Island schnell erzählt: Geysire, Walpenise, Wasserfälle, Reykjavík …

DSCN5321Der Abschied von Grönland fiel schwer, aber ich hatte ja noch sechs Tage Nachurlaub in Island. Mit der Reisegruppe blieb ich noch einen Tag zusammen. Mit vier der Grönlandpaddler buchte ich gar einen Mietwagen und wir machten den Klassiker rund um Reykjavík, den Golden Circle:

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Gullfoss Wasserfall, Geysir, die ehemalige Thing-Stätte Þingvellir im gleichnamigen Nationalpark (hier stoßen nebenbei bemerkt auch die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte zusammen, man kann also geologisch gesehen auf zwei Kontinenten gleichzeitig stehen) und was sonst noch auf dem Weg liegt, z.B. ein alter Vulkankrater und ein Geothermisches Kraftwerk.

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DSCN5400Ursprünglich hatte ich die Grönland Island Reise mit Paddelkameradin A. geplant, aber Madame fiel vom Gaul und musste stornieren. So war ich, als der Rest der Grönlandpaddler abgereist war, auf mich alleine gestellt. Nicht unbedingt ein Problem für mich, ich bin gerne alleine, aber isländische Preise sind deutsche Preise mal 2, so kostet ein Mietwagen mal locker 100 Ocken am Tag ohne Benzin, einfach mal einfach Essengehen geht ab 30€ los. Zumindest was den Mietwagen betrifft, fiel die finazielle Synergie des zu zweit Reisens weg.

DSCN5609Da auch das Wetter schlechter wurde, es ab und an regnete, richtete ich mein Basislager auf dem Campingplatz Reykjavík ein, hier konnte ich die hervorragende Infrastruktur nutzen und im benachbarten Schwimmbad in heißen Becken relaxen. Ich machte noch eine Tagestour auf die Halbinsel Snæfellsnes nordwestlich von Reykjavík:

DSCN5481 DSCN5419 DSCN5425 DSCN5411   Reykjavík hat auch was, zum Beispiel ein Penis-Museum, der Pottwal hat den größten, aber nicht unbedingt den schönsten. DSCN5528 DSCN5524

DSCN5519Ich unternahm noch allerhand in Reykjavík, geriet zufällig in die Culture Night, allerhand gute Bands auf Open Air Bühnen in der Stadt und ein brillantes Feuerwerk. Auch eine Stammkneipe hatte ich, hier gab’s nen halben Liter zwischen 17 und 21 Uhr für umgerechnet 3,50€, einmal war ich erst um 17:15 Uhr dort weil ich nicht verlaufen hatte.

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Zuletzt mache ich noch einen Tagestrip in den Süden Islands: Wasserfälle, schöne Küste und die Kante eines Gletschers. DSCN5542 DSCN5572 DSCN5592Ganz schön dieses Island, aber nach Grönland empfand ich die eher als was für Mädchen. Der nächste Urlaub kommt bestimmt!

Grönland: Eiskanten in Nagtivit!

DSCN5178Mehr 80 % Grönlands sind vom Inlandeis bedeckt, da würde sich jeder hessische Streussalz-Fetischist den Arsch wund freuen.

Am letzten kompletten Grönlandtag stand nicht mehr Kajak an, es war der Fakultativtag, man konnte machen was man wollte, ich entschied mich mit zwei Mitreisenden zu einer Fahrt nach Nagtivit zum Inlandeis.

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Imposante Eindrücke, die Bilder können aber die Dimension leider nur bedingt wiedergeben.

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Und auch die Eisberge die wir sahen, zumeist junge große frisch gekalbte, hatten eine beieinruckende Ästhetik:

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Ein schöner Ausklang…

Nagtivit

 

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Grönland: Zwei Tage in Pupik!

Pupik sollte unser letztes Außencamp sein, auch die schönste Tour geht einmal vorbei, aber es standen uns noch zwei Tage in Pupik bevor.

DSCN4990Am Sonntag machten wir, bei herrlichem Sonntagswetter, eine kleine Ausfahrt unter Land Richtung Süden.
Wir kamen an der alten Siedlung Akerneraaq vorbei, heute ist in das alte Erdhaus, in dem einer unserer Inuit Bootsfahrer vor nicht allzu langer Zeit geboren wurde, eine Jagdhütte gebaut.

Unser Ziel, die Insel Ukiverajik, bietet auch  noch ein paar verlassene Erdhäuser, noch sehr gut zu erkennen. Gegenüber Ukiverajik ist ein sehr schöner Sandstrand.

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Ich nutze die Gelegenheit für ein Bad in der Sonne und im Meer.

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Tags drauf machten wir ein Wanderung auf der Ammassalik Insel südlich unseres Camps in Pupik, herrlich Blicke auf die Berge und in die Fjorde.

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Abends holten uns Boote ab, es ging zurück ins Basislager nach Tasiilaq.

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Grönland: Von Westen nach Osten!

DSCN4925Und wieder stand die Querung des Sermilik Fjords an, diesmal logischerweise von Westen nach Osten. Die Buchten im Peterson Fjord sind vom Wasser aus recht unübersichtlich, so erklomm ich den Hausberg und signalisierte dem Sicherungsboot den Weg, es holte das Gepäck ab und los ging es.

Peterson_PupikDiesmal war es absolut windlos, bei spiegelglattem Wasser näherten wir uns zunächst dem Südende des Petersen Fjords ehe wir schließlich den Sermilik Fjord, dessen Anblick diesmal von größeren Eisbergen bestimmt war, und querten an einer relativ schmalen Stelle.

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Eine herrliche Überfahrt, in sicherem Abstand vorbei an riesigen Eisformationen.

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DSCN4953Unser Ziel hieß Pupik, eine alte Inuit Siedlung mit zwei Buchten, eine am offenen Fjord gen Westen, die andere geschützt nach Osten, gut nachvollziehbar, warum dieser Platz als Siedlungsort ausgewählt wurde, nicht nur wegen des herrlichen Sonnenuntergangs.

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Danke an meinen Mitreisenden H.-O. H. für die Bilder.

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Grönland: Im und über dem Johan Petersen Fjord!

DSCN4826Der eigentliche Plan war, mit kleinem Übernachtungsgepäck in den nördlich von Stoklund Fjord gelegenen Hundefjord zu fahren, dort zu übernachten und am Tag darauf eine Wanderung hoch zum Inlandeis zu machen, wieder übernachten und dann wieder zum Hauptcamp.

Doch es gab eine Piteraq-Warnung,  der Piteraq ist ein trockener polarer Sturm mit Windgeschwindigkeiten bis zu 300 km/h, nichts wirklich gemütliches wenn wann auf dem Wasser ist oder in den Bergen wandern.

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So blieben wir im Camp am Stoklund Fjord und machten eine gemütliche Tour in den westlich gelegenen Johan Petersen Fjord, immer in der Lage, wenn Freund Piteraq aufkommt schnell vom Wasser zurück ins Camp zu gehen. Doch Sturmwarnungen in Grönland stimmen nur zu 49%, wir hatten 52% super Sonnenwetter, im Petersen Fjord war viel Kleineis das in der Sonne taute, es hörte sich an, als würden tausende kleiner Glocken klingeln (blöd beschrieben, aber man muss es hören…).

DSCN4809Zudem hatten wir spektakuläre Blicke auf den Brückner Gletscher des Inlandeises der in der Petersen Fjord kalbt und auf die Berggipfel auf der Ammassilik Insel 13 Kilometer östlich von uns.

 

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DSCN4913Tags drauf verlegten wir dann unser Lager in eine Bucht auf  der Oertartivatslaq Insel im nordöstlichen Petersen Fjord.
Von Osten wehte uns aus dem Sermilik Fjord ein heftiger Wind entgegen, sodass wir froh waren, die Zielbucht zu erreichen.
Nachdem wir die Zelte aufgebaut hatten machten wir eine kleine Wanderung auf den Hausberg – herrliche Ausblicke über den Fjord!

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Abends wurde es dann auch in der Bucht ziemlich ungemütlich, der Wind wurde stärker, obwohl die Sonne schien war es eiskalt, wir gingen alle um halb neun in die Zelte…

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Grönland: Von Osten nach Westen!

DSCN4752Einmal quer durch den Sermilik Fjord stand auf dem Programm.
Nicht nur weil Wind angesagt war, sondern generell bei Fahrten die nicht unter Land waren, begleitete uns ein Boot um uns im Notfall Hilfe zu leisten, außerdem musste das Gepäck ja auch von Ost nach West gebracht werden.

Tiniteqilaq_ Stoklund FjordEs ging dann zehn Kilometer über den offenen Fjord, der Wind kam von Süden und entfaltete seine ganze Wucht sowie wir nicht mehr im Schutz der südlich von Tiniteqilaq gelegenen Halbinsel waren.

Es war dann auch ganz knackig auf dem Wasser, knapp ein Meter Dünung und gut Wind von links – eigentlich kein Problem für mich!

DSCN4763Doch ich hatte mir irgendwie den linken Arm gezerrt, somit forderte mich die Tour doch ein wenig und ich war froh als wir auf eine der kleineren Inseln im westlichen Sermilik Mittagspause machten, ein malerischer Ort!

Es war Flut, so konnten wir den Weg zu unserem Ziel, dem Stoklund Fjord, über einen kleinen Sund, gerade tief genug für unsere Kajaks, schnell erreichen.

 

DSCN4762Unser Schutz- und Gepäckboot umfuhr den Sund nördlich und nachdem wir ausgeladen hatten, bauten wir unser Camp in einer wunderschönen Bucht im westlichen Stoklund Fjord auf. Echt was fürs Auge …

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… und Wolkenformationen, die es nur dort gibt:DSCN4783

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Grönland: Endlich Eisberge!

DSCN4605Die Eisbären gingen ihren Weg, sie gingen weg, aber in die Richtung, wo wir nach ursprünglicher Tourplanung unser erstes Außencamp machen wollten.
Doch wir konnten umplanen, Tiniteqilaq hieß das neue Außencamp, an einer kleinen Siedlung gelegen, die dortigen Jäger boten einen zusätzlich Schutz, falls doch ein Bär vorbei schaut.

Das Video ist leider ohne Ton, denn die Kommentare meiner Mitreisenden zu den Eisbergen möchte ich meinen Lesern nicht zumuten. „Oh, boah, guckma, ein Eisberg!“…

Tasiilaq TiniteqilaqSo luden wir, nachdem wir einen Tag in Tasilaaq festgesessen hatten, Gepäck und Kajaks auf die bewährten Schnellboote und fuhren südlich um die Ammassalik Insel durchs Polarmeer zum Sermilik Fjord.

Hier kalben die Gletscher was das Zeug hält, Eisberge satt.

Nach gut einer Stunde erreichten wir Tiniteqilaq, dort bauten wir am Ortsrand unser erstes Außenlager auf, Blick auf den Fjord, Eisberge, überall Eisberge.

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In der Siedlung leben etwa 100 Menschen, es gibt eine Schule, den Hubschrauberlandeplatz, ein komunales Servicehaus, einen Laden in dem ich Bier kaufen konnte, einen riesigen Trinkwassertank aus dem die Einwohner ihr Wasser zapfen, aber keine Autos, die Leute haben Boote und Hunde-, bzw. Motorschlitten.

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DSCN4691Nicht nur die Nacht war laut, ein ständiges Grollen wenn mal wieder ein mehr oder weniger großes Stück eines Eisbergs abbricht, sich der Koloss dann dreht, minutenlang nachpendelt bis er sein neues Gleichgewicht gefunden hat. Es hört sich so an, die älteren Leser werden sich erinnern, als würde irgendwo in der näheren Ferne wie im letzten Krieg eine deutsche Stadt bombardiert.

DSCN4716Am Tag darauf machten wir eine erste Kajakfahrt im Eis. Bekamen erklärt, dass Eis nicht gleich Eis ist, dass Eisberge nicht gleich Eisberge sind.
Im Sermilik Fjord ist im August nur Gletschereis, also Süßwassereis; das salzige Wintereis vom zugefrorenen Fjord ist getaut, Scholleneis, also Abbrüche vom Nordpoleis ist nur im offenen Polarmeer zu finden, ohne es zu wissen, hatten wir tags zuvor eine riesige Polareisscholle passiert.

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Graues Eis enthält viele Sedimente vom Gletscher, klares Eis heißt wenn es sehr hart gefroren ist Schwarzeis, ist vom Boot aus schwer zu sehen und somit eine Gefahr für schnell fahrende Motorboote. Blaues Eis ist extrem brüchig, man darf sich ihm nicht zu sehr nähern, wenn der Eisberg auseinander bricht wird es ungemütlich.

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DSCN4730Wir drehten eine große Runde nördlich von Tiniteqilaaq, machten eine längere Rast auf einer kleinen Insel, das herrliche Sonnenwetter, dass wir bisher in Grönland bisher immer hatten, lud dazu ein.

Ich bin ja schon viel Seekajak gefahren, aber im Eis, das hat schon was…

 

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