSCN6741Eigentlich wollte ich bis Lich durchradeln, doch es begab sich, dass mein bester vogelsberger Freund T., dessen Dorf eh auf dem Wege lag, mich zu einer Grillfeier in seinem schattigen Garten lud. Ich kenne mich in der Gegend nicht so 100% aus, aber T. sagte, dass man die letzten 12 km ab Ulrichstein quasi in sein Dorf Freienseen reinrollt.
Aus diesem Grunde und weil ich gut in der Zeit war setzte ich in Ulrichstein, der höchstgelegenen Stadt Hessens, bei 30 Grad im Schatten den zweiten und letzten Bier vor Vier! Joker ein. Keine gute Entscheidung die ich auf die falsche Information T.s hin traf, statt einer genüßlichen Abfahrt erwarteten mich nochmal zwei extreme Steigungen, mit die schlimmsten der ganzen Tour, ich bereute das Bier!
Die Grillparty war schön und feucht-fröhlich, nach dem Frühstück fuhr ich am Samstag Morgen die letzten knapp 20 km nach Lich weiter. Am Ortsschild erwarteten mich der Bürgermeister, der örtliche Posaunenchor, dass Ehrenspalier des Licher Landfrauenvereins, Freunde, Familie und neugierige Mitbürger. Die Tour war ein Erfolg, der Schlechtwetter-Joker Hotel! nicht einmal eingesetzt werden.

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Eine Woche Erholungsurlaub in der alten Heimat stand nun an…

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Kartenmaterial:
© OpenStreetMap und Mitwirkende, CC BY-SA
Lizenz CC BY-SA
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Radtour Berlin-Brandenburg –> Lich: Hessen! (85,51 Pedalkilometer)

Ich fahre mit dem Rad! Es ging weiter, in Hörschel gab’s kein Frühstück, im benachbarten Herleshausen, schon in der hessischen Ex-Heimat gelegen, dort dachte ich, sollte es Bäckereien geben, die Kaffee und Gebäck zum Frühstück offerierten…
Es gab Bäckereien, aber die hatten alle zu, Frohenleichnahm!
Kein Mensch weiss, warum dieser Tag im protestantischen Hessen ein Feiertag ist, warum die abgefuckten Katholen-Bistümer Fulda und Limburg das durschsetzen konnten. Aber nicht ablenken Tommy, Du hast versagt, die Tour schlecht geplant. Ich überlegte ob ich die Tour abbreche, das Rad in Werra werfe und nach Berlin trampe.
Doch wenn du glaubst es geht nicht mehr kommt von irgendwo ein Lichtlein her, das Lichtlein heißt:

DSCN6711FauxPas Joker!

… und so bebab es sich, dass Tommy zu ersten und letzten Mal in seinem Leben bei McDonalds frühstückte… und sich gleich ärgerte:
Eigentlich wollte ich einen McMüffel oder wie die heißen essen, also einen Frühstücksburger aus Eiern und Speck, ich war auch right in time, kam um 10:35 an, Frühstück gibt’s bis halb zwölf an Feiertagen, sonst bis halb elf. McDonalds ist ja eigentlich zwei Restaurants, den Kaffee gab’s bei McCafé, den Eggburger am Hauptschalter, ich wollte mit Kreditkarte zahlen, aber das geht erst ab sechs €uro, und bei McCafé hatte ich weniger.
DSCN6724Am Hauptschalter bekam ich dann keinen McMüffel mehr, Frühstück göäbe es nur bis halbe ölfe, belehrte mich die aus Sachsen importierte Tresenhilfskraft. Ich korrigierte sie, verwies auf den Feiertag und musste mir dann blödes verbiebschtes Gemecker anhören, warum es bei McDonalds Herleshausen an Feiertagen nur bis halbe ölfe Frühstück gäben tut obwohl halbe zwölwe dranne stäht was ein Fäählör ist.
Also zurück zum McCafé, kaufte eine Butterbömme und einen Muffin, wieder unter sechs €uro, wieder keine Kreditkartenzahlung möglich…

DSCN6728Ich befand mich in der Tiefprovinz und mir ging das Bargeld aus. Aber es musste weiter gehen, zunächst an der Werra lang, der Werratalradweg ist dort, wo er an der Grenze zwischen Hessen und der DDR verläuft Teil des Iron Curtain Trails der von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer geht, 10.000 imposante Kilometer, und ich bin ein Stück davon gefahren.
DSCN6730Die Werra, früher vom Kalibergbau total verdreckt, ist heute ein halbwegs schönes sauberes Flüsschen, nur die Abraumhalden zeugen noch vom Kalibergbau.
Gemächlich fuhr ich an der Werra lang, mal auf hessicher, mal auf thüringer Seite, durch Orte die Ende 1989 plötzlich Grenzübergänge wurden, ehe ich dem schönen Thüringen bei Dankmarshausen entgültig Lebe Wohl sagte.
DSCN6731Ich fuhr dann noch ein paar Kilometer im Hessischen an der Werra lang, bog dann rechts ab Richtung Bad Hersfeld.
Von nun an ging’s bergab, einmal sogar gefühlte 15 km runter von der Rhön ins Fuldatal, eBiker die überholte drängte ich routinemäßig vom Wege ab. Nach einem Eisbecher und aufladen meiner Bargeldbestände in Bad Hersfeld fuhr ich ein Stück an der Fulda hoch und dann rüber nach Kirchheim, bzw. zum Campingplatz an einem See in der Nähe.

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Kartenmaterial:
© OpenStreetMap und Mitwirkende, CC BY-SA
Lizenz CC BY-SA
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Radtour Berlin-Brandenburg –> Lich: Thüringen! (102,5 Pedalkilometer)

DSCN6688Ich fahre mit dem Rad! Es ging weiter, durch Thüringen, grob entlang der Thüringer Städtekette, dem thüringer Ost-West-Radfernweg bzw. des Luther Weges, dem beliebten protestantischen Pilgerpfad (was schreib ich den manchmal für einen Quatsch).
Ich fuhr die Städte bei bestem Radelwetter einfach westwärts von Weimar aus der Reihe nach ab, das spart Zeit und Kilometer.
So erreichte ich zunächst die Landeshauptstadt Erfurt, ein schönes Städtchen, imposamter Dom, nette Altstadt. Wenn ich in Erfurt bin, muss ich immer an Nina Hagen denken, auch wenn ich nicht die Autobahn nutze…

DSCN6691Weiter ging’s nach Gotha, es zog sich, langweilige Landschaft, eine lange Steigung hinter dem Flughafen Erfurt, ein Rentner im eBike bereute mich überholt zu haben 😉 Auch die Stadt Gotha (Aussprache Gäouda) selbst ist nicht der Bringer, da will glaube ich keiner wohnen, die 24 Minuten die ich dort rastete reichen mir für’s Leben.
Eisenach versprach da mehr, die Wartburg, Geschichte pur, leider hatte ich weder Zeit noch Muse Deutschlands berühmteste Burg zu visitieren sondern fuhr nach einem Bier nach 4 weiter nach Hörschel an der Werra, hier beginnt der Rennsteig, aber den will ich nicht befahren.
DSCN6695In Hörschel checkte ich beim örtlichen Kanu Club ein, an sich schön am Fluss gelegen, die Brücke der A4 geht allerdings direkt oben drübber nübber und eine Bahnstrecke im Werratal, auf der nachts im minutentakt Güterzüge rattern, trägt auch nicht zum Erholungswert bei.
DSCN6698Ansonsten ist Hörschel ein totes Nest, ich dinierte in der einzigen Gaststätte am Orte, Speckfleischteller mit fettigem Ranz und Salatgarnitur, ich brauchte Kohlenhydrate und Eiweiß, dazu ein paar Bierchen.

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Radtour Berlin-Brandenburg –> Lich: Pausentag an der Ilm!

DSCN6622Ich genoss den Pausentag in Weimar.
Meine durchgeweichten Sachen wusch und trocknete ich, auch die nass eingepackte Zeltplane regenerierte in der Garage von C. und M. schnell.
Das Wetter war wieder schön!
M. hatte Spätschicht, wir frühstückten und ich bestaunte den Garten der beiden, insbesondere der Caravan beeindruckte mich.
DSCN6632DSCN6673Während M. dann arbeitete radelte ich hoch ins schöne Bellevedere, einen wunderschöner Landschaftspark mit Schloss und Biergarten…
Später durchquerte ich den Park an der Ilm und machte die eine oder andere Rast im schönen Weimar.
Den Abend ließen wir in einem Biergarten am Frauenplan ausklingen…

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Radtour Berlin-Brandenburg –> Lich: An der Saale im Regen! (62 Pedalkilometer)

Ich fahre mit dem Rad! Ich schlief gut in Naumburg an der Saale, um 8 Uhr 24 kroch ich aus dem Zelt, warf den Schlafsack zum Lüften über das Zeltdach und begab mich zu den Waschräumen, der Himmel wirkte merkwürdig grau. Als ich zurück kam hatte intensiver Nieselregen eingesetzt, ein netter Mensch hatte meinen Schlafsack zurück ins Zelt geworfen, nett, echt nett!
DSCN6598Es gelang mir, meinen Kram halbwegs trocken zu verpacken, nur das Überzelt musste ich feucht in einem für solche Zwecke mitgeführten Müllbeutel verstauen.
Die Campimplatzgaststätte war immer noch wegen Krankheit geschlossen und so radelte ich bei inzwischen ergiebigem Nieselregen nach Naumburg rein, sucht mir ein Café zum frühstücken.
DSCN6612Ich versuchte mit der 44 jährigen restattraktiven Bedienung zu flirten indem ich auf meine bemitleidenswerte Situation als Regenradler aufmerksam machte, aber sie meinte nur, dass ein wenig Regen gut für ihren Garten sei, „ein wenig Regen?“ Inzwischen goss es in Strömen! Sollte das alte Weib doch in ihrem blöden Garten verschimmeln…

DSCN6604Zum Frühstück konnte man so viel Bohnenbrühkaffee trinken wie man wollte, da es der beste Bohnenbrühkaffee war den ich seit der Konfirmation meines Bruders M. 1985 getrunken hatte, führte ich mir das Gesöff literweise zu und machte mich gegen halb zwölf mit einem Kaffee-Flash bei inzwischen nicht mehr so starkem Regen auf den (Rad)Weg. Landschaftlich war es die schönste Strecke, kalt und windig war es auch nicht, aber der Regen nahm mir schon ein wenig den Spaß.
DSCN6615In Bad Kösen setzte der Regen aus, zum Ausgleich führte der Radweg hoch zur Rudelsburg, es ging so steil hoch, der Weg aus Muschelkalkstein, eher ein schlechter Wanderweg, auf keinen Fall ein Radweg, obwohl als solcher ausgeschildert, über einen Kilometer musste ich steil bergauf schieben. Zur Belohnung gab es dann einen Blick über das Saaletal samt zwei Burgen und das Löwendenkmal, ein wohl mehr rechtes Burschenschaftsding, errichtet in den 1920er Jahren. Als ich wieder im Tal an der Saale war setzte der Regen wieder ein, so langsam kroch die Nässe trotz guter Ausrüstung in mich und mein Gepäck rein…
DSCN6618Irgendwann kam ich an einem Campingplatz vorbei, der Biergarten hatte überraschender Weise offen, ich uß eine heiße Gulaschsuppe und setzte den ersten
Bier vor Vier! Joker ein! Anscheinend weil ich den Teller leer gegessen hatte hörte es als ich wieder los fuhr für drei Minuten auf zu regnen, aber nur um dann wieder um so stärker weiter zu regnen.
In Jena kam ich komplett durchnässt an, das Wasser stand in meinen Turnschuhen, ich setzte den Schlechwetter-Joker Bahn! ein und fuhr die  20 km bis Weimar im vollen aber trockenen Zug. Meine besten weimaraner Freunde M. und C. nahmen herzlich auf, eigentlich nur M., C. war auf Dienstreise.
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