Max Richard Leßmann – Liebe in Zeiten der Follower!

Er ist der Sänger der husumer Indie Band Vierkanttretlager, schlägt jetzt etwas andere zumeist mildere Töne an, hüpft aber auf der Bühne rum, als wäre es eine Rockkonzert: Max Richard Leßmann gab sich mit dem Konzert zu seinem Soloalbum Liebe in Zeiten der Follower im Musik & Frieden die Ehre.

Als ich das Album zum ersten Mal hörte war ich begeistert (und kaufte für meine beste thüringische Freundin J. und mich sofort Karten für das Konzert). Die Musik zeigt Elemente von frühen Schlagern, Swing und Chanson, die Texte pointiert, humorvoll und immer intelligent. Das Publikum war begeistert und ich bin überzeugt, dass man von Leßmann noch viel hören wird.

Advertisements

Selig!

Für mich waren sie in den Neunzigern die einzige deutschsprachige Band, die mit den amerikanischen Grungegrößen mithalten konnte – musikalisch und textlich!

Ich kann mich gar nicht mehr genau erinnern, ob ich sie damals live gesehen habe, glaube schon, meine mich an ein Konzert im Metropol am Nollendorfplatz zu erinnern…

Egal auch, Ende der Neunziger trennte sich die Band, 2009 gab es eine Re-Union und aktuell ist die Band mit ihrem neuen Album Kashmir Karma fast in Originalbesetzung (der Keyboarder fehlt komplett) auf Tour.

Meine bester thrüringerische Freundin J. kannte die Band kaum, vertraute auf meinen Musikgeschmack und kam mit.

Das Huxley war weitgehend ausverkauft, die Jungs lieferten einen Bombenkonzert ab, perfekter Mix aus neuen Titeln und alten Hits, kamen mehrmals zu Zugaben wieder raus. Sänger Jan Plewka springt noch immer wie ein junger Gott über die Bühne, er ist nach wie vor einer der vielseitigsten und besten deutschen Musiker, 2013 sah ich ihn mal mit seinem Rio Reiser Programm, auch sehr zu empfehlen.

Wenn ich so auf mein Konzertjahr 2017 zurück blicke war das gestrige Konzert vermutlich der Höhepunkt, aber es kommen ja noch mindestens zwei Live Acts.

Die neueren Sachen:

Die alten Hits:

Plewka singt Rio:

Marilyn Manson! (You say god and I SAY10)

Das Konzertjahr 2017 geht langsam zu Ende, aber ein paar Highlights zum Finale stehen noch an.

Den Anfang machte gestern Brian Hugh Warner aka Marilyn Manson mit seiner gleichnamigen Band im ausverkauften Velodrom Ufo.

Düster war’s natürlich, sowohl die Fans als auch das Konzert. Manson, dem vor einigen Monaten bei einem Konzert in den USA die Bühnendekoration über dem Kopf zusammenbrach und ihm das Wadenbein brach, scheint noch nicht hundertprozentig genesen zu sein, hat sein Leid in die Bühnenshow integriert – Rollstuhl, Krankenpfleger, Beinschiene.

Das Konzert war schon beeindruckend, wogleich die Band ihre besten Zeiten sicherlich hinter sich hat. Ein Mix als neuen Stücken und alten Hits, guter Sound, spartanisches Bühnenbild. Mit knapp anderthalb Stunden fiel das Spektakel zeitlich recht knapp aus, ok, der Meister ist noch verletzt und auch nicht mehr der Jüngste.

Kultur am Tiergarten: Vivaldi, Bach, Mozart, Stermann & Grissemann!

Als Hörer eines beliebten berliner Radiosenders kennt man die beiden, obwohl sie eigentlich schwerpünktlich in Österreich aktiv sind:

Stermann & Grissemann, bzw. Grissemann & Stermann wie die ihre Show bei RadioEins hieß.

Meine beste thüringerische Freundin J. hatte für die draußen ungemütlichste Zeit des Jahres Karten für das Tipi am Kanzleramt besorgt. Ich reiste elegant mit Bus 100 an.

Das Programm hielt was der Titel versprach, Gags Gags Gags…

Der österreichische Humor – oft anders, sehr speziell, aber nicht ohne, wir amüsierten uns prächtig am nördlichen Rand des Tierparks.

Ein paar Tage später war dann das südliche Ende des Tierparks dran, im Kammermusiksaal der Philharmonie wurden Mozart, Vivaldi und Bach gegeben, ein reines aber edles Streichkonzert. S. von der Bahn begleitete mich. Das Publikum war allerdings zu großen Teilen nicht klassiktauglich, zerklatschte die kurzen Pausen zwischen den einzelnen Stücken, sehr zum Ärger von Kulturmenschen wie meiner einer.

Eric Shoves Them In His Pockets!

Bildschirmfoto 2017-11-10 um 17.42.11Eric wkłada je do kieszeni to znany w Polsce młody indie popowy zespół.

Ok, mal schnell in den Blockstatisken nachgeschaut, ich schreib besser auf Deutsch, der gemeine Pole meidet mein Blog 😦

Also nochmal:

Eric schiebt sie in seine Taschen ist eine in Polen schon recht bekannte Nachwuchs-Indie-Pop-Band, die drei spielten im Monarch am Kotti, ein schöner Club übrigens, wenn man es durch das angeranzte Treppenhaus bis zum Club schafft.
Meine beste hessische Freundin B., die von sich behauptet, dass polnisches Blut in ihren Adern fließt, war grad zu Besuch – also nahm ich sie und ihre und meine beste thüringerische Freundin J. mit.

Ein kurzes aber lohnendes und gut besuchtes Konzert, schöne, eingängige Songs, signifikante Gitarre, Pop halt, aber es gefiel uns.

Aus den Jungs könnte was werden…

Klassenkampf! (Solang nicht die Hose am Kronleuchter hängt…)

Kann ja nicht sein, da rufen die Hessen, wo ich vor ner Woche besuchte, an und beschweren sich, dass ich hier nichts über den Besuch schreibe, ok, der Verriss wird unten nach dem Haupttext folgen 😉

Aber kommen wir zum hauptstädtischen kulturellen Leben, zur Abwechslung gab es gestern mal ein Mjusikal, eins aus Neukölln, das Stück gewann den diesjährigen Musical Theater Preis für das beste Buch, immerhin und ich bin mit meiner besten thürigerischen Freundin J. hin in den Heimathafen und wir schauten es uns an.

Die Darsteller, ein Mix aus Profis und Amateuren, brachten die Geschichte gut rüber – Neuköllner Schule mit hohem Anteil an Schülern Nicht-Deutscher-Herkunft (unschöner Ausdruck, Zitat aus dem Stück), alle sind deshalb chancenlos und drohen in die Kriminalität abzudriften, die kommunistische Hausmeisterin von Drüben bring den Kids Karl Marx näher und dann…

Das Stück ist eher was für Schüler und Lehrer, die Message trieft aus aus allen Texten und Liedern, aber trotzdem, es gefiel uns.

Epilog:
Vor ner guten Woche war ich in Hessen, es war sehr schön, ich trank viel Bier, ok, ich könnte hier Bierselfies posten, aber die einzige, die darauf steht, ist meine beste schwäbische Freundin L. und der schick ich die Bilder im direkt per WhatsÄpp. Also, es war sehr schön und ich mag meine Familie und meine vielen Freunde dort, aber es ist nunmal Provinz, kulturell ist, mal abgesehen von Eintracht Frankfurt, auf dem Mond mehr los. In Frankfurt waren wir z.B. bei Jo van Nelson, der hatte 1989 einen Hit (gerade recherchiert, bekam ich damals nicht mit, er war in den TOP 10.000) mit einer Vertonung von Paul Zechs Gedicht Erdbeermund, Klaus Kinski würde sich im Grab rumdrehen, war aber nicht nötig, er lebte ja 1989 noch). Van Nelson trat in einer Location namens KES (hessisch für Käse = Spass/ Lustiges/Kabarett) als Max Rabe Imitator auf. Ok, will nicht wirklich lästern, es war sehr schön, in der Wüste freut man sich über jeden Schluck Wasser.

Mit estnischen Untertiteln!

Berlin hat  mich zurück!

Das meine Leser das Teater NO99 in Tallinn kennen setze ich natürlich voraus!*

Die Truppe aus Estland gastiert zur Zeit mit einer aufwendigen Inszenierung von Shakespeares Sommernachtstraum, der bekanntlich von Felix Mendelssohn Barthold vertont wurde, im Konzerthaus Berlin – ich hatte Karten für die Premiere.

Ein großes Aufgebot: Konzerthausorchester Berlin dirigiert vom Esten Olari Elts, Theaterensemble NO99 und der ebenfalls in Tallinn beheimatete Ellerhein Girls‘ Choir.

Unknown-3

Die Bühne war eine riesige Kugel auf der die Schauspieler und Musiker, die sich natürch totzdem im Raum befanden, live projiziert wurden. Die Musik war großartig, das Stück in estnisch, die deutschen Untertitel wurden auf Tafeln links und rechts der Bühnenkugel angezeigt, also eigentlich Seitentitel. Meinem ältester berliner Freund M. und mir gefiel es, mal was ganz anderes, auch wenn wir uns erst an die Untertitel gewöhnen mussten, aber Estnisch ist eine seht sexy Sprache:

*kleiner Scherz

Im Hallenbad war ich am Wochenende auch:

IMG_20171008_141950388