Irland: Faktencheck!

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Urlaub in Irland, hier zurückblickend von meinem Sofa aus die wichtigsten Punkte:

  • 050513-2107Die Iren sind gesellig, musikalisch, nett, viele allerdings ein wenig plump und tragen den ganzen Tag einen Trainingsanzug.
  • Die Irinnen sind oft hübsch anzusehen und geschmackvoll gekleidet, aber nicht immer. Wenn junge Irinnen ausgehen, bevorzugen sie zu enge Cocktailkleider oder noch engere Miniröcke, wobei die Saumlänge umgekehrt proportional zum Körpergewicht ist, ein bekanntes irisches Volkslied heißt deshalb Nelly The Elephant.
  • Ein Mann aus Galway erklärte mir das Wetter: If you see the mountains it will be raining soon, if you don’t see the mountains it rains!
  • Kosten: Höher als in Deutschland, ein Pint Bier kostet meist zwischen vier und fünf Euro, Essen gehen unter 10 Euro ist schwer, Übernachtung im B&B ab 35 Euro – so mit allem drum und dran muss man mit 100 Euro pro Tag rechnen ohne das man sich den größten Luxus gönnt.
  • Bild 4Guinness im Pub: Mein liebstes Stout war nicht Guinness sondern Beamish, ein süffiges Schwarzes aus Cork. Ausserhalb Irlands werde ich weiterhin bevorzugt richtiges Bier trinken. Das übliche Ausschankmaß ist das irische Armen-Pint und hat nur 473ml, im Gegensatz zum britischen Pint, das mit 586ml eine angemessenere Größe hat.
  • IMG_0217Essen:
    Auweia, nicht die Stärke der Iren, ein Full Irish Breakfast mit muss man schon mögen, ich mag es.
    Die Seafood Showder an der Westküste war auch zumeist köstlich, ok, mit frischem Fisch kann man nicht allzu viel falsch machen.
    Irish Stew, ok, ist ein zerkochter Eintopf, sowas geht immer.
    Kartoffeln sind das Grundnahrungsmittel, einmal hatte ich zum Fisch Mashed Potatoes, Fries und eine Croquette.
    Es gibt gutes heimisches Rindfleisch, Steaks und Burger sind somit eine gute Portion und Option.
    Doch die hausbackene irische Küche kann auch modern, ich genoss in einem Restaurant in Cork ein Bouquet aus Blackpudding, Blauschimmelkäse, karamellisierten Birnen, Blattsalaten und einem mildsaueren Dressing, superlecker.
    Insgesamt ist alles viel zu fett und heftig, schlecht gewürzt, allenfalls mittelmäßig und überteuert!
  • 100513-1757(001)Ich war ohne Auto mobil, der Linksverkehr schreckte mich ab und ich bin eh ein Öko. Also fuhr ich Bus, das ist günstig, man sieht viel, aber man sitzt auch viel, das muss man aufpassen: Thrombosegefahr! Meine Oma Lina hat immer gesagt, wenn man viel sitzt muss man viel trinken, das fiel mir in Irland nicht schwer. Und ich sah den schönsten Regenbogen aller Zeiten.

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Irland: The Quiet Man!

DSC_0903Connemara stand als letzte Expedition auf dem Programm, wieder eine raue Landschaft und wieder eine Filmkulissentour:
1952 drehte John Ford hier The Quiet Man mit John Wayne und Maureen O’Hara in den Hauptrollen.
IDSC_0912ch erklärte X. und Y. aus Changhai/China erstmal wer John Wayne überhaupt war (Maos Lieblingsschauspieler), an Maureen O’Hara hatte ich selbst nur noch eine blasse Erinnerung, sie war aber dereinst ein ziemlich heißer Feger.
DSC_0921Wir sahen die Brücke auf der Wayne im Film stand, ein Nachbau des Cottages in dem Sean Thornton (John Wayne) wohnte und und und …
Immerhin bekam The Quiet Man zwei Oscars für die beste Regie und die beste Kamera.

(Cineasten finden am Ende des Artikels den gesamten über zwei Stunden langen Film!)

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DSC_1012Auch sonst ist Connemara schön und beherbergt den einzigen Fjord Irlands sowie Kylemore Abbey, ein nettes Häuschen mit schönem Garten und einer Nachbildung von  Westminster Abbey als bescheidene Hauskappele.

DSC_0968DSC_0998Das schlichte Anwesen ist nach zunächst weltlicher Nutzung heute eine Benediktinerinnenkloster, die wenigen noch verbliebenen Nonnen betreiben heute die Gärten und stellen Schokolade und Marmelade her.

DSC_1134DSC_1127Ich verbrachte noch einen schönen Abend in Galway, besuchte das örtliche National Aquarium, das Stadtmuseum und diverse Pubs ehe es über Dublin wieder nach Berlin zurück ging …

Und hier der Film:

Irland: Karg und rau!

moher2.jpgHatte ich bisher mit dem Wetter Glück gehabt, so offenbarte sich mir ab meinem Aufenthalt in Galway wahres irisches Wetter: Sturm, Regen, Wind, stürmischer Wind mit Regen aber zwischendrin schien immer mal wieder die Sonne.
DSC_0848Burren und die Cliffs of Moher, gemeinsam mit X. und Y. aus Shanghai/China machte ich den Ausflug in diese wohl spektakulärste Gegend Westirlands. X. vertrug die Fahrt über die schlechten Straßen im Burren Nationlapark nicht, ich hatte Angst, dass sie mich voll kotzt, sie war den ganzen Tag blassgelb im Gesicht.
DSC_0776Zunächst schauten wir uns die Aillwee Cave an, die an sich wenig spektakuläre Tropfsteinhöhle wurde 1940 von einem Farmer entdeckt, er behielt jedoch sein Geheimnis für sich und hat anderen erst vor seinem Tode in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts von der Höhle berichtet, schöne Geschichte!
DSC_0886Weiter ging es durch die karge, karstige Landschaften zu alten Burgen, prähistorischen Stätten und zu den Cliffs of Moher!
Irgendwie hat das Dreckswetter ganz gut zu der Szenerie gepasst…

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Abends traf ich in einem Pub G. und K. aus Portland/Oregon wieder, wir tranken ein letztes gemeinsames Stout ehe die beiden am Tag drauf zurück in ihr imperialistisches Heimatland flogen…

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Irland: Ryan’s Daughter!

DSC_0680Schon bei meinem ersten Irland-Besuch mit L. im Jahr 2003 fiel mir auf, dass die Iren zwar stolz auf ihre recht schönes grünes Inselchen sind, aber wenn sie ihren Besuchern etwas Besonderes zeigen wollen, dann zeigen sie ihnen Orte, an denen Filme gedreht wurde. 2003 besichtigte ich 127 % der Drehorte von Brave Heart (weitere 143 % des Films wurden nachweislich in Schottland gedreht, der Rest im Studio).
DSC_05941970 drehte David Lean auf der Halbinsel Dingle Ryan’s Daughter, ich kenne jetzt alle Orte an denen die Außenaufnahmen statt fanden und das Haus, in dem Robert Mitchum während der Dreharbeiten wohnte.

… scheint aber kein schlechter Film zu sein, werde ihn mir bei Gelegenheit mal anschauen…

DSC_0716Auch sonst ist die Halbinsel ein landschaftlicher Leckerbissen, das meinten auch X. und Y. aus Shanghai/China, die ich auf der Tour wieder traf. Zudem gab es viele Überbleibsel prähistorischer Besiedlung zu sehen und Charles Lindberg erreichte hier bei seiner Atlantiküberquerung Europa.

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Irland: Überall Schafe!

DSC_0948Irische Tageszeitungen haben alle eine separate Rubrik, die sich nur der Schafzuchthaltung widmet – erstaunlich!
Da ist es nicht verwunderlich, dass einem das wollige Getier ständig begegnet – auf der Wiese, im Pullover, im Shepherd’s Pie und überall da, wo man es nicht vermutet (siehe auch Video am Ende des Artikels). Natürlich setze ich mich als bildungsnaher Mensch im Urlaub mit einer solchen lokalen Thematik auseinander:

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DSC_0507DSC_0512Ich besuchte einen alten Schäfer in County Kerry, er zeigte mir, wie er und seine Hunde mit den Schafen umgehen, sehr beeindruckend was so ein Sheepdog alles kann, in Irland sind es Border Collies, nicht so schön wie Lassie, aber um einiges schlauer!
Anschließend gab mir Dwayne, so hieß der Schäfer, einen Überblick über diverse Schafrassen, Großschafe und Kleinschafe, Wollschafe und Fleischschafe, sogar Milchschafe, Bergschafe und Talschafe,  Hornschafe und Ohnehornschafe, Ganzschafe und Unscharfe…
DSC_0520DSC_0521In Irland findet man meist wollige mit schwarzem Kopf und ohne Hörner, wie die Rasse genau heißt habe ich vergessen, sie ähneln aber meiner ersten Freundin die ein Rhönschaf war…

DSC_0566Dann ging es auf den Ring of Kerry, dem beliebten Rundkurs auf einer Halbinsel in County Kerry, war ganz nett, wer aber schon mal in Schweden oder Norwegen unterwegs war, hat ähnliches sicher schon spektakulärer gesehen.
DSC_0540G. und K. aus Portland/Oregon sowie X. und Y. aus Shanghai/China, die ich auf dem Ring kennen lernte, waren allerdings begeistert – Frauen sind jedoch (zumindest was so etwas betrifft) leichter zu befriedigen.

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Irland: Es ging so los …

DSC_1159Nachdem ich drei Tage in Dublin dem Broterwerb frönte ging endlich mein Urlaub los.
Ich tauschte ich das Business Hotel am Stadtrand gegen ein B&B in der Innenstadt, ging ich noch mit meinem alten Freund S., der mit Frau und Kind in Dublin wohnt, ein Bier trinken ehe ich Tags drauf einen Bus bestieg und gen Cork fuhr, eine eher langweilige Fahrt übers flache Land.

DSC_0371Meine Bleibe in Cork war im Prinzip ok, nettes Personal, mehr ein Hostel, das Zimmer war schäbig aber sauber, allerdings lag ein Geruch in dem kleinen Raum, ich möchte gar nicht wissen nach was. Ich lüftete, kaufte ein Spray und dann ging’s.

Cork selbst ist eine schöner lebendiger Ort. Ich machte einen Stadtspaziergang, fand eine anscheinend nach mir benannte Straße, trank hier ein Guinness, schrieb ein paar Postkarten, trank dort ein Beamish.

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DSC_0421DSC_0435Ehe ich am nächsten Morgen weiter fuhr besuchte ich noch das Gefängnismuseum, optisch und kontextual ein bedrückender Ort, das Leid der ehemaligen Insassen war plastisch dargestellt.

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