Kajakherbsttour 6: Fazit und Faktencheck!

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IMG_1102Donnerstag Abend stürzten wir uns gleich noch ein wenig ins Großstadtleben, ußen Zeugs welches es in der Wildnis nicht gab.
A.s Flieger nach Stuttgart ging dann Freitag frühs, ich brachte sie noch zur S-Bahn.
DSCN3041Nun hat mich die Zivilisation schon seit drei Tagen wieder, die Wäsche ist gewaschen, kleinere Reparaturen am Boot müssen noch erledigt werden, der Rest der Ausrüstung ist in diversen Expeditionskisten verstaut…

… Zeit für ein Fazit mit Faktencheck:

Wir waren acht Tage auf dem Wasser, davon hatten wir an fünf Tagen gutes bis sehr gutes Wetter, das ist absolut ok für Mitte September.

Wolke
IMG_0882141,678 Kilometer legten wir auf dem Wasser zurück, befuhren 33 Seen, passierten sechs Schleusen (teilweise zweimal), nutzten drei Umsetzstellen mit Kanu-Lore (jeweils zweimal), setzten zweimal mit dem Bootswagen um, flusstechnisch befanden wir uns immer mehr oder weniger auf der Havel, ihren Seitenarmen und Kanälen. Durch die Regulierung an Schleusen und Wehren ist die Seenplatte weitgehend strömungsfrei.

DSCN0109Unsere sieben Übernachtungen auf fünf Campingplätzen bzw. Wasserwanderrastplätzen kosteten durchschnittlich 10 € pro Nase, das Campingplatzpersonal war häufig stark alkoholisiert, so ist das halt in der Zone.

IMG_1047Frühstück machten wir immer selbst, mittags kehrten wir meist imbisstechnisch ein, zwischendurch schoben wir uns Obst und Müsliriegel rein. Abends kochten wir dreimal Schlapps, viermal beglückten mir die einheimische Gastronomie. Hier ist Fisch sehr zu empfehlen, der Binnenfisch ist lokal frisch gefangen, Seefisch geht auch, die Ostsee ist nur etwa 100 Kilometer entfernt. Ein gutes Abendessen im Restaurant kostet ab 10 €.

IMG_0828Insgesamt habe ich für die gute Woche mit Bahnanreise von Berlin knappe 300 € ausgegeben. A. hatte noch ein Mietkajak, das in der Nebensaison etwa 100 € kostete.
Wenn man sich anschaut, wie viele Leihboote an den Stationen verfügbar sind, kann man nur ahnen wie voll es in der Saison auf der Mecklenburgischen Seenplatte ist.
IMG_0882Empfehlenswert ist eine Tour außerhalb der Berlin-Brandenburgischen Ferien, auch an Pfingsten und am Himmelfahrtswochenende ist es sicher voll auf dem Wasser.

Auf der Mecklenburgischen Seenplatte ist man, was die Tourgestaltung betrifft sehr flexibel, konditionsstarke Paddler sowie Anfänger können sich passende Touren zusammen stellen.
Zur Vorbereitung und Orientierung empfehle ich den KOMPASS-Wasserwanderatlas.

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Kajakherbsttour 5: Festes Dach über dem Kopf und eine Audienz beim Weihnachtsmann!

Von der Mittwochstour ist schnell berichtet:

IMG_1049Es regnete in Strömen, Bindfäden, Cats and Dogs, Fish and Chips (nee, die nicht) …
Wir packten nass zusammen (nicht nur die Zelte waren feucht, auch der Rest der Ausrüstung war klamm), frühstückten unter einem Unterstand und brachen zügig auf.

DSCN0318DSCN0317Das Ziel, der Campingplatz von Fürstenberg, war nur 8 Kilometer entfernt. Wir erreichten ihn gegen Mittag. Trotz unserer nordischen Härte entschieden wir uns gegen Zelt und für ein festes Dach über dem Kopf, es war kaum teuerer als Zelten und wir konnten vor der Rückfahrt in die Zivilisation unserer Sachen halbwegs trocknen.
Tour7Gegen 14 Uhr ließ der Regen nach, unser Krempel war zum trocknen ausgebreitet, wir verbrachten den Nachmittag und Abend in Fürstenberg, besser gesagt in Fürstenbergs Cafés, Kneipen, Outdoorladen und abends in einem guten Restaurant.

Donnerstag schien dann wieder die Sonne. Der freundliche Campingplatzwart erlaubte uns, das Gepäck tagsüber in der Hütte zu lassen und so brachen wir ballastfrei nur mit den Booten zu einem Tagesausflug nach Himmelpfort auf…

Tour8
Die Stadtschleuse in Fürstenberg sparten wir uns, nutzen natürlich den Fisch-Kanu-Pass.

DSCN0335DSCN0329Über Schwedtsee, Havel und Stolpsee erreichten wir nach neun Kilometern das Ausflugsörtchen am Rande der Uckermark. Zunächst hatten wir eine Audienz beim Weihnachtsmann, der bekanntlich seine Wohnung und sein Büro mit angeschlossenem Weihnachtspostamt in Himmelpfort hat.

DSCN0328Hinterher kauften wir im Kloster-Kräutergarten allerlei nützliche Säfte, Tinkturen und Essenzen.

Der Rückweg, die letzte Etappe unserer Tour, war bei herrlichem Sonnenschein trotz Gegenwind ein Genuss.

IMG_1089Hochzus erfordert der Fisch-Kanu-Pass ein wenig Anstrengung.
A. gab ihr Boot bei der Mietsation wieder ab, ich baute meins am Campingplatz ab, ließ es trocken und gegen Abend brachte uns die Bahn zurück in die Hauptstadt.

Kartenmaterial:
© OpenStreetMap und Mitwirkende, CC BY-SA
Lizenz CC BY-SA
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Kajakherbsttour 4: Wir essen viel Fisch – sind gut zu Vögeln!

DSCN0308Dienstag frühs brachen wir bei strahlend blauem Himmel auf, fuhren den Rätzsee gen Südwest, an der Fleehter Mühle kam wieder der Bootswagen zum queren einer Straße zum Einsatz. Kurz vor der Schleuse in Kanow stärkten wir uns mit bestem Fisch frisch vom Fischer.

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DSCN0306Wir fuhren eine urst sportliche Runde von 22,178 Kilometern gegen den Uhrzeigersinn und bauten unser vorletztes Nachtlager wieder in Priepert auf.

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Kartenmaterial:
© OpenStreetMap und Mitwirkende, CC BY-SA
Lizenz CC BY-SA
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

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Kajakherbsttour 3: Zu kalt für nackig!

IMG_0913Wind und Wellen nerven, aber Regen und Kälte sind beim Kajak fahren nicht so das Problem, wenn man erstmal im Boot sitzt und die Spritzdecke aufgezogen ist, dann ist es eigentlich ganz bequem und durch die Bewegung wird einem schnell warm.
Aber vorher ist es blöd, man muss sich bei Regen aus dem Zelt quälen, ein trockenes Plätzchen zum frühstücken suchen und dann die Ausrüstung noch teilweise nass zusammen packen.
Tour4Das Ganze war durch den Wetterumschwung von Samstag auf Sonntag besonders hart, aber als erfahrene Outdoorer meisterten A. und ich die Situation routiniert.
Wir machten nur eine kurze Etappe von Kakeldütt bis Wesenberg, gute 15 Kilometer bei mäßigem Gegenwind und Wellen auf den Seen und dann und wann Regen.
Der Sonntag blieb regnerisch und als wir Montag nach dem Frühstück wieder aufbrachen, nieselte uns Petrus weiter ein…

DSCN0235Wir fuhren nun weiter nach Südwesten, zunächst durch die Wesenberger Schleuse (A. schleuste inzwischen willig mit), dann in die malerische, für Motorboote gesperrte Schwanenhavel.
Für ein paar Kilometer fliest hier ein Havelarm mal kanalisiert gerade aus, mal schlängelt er sich im ursprünglichen Bett durch den naturbelassenen Wald.

DSCN0228Im Laufe des Vormittags ließ der Regen nach und als wir schließlich in Wustrow am Plätlinsee pausierten, schien die Sonne und wir setzten uns eine Stunde in die selbige.
Dann nutzten wir zum ersten mal auf der Tour meinen Bootswagen zum Umsetzten, schnallten die Boote einzeln auf das Gestell und querten die Bundestrasse ehe wir am Klenzsee die Boote wieder ins Wasser brachten – im Vergleich zum Umsetzen mit Kanu-Loren ein mühsames Unterfangen…
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Tour5Wir kamen gut voran, kaum Wind aber Sonne auf dem Klenzsee und dem Gobenowsee; über den malerischen Drosedower Bek erreichten wir nach etwa 20 Kilometern Tagestrecke den FKK-Campinglatz am Rätzsee.
Nudismus ist in Ossiland eine Art Religion, die Zonis werden ja quasi nackt geboren. Ich bin da leidenschaftslos, lass schon mal die Hosen aus wenn es passt; hier passte es irgendwie nicht, es war mir einfach zu kühl, A. ging es ebenso.
IMG_0577So kauften wir uns knappe 17 € von der Nacktpflicht auf dem Platz frei. Der Abend war dann auch recht frisch, es regnete auch noch kurz.
IMG_1025Wir nutzen ein vergessenes großes Jugendgruppenzelt und kochten leckeren Schlapps …

Kartenmaterial:
© OpenStreetMap und Mitwirkende, CC BY-SA
Lizenz CC BY-SA
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Kajakherbsttour 2: Keine motorischen Störungen!

Freitag paddelten wir weiter gen Nordwesten:

IMG_0816Über Wesenberg und Klein Quassow erreichten wir hinter der Schleuse Zwenzow den Bereich des Müritz Nationalparks in dem keine Motorboote mehr zugelassen sind.
Trotz des guten Wetters waren aber auch kaum Paddler unterwegs, komisch…

Tour2
DSCN0127Die Landschaft wurde langsam uriger, der Kernzonenbereichen des Nationalparks ist ein mitteleuropäischer Urwald, die Landschaft wird mehr und mehr sich selbst überlassen, an den Flussläufen werden nur Bäume weg geschnitten, die Kanufahrer behindern – herrlich!

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DSCN0133Wir kamen gut voran, nach mehr als 26 Kilometern erreichten wir den Campingplatz Hexenwäldchen im komischnamigen Kakeldütt. Wer mal einen beschaulichen und naturnahen Zeltplatz erleben möchte, dem sei dieser toller Fleck wärmstens empfohlen.

DSCN0153Samstag wechselten wir den Schlafort nicht sondern machten einen Tagesausflug.

Wettermäßig hatten wir den absolut besten Tag der Tour, strahlend blauer Himmel, 25 Grad, kein Wind – und so was Mitte September!

Wir fuhren durch pure Natur, grün umwucherte Havelarme, einsame saubere Seen, zwei mal mussten wir das Boot mit Kanu-Loren umsetzen, einmal sogar satte 700 Meter, aber es ging, ich schob und A. macht schöne Bilder.

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Tour3Kurz vor Kratzeburg, nahe der Havelquelle, machten wir kehrt, kehrten kurz ein und fuhren die Strecke in der milden Nachmittagsonne nach Kakeldütt zurück.
Nach 24,5 Kilometern hatten wir uns das Anlegebier redlich verdient.
Nebenbei erwähnt:

Eintracht Frankfurt hatte in Bremen 3:0 gewonnen!

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Kartenmaterial:
© OpenStreetMap und Mitwirkende, CC BY-SA
Lizenz CC BY-SA
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Kajakherbsttour 1: Ableger!

IMG_0808Mittwoch Abend reiste meine meine beste norwegisch-schwäbische Freundin A. an, sie kam von einer Wanderung im Sachsenland.
Gemeinsam machten wir uns bereit für unsere lange geplante Kajaktour.

IMG_0761Donnerstag früh starteten wir schwer bepackt mit Ausrüstung für eine Woche -ich noch zusätzlich mit Triumph-Agitator 1 auf dem Bootswagen- und fuhren mit dem Zug eine Stunden gen Norden bis Fürstenberg an der Havel. Bei einem örtlichen Bootsverleiher nahm A. ihr Kajak in Empfang, ich baute mein Wassergefährt auf und los ging’s…

Tour1

IMG_0775Da es, als wir auf dem Wasser waren, schon früher Nachmittag war, fuhren wir nur 9 Kilometer bis zum Wasserwandererrastplatz in Priepert, A. kam ganz gut mit, scheute allerdings ein wenig vor der Schleuse Steinhavel, es war ihre erste Schleusung, da musste sie durch, im wahrsten Sinne des Wortes.

Priepert ist nicht der schönste Platz, aber es gibt dort ein schönes Restaurant und der Blick auf den Ellbogensee war bei bestem Wetter wunderschön!

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Kartenmaterial:
© OpenStreetMap und Mitwirkende, CC BY-SA
Lizenz CC BY-SA
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Schlechtwettertour!

Was lange geplant ist , muss auch durchgeführt werden:
Und am vergangenen Wochenende war halt die jährliche Tour mit meinem Kumpel P. geplant, vier Tage wollten wir durch die Mecklenburgische Seenplatte radeln, mit drei Übernachtungen im Zelt.

Auch als sich die Wetterverhersagen für das Wochenende verschlechterten hielten vier an der Planung fest:
Zwei Männer, zwei Fahrräder, zwei Zelte!

Los ging es Samstag früh mit dem Zug nach Gransee, als wir ausstiegen ließ der strömende Regen nach. Wir fuhren ein Stück gen Osten und folgten dann dem Radweg Berlin-Kopenhagen über Fürstenberg nach Wesenberg. Von dort bewegten wir uns westlich nach Mirow, machten eine Einkehr und schauten den letzten Spieltag der Fußball Bundesliga.
Mit einigen Weizenbier gestärkt fuhren wir Richtung Nordosten zu unserem ersten Zielort Kakeldütt, genauer gesagt der Campingplatz Hexenwäldchen, ein wunderbarer Platz, ich war Pfingsten 2009 schon mal mit dem Kajak dort. Diesmal war es leer, nur der Nils vom Platz und ein paar wackere Dauercamper waren dort. Wir bauten auf, schon beim Packen Samstag früh vermisste ich meinen guten Schlafsack, noch verliehen, aber an wen? Zu spät, ich nahm den leichten Sommerschlafsack. Beim Aufpumpen verabschiedete sich auch noch eine von sechs Luftkammern meiner Pneumatratze, eine unbequeme kühle Nacht kündigte sich an.
Aber zuerst kehrten wir ein, in der Räucherkate speiste ich besten Binnenfisch, geräuchert natürlich, das Bier war auch gut… und das Wetter bis dahin auch, ich saß abends noch lange am See ehe ich mich in’s Zelt verkroch, herrlich.
Dann regnete es, die ganze Nacht, nicht stark, aber kontinuierlich und ergiebig. Meine Campingausrüstung war nicht angemessen und litt, wie bereits im Falle der Luftmatratze erwähnt, unter Materialermüdung, durch den Zeltboden drang Feuchtigkeit ein, es wurde nass und kalt in meinem zu dünnen Schlafsack, P.’s schnarchen war trotz des Regens zu hören, ich überlegte kurz ob ich ihn umbringen soll, aber ich wollte nicht raus beim Regen.
Zum Glück hörte der Regen Sonntagmorgen auf, der Nils vom Platz spendierte Kaffee während das Material trocknete und wir brachen auf. Westlich ging’s nach Boek, von dort weiter am Ostufer des Müritzsees bis Waren. P. fand waren toll, ich fand es zu disneylandmäßig, hab’s lieber ein wenig mehr ostig. Wir sind zwei Stunden in Waren gewesen, oder heisst es wir waren in Waren, klingt beides blöd. Das Wetter war bis dahin kühl aber ok!
Wir fuhren weiter nördlich des Kölpinsees zum Fleesensee und schlugen auf dem Campingplatz in Silz unsere Zelte auf, speisten in der Campingplatz Gaststätte, draussen war es inzwischen saukalt, aber es regnete nicht und sah auch nicht danach aus. Über Silz möchte ich nicht weiter sprechen, wer die Wahl hat sollte dort nicht zelten.
Dann regnete es doch die ganze Nacht und am Vormittag weiter, beim Nassabbau verabschiedete sich meine Luftmatratze, die mir fünf Jahre treu gedient hatte, endgültig.
Aufgrund des Dauerregens und er Kälte entschieden wir uns, die Tour statt wie geplant Dienstag Nachmittag schon am Montag abend Enden zu lassen. Über Malchow, ein schönes Seeörtchen mit noch ein wenig DDR-Charme, fuhren wir weite zum Ostufer des Player Sees, dann stachen wir durch bis Wittstock an der Dose, dann mit dem Zug zurück in die Hauptstadt!


Nach einem heißen Bad ging es mir wieder besser, erkältet hab ich mich offensichtlich nicht. Knappe 200 Kilometer geradelt, die Tour wird nicht komplett als Reinfall gebucht.

Gleich kommt J., es gibt Spargel…