Radtour Berlin-Brandenburg –> Lich: Durch den Vogelsberg, Zieleinlauf mit Ehrenempfang! (85,53 Pedalkilometer)

Ich fahre mit dem Rad! Bei Touren baue ich mein Zelt immer so auf, dass frühs die Sonne drauf scheint, zum einen verschläft man dann nicht, zum anderen trocknet das Minimalhabitat dann schneller.
DSCN6735Der Freitagmorgen war ein sehr warmer und sonniger, um sieben Uhr musste ich aus dem Zelt kriechen. Aber gut, so konnte ich früher aufbrechen, bis die Campingplatzgaststätte um 8 das Frühstück fertig hatte war alles schon auf dem Rad verstaut, Punkt 9 brach ich nach dem Frühmahl auf.
DSCN6736Zumeist durch Wälder überquerte ich den Vogelsberg, die Gegend Hessens in der vorehelicher Geschlechtsverkehr mit Kühen und anderen Paarhufern üblich ist ehe man dann mit einer nahen Verwandten verheiratet wird.

DSCN6739Aber die Landschaft ist schön, ich genoss dass Mittelgebirge, die Steigungen waren erträglich. Inzwischen ist der Vogelsberg ein großer hessischer Player in Sachen Energiewende, alle paar Meter steht ein großer Propeller, gut so.

DSCN6741Eigentlich wollte ich bis Lich durchradeln, doch es begab sich, dass mein bester vogelsberger Freund T., dessen Dorf eh auf dem Wege lag, mich zu einer Grillfeier in seinem schattigen Garten lud. Ich kenne mich in der Gegend nicht so 100% aus, aber T. sagte, dass man die letzten 12 km ab Ulrichstein quasi in sein Dorf Freienseen reinrollt.
Aus diesem Grunde und weil ich gut in der Zeit war setzte ich in Ulrichstein, der höchstgelegenen Stadt Hessens, bei 30 Grad im Schatten den zweiten und letzten Bier vor Vier! Joker ein. Keine gute Entscheidung die ich auf die falsche Information T.s hin traf, statt einer genüßlichen Abfahrt erwarteten mich nochmal zwei extreme Steigungen, mit die schlimmsten der ganzen Tour, ich bereute das Bier!
Die Grillparty war schön und feucht-fröhlich, nach dem Frühstück fuhr ich am Samstag Morgen die letzten knapp 20 km nach Lich weiter. Am Ortsschild erwarteten mich der Bürgermeister, der örtliche Posaunenchor, dass Ehrenspalier des Licher Landfrauenvereins, Freunde, Familie und neugierige Mitbürger. Die Tour war ein Erfolg, der Schlechtwetter-Joker Hotel! nicht einmal eingesetzt werden.

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Eine Woche Erholungsurlaub in der alten Heimat stand nun an…

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Kartenmaterial:
© OpenStreetMap und Mitwirkende, CC BY-SA
Lizenz CC BY-SA
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Radtour Berlin-Brandenburg –> Lich: Hessen! (85,51 Pedalkilometer)

Ich fahre mit dem Rad! Es ging weiter, in Hörschel gab’s kein Frühstück, im benachbarten Herleshausen, schon in der hessischen Ex-Heimat gelegen, dort dachte ich, sollte es Bäckereien geben, die Kaffee und Gebäck zum Frühstück offerierten…
Es gab Bäckereien, aber die hatten alle zu, Frohenleichnahm!
Kein Mensch weiss, warum dieser Tag im protestantischen Hessen ein Feiertag ist, warum die abgefuckten Katholen-Bistümer Fulda und Limburg das durschsetzen konnten. Aber nicht ablenken Tommy, Du hast versagt, die Tour schlecht geplant. Ich überlegte ob ich die Tour abbreche, das Rad in Werra werfe und nach Berlin trampe.
Doch wenn du glaubst es geht nicht mehr kommt von irgendwo ein Lichtlein her, das Lichtlein heißt:

DSCN6711FauxPas Joker!

… und so bebab es sich, dass Tommy zu ersten und letzten Mal in seinem Leben bei McDonalds frühstückte… und sich gleich ärgerte:
Eigentlich wollte ich einen McMüffel oder wie die heißen essen, also einen Frühstücksburger aus Eiern und Speck, ich war auch right in time, kam um 10:35 an, Frühstück gibt’s bis halb zwölf an Feiertagen, sonst bis halb elf. McDonalds ist ja eigentlich zwei Restaurants, den Kaffee gab’s bei McCafé, den Eggburger am Hauptschalter, ich wollte mit Kreditkarte zahlen, aber das geht erst ab sechs €uro, und bei McCafé hatte ich weniger.
DSCN6724Am Hauptschalter bekam ich dann keinen McMüffel mehr, Frühstück göäbe es nur bis halbe ölfe, belehrte mich die aus Sachsen importierte Tresenhilfskraft. Ich korrigierte sie, verwies auf den Feiertag und musste mir dann blödes verbiebschtes Gemecker anhören, warum es bei McDonalds Herleshausen an Feiertagen nur bis halbe ölfe Frühstück gäben tut obwohl halbe zwölwe dranne stäht was ein Fäählör ist.
Also zurück zum McCafé, kaufte eine Butterbömme und einen Muffin, wieder unter sechs €uro, wieder keine Kreditkartenzahlung möglich…

DSCN6728Ich befand mich in der Tiefprovinz und mir ging das Bargeld aus. Aber es musste weiter gehen, zunächst an der Werra lang, der Werratalradweg ist dort, wo er an der Grenze zwischen Hessen und der DDR verläuft Teil des Iron Curtain Trails der von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer geht, 10.000 imposante Kilometer, und ich bin ein Stück davon gefahren.
DSCN6730Die Werra, früher vom Kalibergbau total verdreckt, ist heute ein halbwegs schönes sauberes Flüsschen, nur die Abraumhalden zeugen noch vom Kalibergbau.
Gemächlich fuhr ich an der Werra lang, mal auf hessicher, mal auf thüringer Seite, durch Orte die Ende 1989 plötzlich Grenzübergänge wurden, ehe ich dem schönen Thüringen bei Dankmarshausen entgültig Lebe Wohl sagte.
DSCN6731Ich fuhr dann noch ein paar Kilometer im Hessischen an der Werra lang, bog dann rechts ab Richtung Bad Hersfeld.
Von nun an ging’s bergab, einmal sogar gefühlte 15 km runter von der Rhön ins Fuldatal, eBiker die überholte drängte ich routinemäßig vom Wege ab. Nach einem Eisbecher und aufladen meiner Bargeldbestände in Bad Hersfeld fuhr ich ein Stück an der Fulda hoch und dann rüber nach Kirchheim, bzw. zum Campingplatz an einem See in der Nähe.

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Kartenmaterial:
© OpenStreetMap und Mitwirkende, CC BY-SA
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Familienbande!

DSCN4164aAm Wochenende zog es mich in die Provinz, ich sollte den Nachwuchs meines jüngsten Bruders segnen!

Diesen Wunsch erfüllte ich natürlich gerne, neben meiner Nichte A. aus der Zucht meines Bruders R. habe ich nun seit gut einer Woche noch einen Neffen M. aus der Produktion von M. und seiner Frau M.

Die 3Ms!

Babys sind schon irgendwie niedlich, so klein und zart, gutschi – gutschi!

DSCN4142Soll ich mich nun als Fortpflanzungsversager fühlen?

Eher nicht, für mich würde Reproduktion in den meisten Fällen ein unzumutbare Verdünnung meiner Gene zur Folge haben, also lieber nicht.

Zudem ist bei den von mir bevorzugten Sexualpraktiken gewollte oder ungewollte Reproduktion recht unwahrscheinlich, so ist das!

IMG_20140719_151238IMG_20140719_152110Den Rest des Wochenendes gammelte ich im Heimatdorf rum, trank mit diesem und jenem Kumpel ein Gläschen und feuerte Bruder R. und Nichte A. beim Dorf-Triathlon an.

Beide haben fast Unmögliches geleistet bei dieser schwülen Affenhitze.

Nicht bis 3 zählen können – Gedanken aus der Provinz!

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Am Wochenende besuchte ich mal wieder meine Familie in der hessischen Tiefprovinz. Dabei fiel mir ein, wie ich dereinst, vor einem knappen halben Jahrhundert, zählen lernte:

DSCN2356Die Welt war noch analog Ende der Sechziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. Mein Vater hatte ein Mädchen aus dem Nachbardorf geheiratet, weil er musste, wegen mir, dem Käferfick.

Da meine Eltern dann immer noch nicht verstanden hatten wie man verhütet, legten sie in dichtem Abstand meine beiden Brüder nach, zum Glück natürlich, sonst gäbe es die beiden nicht.

DSCN2360Und weil meine Mutter so viel mit meinen beiden Brüdern zu tun hatte, holte mich meine Großmutter mütterlicherseits jeden Donnerstag ins Dorf und sonntags kam dann der kinderreiche Rest der Familie zu Kaffee und Kuchen und holte mich für die Tage bis zum darauf folgenden Donnerstag wieder ab.

Mir gefiel das, neben meinen Großeltern wuchs ich die halbe Woche bei Onkel W., Tante H. sowie Cousine J. und Cousin V. auf. Von dieser dualen familiären Prägung zehre ich übrigens noch heute, musste keine teure Familie gründen und kann mich um das Wesentliche, sprich um mein Wesen, kümmern.
Das Doppelleben ging so lange bis ich mit sechs eingeschult wurde (Hochbegabtenfrüheinschulung gab es damals noch nicht).

DSCN2419Ich konnte bei der Einschulung schon bis 26 zählen, denn an der schnurgeraden Straße die in das Dorf mütterlicherseits führt standen 26 Bäume in Reih und Glied, nur auf der linken Seite (hinzuhs links, rückzuhs waren sie immer rechts, komisch), also keine Allee wie in meiner jetzigen Heimat Berlin-Brandenburg üblich, aber immerhin.
Die Bäume zählte ich zweimal pro Woche „…17, 18, 19, Zehnzehn, Elfzehn, Zwölfzehn, 23, 24, 25, 26 -Oma, wir sind gleich da!“ Auch sonst war ich für einen Sechsjährigen hochgebildet, dank meines Mentors Onkel W.
Als ich ihn und Tante L. am Wochenende im Dorf mütterlicherseits besuchte, zählte ich wieder die Bäume: „Eins,“ das war’s, nur noch ein Baum, das muss anscheinend reichen im digitalen Zeitalter, Eins als Baum und Nullen die nicht bis 3 zählen können gibt’s zuhauf in der Ex-Heimat.

Hessische Kreation!

Handkäs mit Musik auf Feldsalatbett mit Brot-Arrangement Olympia.

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Meine Kreation ist eine Variation, in Hessen wird es zumeist ein wenig annersder bereitet.

Zutaten:

  • 200g reifer Handkäse (der in Berlin erhältliche Harzer tut’s auch)
  • 100g Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 kleine Möhre
  • 1 TL Kümmel
  • 2,71 Gramm Majoran
  • 2 EL Rapsöl
  • 2 EL Malzessig
  • 2 Spritzer Worcester Sauce (bitte richtig aussprechen)
  • Salz
  • Pfeffer
  • Eine Hand voll Feldsalat
  • 5 kleine Scheiben Pumpernickel
  • 1 EL  Schmand
  • Kresse zum dekorieren

Zubereitung:

DSCN2012Den Handkäse in Stücke mit maximal 1cm Seitenlänge schneiden.
Für die Musik Zwiebeln, Knoblauch und die Möhre möglichst klein schneiden, mit dem Malzessig, dem Öl vermischen, Majoran und Kümmel dazu, mit Pfeffer, Salz und Worcester Sauce abschmecken.
In einem tiefen Gefäß die Musik mit dem Handkäse vermischen und abgedeckt bei Zimmertemparatur mindestens zwei Tage ruhen lassen.
Den Feldsalat auf der einen Hälfte eines Tellers ausbreiten, die inzwischen lebende Handkäs Masse zum dem Salatbett platzieren, den Schwand daneben und mit Kresse verzieren.
Pumpernickel auf der freien Tellerhälfte richten.

Dann vorm Fernseher bei einem Spiel von Eintracht Frankfurt mit einem Ebbelwoi genießen, egal, wenn se  dann verlieren…

Guten Appetit!

Knotschis!

IMG_0520Sonntag war ich erstmal kein guter Onkel, Nichte A. wollte mit mir in den Klettergartenwald – ich fuhr zwar mit, aber die leichte Form von Kinderlähmung, die ich von der Feierei hatte, hinderten mich daran, in den Bäumen rum zu kraxeln… Von unten guggen war auch ganz nett, allerdings bot die Eventgastronomie des Kletterladens nur alkoholfreies …
… und ich hatte so einen ursten Nachdurst 😦

Die folgenden zwei Vormittage brachte ich das Kind zu Schule, lud sie nachmittags in die Eisdiele und gestern Abend bekochten wir gemeinsam meinen Bruder – Italienisch – Gnocchi mit Salbeibutter und viel Parmesan, anbei Salat und Antipasti. Cool, eine Neunjährige mag Salbei, doch mit der Aussprache haperte es bei der kleinen:
„Knotschis!“
„Nein, das heißt ‚Noggi‘ – mit stimmlosem G und auch als Plural ohne S!“
„Knotschis, meine Mama sagt die heißen Knotschis!“
„Deine Mama hat keine Ahnung…“
„Ich mach uns mal zwei Exbresos,“ mischte sich mein Bruder schlichtend ein.
imageHeute frühs dann der Abschied, ich bekam ein tolles Bild und sie einen Schein; ich bin froh, dass sie inzwischen einen Schein (ein 10er muss es aber sein) zu schätzen weiss, da muss ich keinen Plunder mehr im Spielzeugladen besorgen.
Am Bahnhof meines Heimatortes traf ich noch A., sie war bis 1982 in meiner Klasse und gehörte zu den Coolen damals, jetzt arbeitet sie im Landratsamt und hat eine Mutter-Beimer-Frisur… Ich freue mich auf Berlin!

40Plus!

Es war wie eine Zeitreise, dieses Wochenende in Hessen:

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Die Gäste teilweise 30 Jahre älter als beim letzten mal als ich sie sah, die Musik nicht schlechter und nicht besser aber deutlich leiser als einst. Im Garten suchte sich jeder einen möglichst gemütlichen Stuhl, zum Tanzen waren alle zu alt, glaube ich zumindest, aber vielleicht wollte nur niemand seinen bequemen Sitzplatz aufgeben. Die Gastgeberin hatte, abgesehen von den eh zugegenen Kindern, kein Jungvolk beigemischt (dazu neige ich ja wenn ICH lade – so ein paar Leute -möglichst weiblich- die sich der Lebensmitte noch nähern werten jede 40plus Party zumindest optisch auf) und so saßen gut 1000 Lebensjahre Samstagabend in einem Garten hinterm Haus in Frankfurt am Main.
TROTZDEM, was für eine geile Party! Habe mich prächtig amüsiert mit T., S., T., B., T., M., R. und allen anderen, das Essen reichte, Bier wurde beinahe knapp, sodass die Gastgeberin das Trinkinteresse auf andere Alkoholika zu lenken suchte, es wurde viel gelacht, erzählt (nicht nur aus alten Zeiten)…
Ich strich gegen zwei Uhr die Segel, hatte ja auch schon seit Donnertag mit meiner besten hessischen Freundin B. vor gefeiert, aber andere bewiesen noch mehr Schwäche und lagen früher um…
Gestern früh erwachten dann zehn Verweiler in der Wohnung in Frankfurt Sachsenhausen, der Garten sah verranzt aber nicht zerstört aus, keine Polizei wie früher üblich, keine Glasscherben, lediglich der nächtliche Regen hatte Wohnzimmermöbel, die wir am Vorabend zur Ergänzung der Gartenstühle ins Grüne geschafft hatten, zerstört…
Verkatert lieferte mich S. nach dem Frühstück im Oberhessischen ab…

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