Aufruhr in den Augen!

Gestern Abend war ich mit meinem besten oranienburger Freund O. samt Partnerin A. im Kesselhaus der Kulturbrauerei:

Pankow – Aufruhr in den Augen reloaded!

Die Band um die 60, kein Wunder, es ging ja um das 30jährige Jubiläum des letzten zu DDR-Zeiten veröffentlichten Albums der Band. Das Publikum auch so ab 44 aufwärts, jüngere Besucher waren in Begleitung ihrer Eltern.
Das Konzert war solide gut, André Herzberg und Jürgen Ehle die Stammköpfe, verstärkt durch Drummer Stefan Dohanetz und Gitarrist André Drechsler und als Engerling Leihgabe Boddi Bodag an den Tasten.
Da gibt’s nichts zu bereuen, solider Samstag Abend Unterhaltung 🙂

 

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Ich – Pawlow! – Teil 2 wir es wohl nicht geben :-(

Eine kleine Anekdote aus der Zeit um die 2011er Berlin Wahl!

Irgendwie hatte ich mich an das Doppelgängerleben gewöhnt. Leider wird es wohl es keine Wiederauflage geben 😦

So eine Vorahnung hatte ich schon im Berliner Wahlkampf, aber so richtig los ging’s erst am Abend der Berliner Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2011:

Meine Cousine P. rief mich mich begeistert an, ihr Mann A. habe mich im Fernsehen gesehen, als Mitglied der Fraktion der frisch ins Parlament gewählten Piraten. Ich musste sie enttäuschen, ich hatte die Piraten zwar gewählt, aber nicht selbst kandidiert.
Wie gesagt, so eine gewisse Ähnlichkeit zwischen mir und Pavel Mayer fiel mir schon Wahlkampf auf, der gute Pavel kandidierte auch direkt in meinem Wahlkreis Pankow, zog aber mit den gut 10% der Stimmen die er im Bezirk holte natürlich nicht als Direktkandidat, sondern über die Landesliste seiner Partei ins Abgeordnetenhaus ein.

Seitdem bin ich Doppelgänger, werde schon mal dann und wann angesprochen wie’s den so läuft im Abgeordnetenhaus, ich lasse die Leute in ihrem Glauben, gebe mich nicht als Tommy zu erkennen, mache mir beim Autogramme geben aber den Spass, Sätze wie „Für meine Wählerin mit den dicksten Titten – Dein Pawlow“ oder „Danke für das nervige Gespräch, der Pawlow!“ zu schreiben.
Ich alter Hund unterschreibe mit Pawlow, denn eigentlich ist mir Pavel ja nicht unsympathisch und ich möchte ihm nicht wirklich schaden.
Gestern wurde ich sogar interviewt als ich aus dem Supermarkt kam, ein Radiosender, ich musste improvisieren, sagte was zur Vorratsdatenspeicherung, dass ich da voll dafür sei weil wer sich nichts zu Schulden kommen lässt auch nichts zu befürchten hat; zudem können man die Datenspeicherung verhindern indem man zwei Meter dünnen Kupferdraht um das W-LAN-Kabel wickelt. Mist dachte ich hinterher, eigentlich ist mir Pavel ja nicht unsympathisch und ich möchte ihm nicht wirklich schaden, aber gesagt ist gesagt!

Ungerecht finde ich die Situation trotzdem, politisch habe ich mindestens so viel drauf wie Pavel, mich aber 1990 aus der Tagespolitik zurückgezogen. Meine damaligen Mitstreiter die dabei blieben sind, sind heute Abgeordnete in hessischen Provinzparlamenten, die allerdümmste von uns hat es sogar zur Oberbürgermeisterin in Gießen geschafft, naja, ein anderer strebt ganz noch oben im Hessenland…


Ich war aber nicht bereit meine Seele zu verkaufen, ziehe einen epikureischen Lebensstil vor!

Und! – Ich wurde schon mal im Spiegel interviewt, das kann Pavel nicht vorweisen, also eigentlich ist er mein Doppelgänger, eindeutig!
Anders würde es aussehen, wenn Pavel richtig durchstartet bei den Piraten, dann könnte ich ihn doubeln bei gefährlichen Auftritten in der Öffentlichkeit, mich statt seiner erschiessen lassen, man kennt das ja aus diversen Hollywoodfilmen.

Doch  bis dahin kämpfen wir an verschiedenen Fronten, ich als der führende Gentrificationforscher mit offenen Augen und Ohren in Prenzlauer Berg, er in Parlament und Piratenpartei, ich beneide ihn nicht.

Doch als letzten Sonntag Morgen das Telefon klingelte, träumte ich es wäre Pavel:
„Hey Tommy, ist so schönes Wetter heute, willst Du nicht für mich zur Wahl des Bundespräsidenten gehen? Ich hatte eine harte Woche und würde gerne mit meiner Familie raus ins Grüne fahren.“
„Klar Alter-Ego, kann ich schon mal machen, ich werde aber  Beate Klarsfeld wählen!“
„Das passt doch, wollte ich auch, dann komm rum, ich geb Dir meinen Ausweis und die Einladung.“
„Mach ich, bis gleich!“ 

Den ersten Entwurf dieses Blogartikels hatte ich schon länger in der Pipe, schon seit dem Wahlabend, der erste Entwurf hieß Das Doppelte Lottchen, aber ich möchte nicht, dass Leute mit diesem Namen glauben, ich würde sie in meinem Blog verwursten.

Ostrock, Herzberg: 60!

IMG_20151228_201427Mit großem Entsetzen musste ich in den vergangenen Tagen feststellen, dass ein Großteil meiner Facebook-„Freunde“ der Kapelle Motörhead nicht abgeneigt ist. Ok, ich höre auch harte Musik, aber diese Prekariatsmukke muss wirklich nicht sein, obwohl als Knallkörperersatz in der Neujahrsnacht vielleicht?

Aber es geht besser: Vorgestern war ich mit meinem besten oranienburger Freund O. samt Partnerin A. im Kesselhaus der Kulturbrauerei zu André Herzbergs 60sten Geburtstagskonzert.
IMG_1516Herzberg wurde mit der in den 80er als Frontmann der DDR Band Pankow bekannt, stilistisch waren sie schwer einzuordnen, Deutschrock, leicht angepunkt, teilweise etwas bluesig, gute Laune Musik, Lieder über die Liebe und damit zusammenhängenden Begegebenheit die jeder schon mal erlebt hat.
Obwohl sie auch dann und wann aneckten, durften sie auch im Westen spielen. Montag bildete Pankow den musikalischen Kern des Konzerts, angereichert mit Dirk Zöllner und dem Karussell Frontmann Dirk Michaelis, beide treten gemeinsam mit Herzberg als die Die 3HIGHligen auf. Dann noch Toni Krahl und Georgi Gogow von City, sogar der unsägliche Sebastian Krumbiegel von den Prinzen war dabei, musikalisch allerdings ein Komplettausfall. Damit ich nicht der einzige Wessi im Kesselhaus war hatte das Geburtstagskind auch den gebürtigen Hamburger Stefan Stopplok geladen, DANKE André!
IMG_20151228_203630-dEin gutes und stimmungsvolles Konzert, vielleicht ein wenig überteuert, aber es war für einen guten Zweck, irgendwas mit minderjährigen Flüchtlingen.
Es kamen Gefühle hoch, ich habe mich in den frühen 90ern intensiv mit der DDR Rock- und Popmusik auseinandergesetzt, damals beim allfreitäglichen „Ostrock tests the West“ in der Alten Kantine gleich nebenan mit vielen Ostnymphen die Einheit vollzogen, einige waren sicher auch vorgestern im Publikum.

 

Pankow!

DSCN5807Sie gehörten am Ende zu den bekannteren Bands der DDR, durften neben den Puhdys, Karat, City und Silly auch schon mal im Westen auftreten.
Stilistisch sind sie schwer einzuordnen, Deutschrock, leicht angepunkt, teilweise etwas bluesig, gute Laune Musik, Lieder über die Liebe und damit zusammenhängenden Begegebenheit die jeder schon mal erlebt hat.

IMG_1234Ich war mit meinem besten oranienburger Freund O. dort, im „PobaAmOba,“ so würde ich die Location nennen wenn ich da der Chef wäre, klingt ein wenig fetziger „Postbahnhof am Ostbahnhof,“ sogar ein wenig frivol, sag ich mal so; auf jeden Fall eine gute Location, hier könnten auch New Economy Firmen ihre Jahresendfeiern abhalten.
Der Konzertraum war gut besucht, kaum einer unter Vierzig, die Mehrheit über 50, alles alte Ossis, ich war bestimmt der einzige aus der alten BRD, doch, kann schon ein.
Das Konzert war solide, die alten Hits und ein paar Sachen von den neueren Scheiben, das Publikum ging gut mit, wir auch, also für unsere Verhältnisse halt.

Ich – Pawlow!

So eine Vorahnung hatte ich schon im Berliner Wahlkampf, aber so richtig los ging’s erst am Abend der Berliner Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2011:

Meine Cousine P. rief mich mich begeistert an, ihr Mann A. habe mich im Fernsehen gesehen, als Mitglied der Fraktion der frisch ins Parlament gewählten Piraten. Ich musste sie enttäuschen, ich hatte die Piraten zwar gewählt, aber nicht selbst kandidiert.
Wie gesagt, so eine gewisse Ähnlichkeit zwischen mir und Pavel Mayer fiel mir schon Wahlkampf auf, der gute Pavel kandidierte auch direkt in meinem Wahlkreis Pankow, zog aber mit den gut 10% der Stimmen die er im Bezirk holte natürlich nicht als Direktkandidat, sondern über die Landesliste seiner Partei ins Abgeordnetenhaus ein.

Seitdem bin ich Doppelgänger, werde schon mal dann und wann angesprochen wie’s den so läuft im Abgeordnetenhaus, ich lasse die Leute in ihrem Glauben, gebe mich nicht als Tommy zu erkennen, mache mir beim Autogramme geben aber den Spass, Sätze wie „Für meine Wählerin mit den dicksten Titten – Dein Pawlow“ oder „Danke für das nervige Gespräch, der Pawlow!“ zu schreiben.
Ich alter Hund unterschreibe mit Pawlow, denn eigentlich ist mir Pavel ja nicht unsympathisch und ich möchte ihm nicht wirklich schaden.
Gestern wurde ich sogar interviewt als ich aus dem Supermarkt kam, ein Radiosender, ich musste improvisieren, sagte was zur Vorratsdatenspeicherung, dass ich da voll dafür sei weil wer sich nichts zu Schulden kommen lässt auch nichts zu befürchten hat; zudem können man die Datenspeicherung verhindern indem man zwei Meter dünnen Kupferdraht um das W-LAN-Kabel wickelt. Mist dachte ich hinterher, eigentlich ist mir Pavel ja nicht unsympathisch und ich möchte ihm nicht wirklich schaden, aber gesagt ist gesagt!

Ungerecht finde ich die Situation trotzdem, politisch habe ich mindestens so viel drauf wie Pavel, mich aber 1990 aus der Tagespolitik zurückgezogen. Meine damaligen Mitstreiter die dabei blieben sind, sind heute Abgeordnete in hessischen Provinzparlamenten, die allerdümmste von uns hat es sogar zur Oberbürgermeisterin in Gießen geschafft, naja, ein anderer strebt ganz noch oben im Hessenland…


Ich war aber nicht bereit meine Seele zu verkaufen, ziehe einen epikureischen Lebensstil vor!

Und! – Ich wurde schon mal im Spiegel interviewt, das kann Pavel nicht vorweisen, also eigentlich ist er mein Doppelgänger, eindeutig!
Anders würde es aussehen, wenn Pavel richtig durchstartet bei den Piraten, dann könnte ich ihn doubeln bei gefährlichen Auftritten in der Öffentlichkeit, mich statt seiner erschiessen lassen, man kennt das ja aus diversen Hollywoodfilmen.

Doch  bis dahin kämpfen wir an verschiedenen Fronten, ich als der führende Gentrificationforscher mit offenen Augen und Ohren in Prenzlauer Berg, er in Parlament und Piratenpartei, ich beneide ihn nicht.

Doch als letzten Sonntag Morgen das Telefon klingelte, träumte ich es wäre Pavel:
„Hey Tommy, ist so schönes Wetter heute, willst Du nicht für mich zur Wahl des Bundespräsidenten gehen? Ich hatte eine harte Woche und würde gerne mit meiner Familie raus ins Grüne fahren.“
„Klar Alter-Ego, kann ich schon mal machen, ich werde aber  Beate Klarsfeld wählen!“
„Das passt doch, wollte ich auch, dann komm rum, ich geb Dir meinen Ausweis und die Einladung.“
„Mach ich, bis gleich!“ 

Den ersten Entwurf dieses Blogartikels hatte ich schon länger in der Pipe, schon seit dem Wahlabend, der erste Entwurf hieß Das Doppelte Lottchen, aber ich möchte nicht, dass Leute mit diesem Namen glauben, ich würde sie in meinem Blog verwursten.

Haase Solo!

In Pankow, also ich meine  nicht den Großbezirk Pankow der auch Prenzlberg und Weissensee sein Eigen nennt, in Pankow, also im alten Pankow, das Pankow wo, wie mein Freund Adenauer immer sagte, die Herren aus Pankow wohnten, ja dieses Pankow wo noch die Flieger nach Tegel rüberdonnern…
Mist, jetzt hab ich vergessen was ich schreiben wollte.

(Scheiss Wetter übrigens in Berlin im Moment)

Achso, jetzt fällt’s mir wieder ein: In Pankow ist nichts los, fast nichts:

Gestern war ich mit einer Sandra im Zimmer 16 in der Florastrasse. Eine kleine Location in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Freibankmetzgerei. Ich war mal wieder der einzige Westdeutsche, altersmäßig war ich schätz ich im Schnitt. Circa 35 Ossis und ich hatten sich also versammelt, zumeist Pankower, ehemals Bürgerbewegte, die meisten wählen inzwischen nicht mehr die Grünen sondern die Linkspartei.
Aber eigentlich will ich ja hier keine soziologischen Studien betreiben sondern eine kleine Kulturkritik ins Netz stellen.

Der Sachse Christian Haase, Namensgeber von Haase & Band trat solo auf. Die Band macht deutschsprachige Rockmusik, solo war’s halt mehr Liedermacher. Nicht so 100% mein Ding, aber es wurden Erinnerungen an meine wilden 90er wach, Gundermann und Seilschaft, ja der Gerhard Gundermann, der musste Rockmusiker und Baggerfahrer im Braunkohletagebau gleichzeitig sein, er lebte doppelt und starb 1998 43jährig mit gelebten mehr als 80 Jahren. Und jener Christian Haase macht ähnliche Musik fährt aber nicht Bagger, ist auch zeitweise Sänger der alten Gundermannband Seilschaft.

So ist das im gottlosen Osten, gelebte Unsterblichkeit, Tamara Danz wird in ihrer Band Silly würdevoll durch Anna Loos vertreten und Gundermann durch Haase. Leser, denk jetzt nicht ich schreib das hier so hin weil’s zwei Beispiele gibt, die Liste läßt sich fortsetzen, so wurde der Karat-Sänger Herbert Dreilich postmortal durch gar seinen Sohn Claudius vertreten…
Jetzt werd ich ganz sentimental, die 90er, Ostrock tests the West in der Alten Kantine der Kulturbrauerei, Gerontus und ich, Westmen tests Eastwomen, alleine gingen wir selten nach Hause.