Mother’s Finest – leider ohne mich!

So ein Mist, das wichtigste Konzert im Februar und ich werde krank, kurzfristig krank, wurde die Karte nicht mal mehr los!

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Aufruhr in den Augen!

Gestern Abend war ich mit meinem besten oranienburger Freund O. samt Partnerin A. im Kesselhaus der Kulturbrauerei:

Pankow – Aufruhr in den Augen reloaded!

Die Band um die 60, kein Wunder, es ging ja um das 30jährige Jubiläum des letzten zu DDR-Zeiten veröffentlichten Albums der Band. Das Publikum auch so ab 44 aufwärts, jüngere Besucher waren in Begleitung ihrer Eltern.
Das Konzert war solide gut, André Herzberg und Jürgen Ehle die Stammköpfe, verstärkt durch Drummer Stefan Dohanetz und Gitarrist André Drechsler und als Engerling Leihgabe Boddi Bodag an den Tasten.
Da gibt’s nichts zu bereuen, solider Samstag Abend Unterhaltung 🙂

 

Kultureller Beifang!

DSCN8203 DSCN8215 Als Berliner ist man immer auch so ein wenig ein Touristikunternehmer, Leute die man irgendwie kennt wollen kommen und bespaßt werden, naja, der Vergleich hinkt, Touristikunternehmen sind keine Non-Profit-Organisationen.

DSCN8212Gerade fuhr E. wieder ab, sie ist die beste Freundin meiner besten hessischen Freundin B. und trat nun einen Berlin-Besuch bei mir an, der seit Jahren geplant aber immer wieder verschoben wurde.

Mit gewohnter Überheblichkeit facilisierte ich das Besuchsprogramm:

Tagsüber klapperten wir die üblichen Touristen Hotspots ab, abends Kultur!

Während des freitäglichen Kurzwinters hatten Reichstag, Brandenburger Tor, Holocaust Mahnmal, Potsdamer Platz und Checkpoint Charlie sogar einen besonderen Reiz.
DSCN8228DSCN8219Hackesche Höfe und Prenzlauer Berg versanken tags drauf im Schneematsch, ich addierte spontan das DDR Museum in der Kulturbrauerei, ein wenig Bildung schadet nie, auch Besuchern aus der hessischen Tiefprovinz nicht.

DSCN8232DSCN8236DSCN8237Kulturell wählte ich für Freitag Abend Improvisationstheater, die Verstörten Wunschkinder im Bühnenrausch am Prenzlauer Berg, ganz nett wie ich fand, für mich als Berliner mehr kultureller Beifang; mein Besuch sah es mehr dichotom als kulturelles Großereignis, aus provinzhessischer Sicht durchaus richtig -für einen Floh ist auch eine Ameise ein Riese.

DSCN8241Kulturell wählte ich für Samstag Abend die stuttgarter folkrock-polka Kapelle HiSS, die im Maschinenhaus der Kulturbrauer am Prenzlauer Berg auftrat, ganz nett wie ich fand, für mich als Berliner lohnenswerter kultureller Beifang; mein Besuch sah es mehr dichotom als kulturelles Großereignis, aus provinzhessischer Sicht durchaus richtig – für einen Virus auch eine Amöbe ein Riese.

 

Heimaturlaub!

DSCN5795Bernard Fanning hieß das Vorprogramm, an seinen Schuhen erkannte meine beste thüringerische Freundin J., dass der etwas nervige Singer-Songwriter aus Australien stammt, Respekt, frau kann Menschen anhand von Schuhwerk geografisch zuordnen.
DSCN5803DePedro, den Hauptakt des Abends, hatte ich allerdings schon anhand des Clubschildes als Spanier identifiziert – ICH brauche da keine Schuhe zu!
Es war dann auch ein Super Konzertschen.
Der Kopf der Band Jairo Zavala ist hauptberuflich Gitarrist Calexico, eine meiner Lieblingsbands, so kam ich überhaupt auf dieses Konzert.

DSCN5794DSCN5793So genoss ich die letzte halbe Urlaubswoche im heimatlichen Berlin.
Neben meinem hessischen Freund F. war auch noch meine hessische Ex-Verlobte C. mit ihrem Mann M. in der Stadt. Ich lud die beiden ins Improviationstheater Foxy Freestyle in die Kulturbrauerei, ein nettes Spektakel.

 

Urban Outdoor Equipment: Der Weihnachtsmarktstiefel!

DSCN1688In Prenzlauer Berg ist man es ja gewohnt: Jeder Depp trägt Snack Wulfskind Sachen, unnötigerweise zumeist, aber der Gentrification-Mensch legt Wert auf eine gewisse Uniformität. Ich habe auch so Sachen dieses Herstellers, Prenzberger Tracht so zu sagen, doch ich kaufe nichts mehr nach, so ist das!

Wie aber jeder weiss, bin ich Draußen Zuhause, nicht nur im Urlaub, auch im Alltag! Da macht es durchaus Sinn, geeignete Kleidung parat zu haben:

CIMG4158In den vergangenen Jahren habe ich mir auf dem Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei, wenn ich mit Gerontus  am finnischen Glühweinstand stand, zwar nicht den Arsch aber regelmäßig die Füße abgefroren. Damit ist jetzt Schluss, ich habe mir echte Winterstiefel zugelegt, vom Marktführer für Outdoorschuhwerk, ein wasserfester (also kann man schon mal Glühwein drüber schütten), warmer und für 100 Ocken nicht allzu teurer qualitativ hochwerter Botten, der Clou:

DSCN1693Das Futter ist ein Hüttenschuh, genial!

Jetzt muss es nur noch eiskalt werden, ich lerne auf dem Weihnachtsmarkt eine Maid kennen und die nimmt mich mit in ihre Hütte…

Laß mich in die Wolken fallen und tauche in die Himmel!

CIMG6026Gesinnungsrock erschloss sich mir erst spät, lange nach meinem linken Coming Out am 07. April 1977 fiel mir bei meinem Kampfgenossen Paletten-Siggi eine Doppel LP in die Hände, grobes Pappcover, 180g Pressung:

Keine Macht für Niemand
von Ton Steine Scherben!

Musik die mir von da an immer wieder auf Partys begegnete. Leider sah ich die Band nie live, auch Rio Reiser solo nicht.
Also Reiser dann 1996 starb war ich mit meinen Mädels und Jungs auf dem Gedenkkonzert im alten Berliner Tempodrom, neben seiner alten Band Ton Steine Scherben traten die Einstürzenden Neubauten, Engerling, Nationalgalerie, Pe Werner, Ulla Meinecke, Marianne Rosenberg, Lutz Kerschowski, Herbert Grönemeyer, Keimzeit, Haindling, Tim Fischer, Freygang, John Banse und viele andere auf, moderiert wurde der Abend von Corny Littmann – ich erinnere traurig aber  gerne.

2012_111Gestern war mit  P., J., D.,O. und K. im Kesselhaus (zusammen fast 300 Jahre alt und unsere Promillewerte addierten sich zu Prozenten):
Jan Plewka singt Rio Reiser, ein perfektes Konzert – der Sänger von Selig interpretierte Rio Reiser authentisch ohne ihn plump zu imitieren. Habe selten so eine stimmiges Konzert gesehen, zunächst war ich ein wenig skeptisch, das Kesselhaus war vor der Bühne bestuhlt und es gab nur Beck’s, nunja, ersteres gehörte wohl zum Konzept und das Publikum war auch nicht mehr das allerjüngste.
Das Konzert ging ab, fand nicht nur auf der Bühne statt, in Anlehnung an Brechts Radiotheorie machte Plewka sich daran das Konzert von einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. 

CIMG6022CIMG6016Ich war schon ein wenig Selig und er war omnipräsent, mal in den Stuhlreihen vor der Bühne, auf der Empore, vorne, hinten, oben und unten, das aber so, dass es nicht konstruiert wirkte, na gut, ein wenig schon…

CIMG6025Bei den Zugaben wurden dann endlich die Stühle an die Seite geräumt…
Sicher das beste Konzert auf dem ich 2013 war – bisher.

Die After Show Party war allerdings, wie der Name schon sagt, für den Arsch, Plewka legte selbst auf, Mainstream, nix Besonderes, sicherlich geeignet für albernes weibisches Rumgehopse, für mich war es das Signal zum Abgang!

Und hier das Original:

Bitte klicken:

zeitmaschine

Haase Solo!

In Pankow, also ich meine  nicht den Großbezirk Pankow der auch Prenzlberg und Weissensee sein Eigen nennt, in Pankow, also im alten Pankow, das Pankow wo, wie mein Freund Adenauer immer sagte, die Herren aus Pankow wohnten, ja dieses Pankow wo noch die Flieger nach Tegel rüberdonnern…
Mist, jetzt hab ich vergessen was ich schreiben wollte.

(Scheiss Wetter übrigens in Berlin im Moment)

Achso, jetzt fällt’s mir wieder ein: In Pankow ist nichts los, fast nichts:

Gestern war ich mit einer Sandra im Zimmer 16 in der Florastrasse. Eine kleine Location in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Freibankmetzgerei. Ich war mal wieder der einzige Westdeutsche, altersmäßig war ich schätz ich im Schnitt. Circa 35 Ossis und ich hatten sich also versammelt, zumeist Pankower, ehemals Bürgerbewegte, die meisten wählen inzwischen nicht mehr die Grünen sondern die Linkspartei.
Aber eigentlich will ich ja hier keine soziologischen Studien betreiben sondern eine kleine Kulturkritik ins Netz stellen.

Der Sachse Christian Haase, Namensgeber von Haase & Band trat solo auf. Die Band macht deutschsprachige Rockmusik, solo war’s halt mehr Liedermacher. Nicht so 100% mein Ding, aber es wurden Erinnerungen an meine wilden 90er wach, Gundermann und Seilschaft, ja der Gerhard Gundermann, der musste Rockmusiker und Baggerfahrer im Braunkohletagebau gleichzeitig sein, er lebte doppelt und starb 1998 43jährig mit gelebten mehr als 80 Jahren. Und jener Christian Haase macht ähnliche Musik fährt aber nicht Bagger, ist auch zeitweise Sänger der alten Gundermannband Seilschaft.

So ist das im gottlosen Osten, gelebte Unsterblichkeit, Tamara Danz wird in ihrer Band Silly würdevoll durch Anna Loos vertreten und Gundermann durch Haase. Leser, denk jetzt nicht ich schreib das hier so hin weil’s zwei Beispiele gibt, die Liste läßt sich fortsetzen, so wurde der Karat-Sänger Herbert Dreilich postmortal durch gar seinen Sohn Claudius vertreten…
Jetzt werd ich ganz sentimental, die 90er, Ostrock tests the West in der Alten Kantine der Kulturbrauerei, Gerontus und ich, Westmen tests Eastwomen, alleine gingen wir selten nach Hause.