Mit estnischen Untertiteln!

Berlin hat  mich zurück!

Das meine Leser das Teater NO99 in Tallinn kennen setze ich natürlich voraus!*

Die Truppe aus Estland gastiert zur Zeit mit einer aufwendigen Inszenierung von Shakespeares Sommernachtstraum, der bekanntlich von Felix Mendelssohn Barthold vertont wurde, im Konzerthaus Berlin – ich hatte Karten für die Premiere.

Ein großes Aufgebot: Konzerthausorchester Berlin dirigiert vom Esten Olari Elts, Theaterensemble NO99 und der ebenfalls in Tallinn beheimatete Ellerhein Girls‘ Choir.

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Die Bühne war eine riesige Kugel auf der die Schauspieler und Musiker, die sich natürch totzdem im Raum befanden, live projiziert wurden. Die Musik war großartig, das Stück in estnisch, die deutschen Untertitel wurden auf Tafeln links und rechts der Bühnenkugel angezeigt, also eigentlich Seitentitel. Meinem ältester berliner Freund M. und mir gefiel es, mal was ganz anderes, auch wenn wir uns erst an die Untertitel gewöhnen mussten, aber Estnisch ist eine seht sexy Sprache:

*kleiner Scherz

Im Hallenbad war ich am Wochenende auch:

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Operales Traumpaar in der Waldbühne!

Was für eine Aufgebot in der Berliner Waldbühne:

Die weltbekannte russische Sopranistin Anna Jurjewna Netrebko und ihr Gatte, der asebaidschanische Tenor, Yusuf Eyvazov – das Traumpaar der Oper gab sich die Ehre! Michelangelo Mazza dirigierte das Orchester der Staatsoper Ungarns, der Bariton Noel Bouley unterstütze gesanglich, ebenso der Neue Kammerchor Potsdam.

Zunächst war ich mir unsicher ob ich meinen dicksten heidelberger Freund L., der gerade zu Besuch ist, mitnehmen soll, hat er doch von Musik kaum eine Ahnung, schon gar nicht von Oper. Ich checkte also gründlich ab ob es tatsächlich etwas für ihn ist und entschied mit Daumen hoch.

Die Wettervorhersage war nicht die allerbeste, aber wir hatten Glück, während des Konzerts regnete es fast überall in Berlin, nur nicht in der Waldbühne.

Musikalisch war es ein Feuerwerk, Stücken aus Aida, Carmen, Nabucco, Macbeth und vielen mehr, ich bin da nicht so super sicher mit der Zuordnung 😉

Kultur mittig, schräg und blutig, Shakespeare und eine Irin!

Nachdem ich die Woche ziemlich rumkränkelte, der Dauerregen macht es auch nicht besser, kehrte ich zum Wochenende ins kulturelle Leben zurück, zwei Mal in Berlin Mitte:

Camille O’Sullivan sagte mir wenig, ich hörte mal in den einen oder anderen Titel rein, anstrengend, Wikipedia beschreibt sie als als intensiv dramatische Interpretin von Liedern aus der Weimarer Republik sowie von Edith Piaf, Jacques Brel, Nick Cave, Tom Waits, David Bowie, klingt bedrohlich aber interessant, mit meiner besten thüringerischen Freundin J. ging ich hin.

Fantastisch was die Irin da bot, nicht unanstrengend, aber fesselnd, auf Spotify konnte ich mich nicht mit ihr anfreunden, aber Live? – mein Tipp: Hingehen!

Samstag war J. für das Programm zuständig, die Wahl war brillant:

Monbijou Theater!

Die dachlose Spielstätte, sonst eher für Sommerkomödie bekannt, wartete mit Shakespeares Macbeth auf – Hexen, Intrigen, Blut, Dreck, Spannung, Krieg, Mord – nichts für schwache Nerven. Die Bühne ein Sandkasten unter freiem Himmel im hölzernen Amphitheater an der Spree, eine beindruckende Inszenierung von Schillers Übersetzung des Werkes, komprimiert in einem Akt – mein Tipp: Hingehen!

Und heute? Handy auf leise, Haustürklingel aus, Balkontag!

 

Sei nicht traurig kleiner Meisenmann…!

Ich war bei Helge Schneider in der Waldbühne, wer mich kennt, der weiß, nicht ganz mein Humor, doch da gibt’s einen Grund, besser gesagt einen Bezug, aber da muss ich ein wenig ausholen:

Ich glaube es war im Frühjahr 1996 oder 1997, ich lebte in meiner prenzlberger Wohnung an der Schönhauser Allee, die von einem Gamat 3000 Wandheizer in der Küche und von je einem Gamat 4000 Außenluftheizer (ja, eigentlich hießen die Außenwandheizer, aber ich taufte sie um weil beim Heizen die Luft draußen so schön flimmerte, der Wirkungsgrad war nicht so doll) im Schlaf- und im Wohnzimmer gewärmt wurde. Mist, schon wieder ein Schachtelsatz, aber auf jeden Fall war es selten nötig den 4000er im Schlafzimmer in Betrieb zu nehmen, so auch in dem Frühjahr um das es jetzt geht.

Ich, damals ewiger Student und Bohemien,  war gerade neu mit Gudi m’Bed und Bügsdüüg zusammen, es war meine sexuell aktivste Zeit, nach nächtlicher körperlicher Anstrengung brauchten wir viel Schlaf.
Doch eines Morgens im März oder April wurden wir von entsetzlichem Lärm geweckt, irgendwer oder irgendetwas machte sich am äußeren Gitter des nicht im Betrieb befindlichen Gamat 4000 Außenluftheizers zu schaffen, der Heizkörper innen wirkte wie ein Hochleistungskrachvertärker. Ich sprang aus der Mitte des Bettes, zog den Vorhang vor und sah noch etwas wegfliegen, ok, eine Vogelein, das war’s dachte ich und legte mich wieder zu den anderen ins Bett, der Vogel war ja weg… hart ist der Zahn der Bisamratte, doch… und wieder ging der Krach los, es war ein Meisenmann der seiner Liebsten dort einen Nest bauen wollte.
Da mein Luftgewehr kaputt war entschloss ich mich zu sozialem Widerstand und zerstörte täglich mit einem aufgebogenen Drahtkleiderbügel die jeweils neu begonnene Nestbaustelle. Nach einer Woche gab der Meisenmann auf und schimpfte laut während ich sein Nest final zerstörte und man glaubt es kaum, im Radio lief „Sei nicht traurig kleiner Meisenmann“ von Helge Schneider. (das ist der Bezug!)

Aber immer noch kein Grund um 40€ für einen Auftritt des Herrn Schneider hinzulegen, doch als Ehrenkarte…

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Ich glaube Helge Schneider lacht sich insgeheim kaputt, dass Leute Geld für seine Mätzchen zahlen und immer immer immer lachen, aber die wenigen guten Pointen sind von einem schlauen Mann für ein schlaues Publikum, die Dummen lachen immer mit. (Bei Mario Barth ist das anderes, der macht Dummes für Dumme).

Ich war mit meiner besten thüringerischen Freundin J. da, habe die Waldbühne noch nie so leer gesehen, aber ok, uns gefiel es ganz gut. Ich glaube auch nicht, dass mit einem ausverkauften Haus gerechnet wurde, die oberen Ränge waren gesperrt und an den wenigen offenen Bierständen bildeten sich Schlangen und es gab keine mobilen Bierverkäufer, so eine Schweinerei!

Elbhangfest!

Ostsee Urlaub steht an, aber erstmal Vor-Urlaub in Dresden bei meiner besten sächsischen Freundin D.!
Vom Busbahnhof fuhren wir gleich gen Loschwitz, das ist dort, wo das Blaue Wunder steht. Wir ußen, tranken und lauschten der Musik auf diversen Bühnen des Elbhangfestes.
Samstag fuhren wir direkt nach Pillnitz, ja genau, da wo das Schloß ist, dort kam der Elbhangfestfestzug an, der wirkte etwas bemüht, mehr ein Karnevalsumzug und war zum Glück recht kurz.
Das Motto war Luther, fuck religion!,  da haben es die Veranstalter der Republik leicht in diesem Jahr:
„Fällt uns nix gescheites ein, muss es halt Antisemit Luther sein“
Das musikalische Programm war dafür sehr ansprechend und abwechslungsreich von Folk über Singer Songwriter bis Rock, Jazz, Operette, Mittelaltermusik, Guggenmusik uswusf…
Wir arbeiteten uns elbabwärts bis Wachwitz vor, dort endete der Samstag auf der Höllenkirmes mit einem Feuerspektakel.

Ein gelungenes Wochenende!

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PxP: Bei Yvonne Catterfeld stand ich am Klo an!

Eigentlich bekomm ich ja alles mit was in Berlin so abgeht, ja eigentlich… und uneigentlich bekomme ich manchmal auch nichts mit (ich vermute es liegt am Alter)!
Meine beste thüringerische Freundin J. kam gerade aus der Karibik zurück, schon fand sie heraus, dass es das PxP Festival gibt, Peace by Peace, Fetsum, der Organisator, ist ein Ex-Arbeitskollege J.’s, aber nach Freikarten fragten wir nicht, denn mit den Einnahmen werden Kinder im Krieg und auf der Flucht unterstützt.

Den Sonntag begann ich aber erstmal mit einem guten Früdüg: French Toast! (auf dem Bild der ist übrigens nicht verbrannt, sieht nur so aus, ich fotografiere immer mit hoher Farbsättigung)

Dann ging es in die Waldbühne, neben J. waren noch mein bester oranienburger Freund O. samt Partnerin A. dabei. Das Programm war nicht so 100% meins, ok, die Top-Acts wie Beginner, Die Fantastischen Vier mit Herbert Grönemeyer,  Herbert Grönemeyer mit Balbina, Frank Dellé und Bilderbuch, wegen denen war ich schon dort. Auf Arte ist das Konzert übrigens abrufbar: http://concert.arte.tv/de/peace-x-peace

Fritz Kalkbrenner, ok, aber ich mag seinen Bruder Paul lieber. Der weinerlich Max Herre  war mit seinem Freundeskreis erträglich, seine Partner Joy Denalane war auch gelistet und hätte auf ihn aufgepasst falls Charlotte Roche und Jan Böhmenmann aufgetaucht werden (geneigte aber ungebildete Leser mögen den Kontext googeln). Super überrascht war ich von Grossstadtgeflüster.

Den Rest? Den hab ich vergessen…

Ach, doch: Musikalisch kann ich mit Yvonne Catterfeld wenig anfangen, den einzig guten Song den sie je gemacht hat war:

Yvonne Catterfeld singt zum 80. Geburtstag von Udo Jürgens eine einfühlsame Cover-Version: