Ich – Pawlow! – Teil 2 wir es wohl nicht geben :-(

Eine kleine Anekdote aus der Zeit um die 2011er Berlin Wahl!

Irgendwie hatte ich mich an das Doppelgängerleben gewöhnt. Leider wird es wohl es keine Wiederauflage geben 😦

So eine Vorahnung hatte ich schon im Berliner Wahlkampf, aber so richtig los ging’s erst am Abend der Berliner Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2011:

Meine Cousine P. rief mich mich begeistert an, ihr Mann A. habe mich im Fernsehen gesehen, als Mitglied der Fraktion der frisch ins Parlament gewählten Piraten. Ich musste sie enttäuschen, ich hatte die Piraten zwar gewählt, aber nicht selbst kandidiert.
Wie gesagt, so eine gewisse Ähnlichkeit zwischen mir und Pavel Mayer fiel mir schon Wahlkampf auf, der gute Pavel kandidierte auch direkt in meinem Wahlkreis Pankow, zog aber mit den gut 10% der Stimmen die er im Bezirk holte natürlich nicht als Direktkandidat, sondern über die Landesliste seiner Partei ins Abgeordnetenhaus ein.

Seitdem bin ich Doppelgänger, werde schon mal dann und wann angesprochen wie’s den so läuft im Abgeordnetenhaus, ich lasse die Leute in ihrem Glauben, gebe mich nicht als Tommy zu erkennen, mache mir beim Autogramme geben aber den Spass, Sätze wie „Für meine Wählerin mit den dicksten Titten – Dein Pawlow“ oder „Danke für das nervige Gespräch, der Pawlow!“ zu schreiben.
Ich alter Hund unterschreibe mit Pawlow, denn eigentlich ist mir Pavel ja nicht unsympathisch und ich möchte ihm nicht wirklich schaden.
Gestern wurde ich sogar interviewt als ich aus dem Supermarkt kam, ein Radiosender, ich musste improvisieren, sagte was zur Vorratsdatenspeicherung, dass ich da voll dafür sei weil wer sich nichts zu Schulden kommen lässt auch nichts zu befürchten hat; zudem können man die Datenspeicherung verhindern indem man zwei Meter dünnen Kupferdraht um das W-LAN-Kabel wickelt. Mist dachte ich hinterher, eigentlich ist mir Pavel ja nicht unsympathisch und ich möchte ihm nicht wirklich schaden, aber gesagt ist gesagt!

Ungerecht finde ich die Situation trotzdem, politisch habe ich mindestens so viel drauf wie Pavel, mich aber 1990 aus der Tagespolitik zurückgezogen. Meine damaligen Mitstreiter die dabei blieben sind, sind heute Abgeordnete in hessischen Provinzparlamenten, die allerdümmste von uns hat es sogar zur Oberbürgermeisterin in Gießen geschafft, naja, ein anderer strebt ganz noch oben im Hessenland…


Ich war aber nicht bereit meine Seele zu verkaufen, ziehe einen epikureischen Lebensstil vor!

Und! – Ich wurde schon mal im Spiegel interviewt, das kann Pavel nicht vorweisen, also eigentlich ist er mein Doppelgänger, eindeutig!
Anders würde es aussehen, wenn Pavel richtig durchstartet bei den Piraten, dann könnte ich ihn doubeln bei gefährlichen Auftritten in der Öffentlichkeit, mich statt seiner erschiessen lassen, man kennt das ja aus diversen Hollywoodfilmen.

Doch  bis dahin kämpfen wir an verschiedenen Fronten, ich als der führende Gentrificationforscher mit offenen Augen und Ohren in Prenzlauer Berg, er in Parlament und Piratenpartei, ich beneide ihn nicht.

Doch als letzten Sonntag Morgen das Telefon klingelte, träumte ich es wäre Pavel:
„Hey Tommy, ist so schönes Wetter heute, willst Du nicht für mich zur Wahl des Bundespräsidenten gehen? Ich hatte eine harte Woche und würde gerne mit meiner Familie raus ins Grüne fahren.“
„Klar Alter-Ego, kann ich schon mal machen, ich werde aber  Beate Klarsfeld wählen!“
„Das passt doch, wollte ich auch, dann komm rum, ich geb Dir meinen Ausweis und die Einladung.“
„Mach ich, bis gleich!“ 

Den ersten Entwurf dieses Blogartikels hatte ich schon länger in der Pipe, schon seit dem Wahlabend, der erste Entwurf hieß Das Doppelte Lottchen, aber ich möchte nicht, dass Leute mit diesem Namen glauben, ich würde sie in meinem Blog verwursten.

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Kriminelles Element!

Der längste Tag des Jahres, WM, CSD und natürlich Fête de la Musique.

Die WM schaute ich Abends, der CSD ist mir Wurst, aber bei der Fête de la Musique spielte meine deutschsprachige Lieblingsband.
In ihren Texten drücken sie Gefühle aus, die jeder der Liebe fähige Geistesmensch schon mal hatte:

DSCN3974„Ich warte am Bahndamm
Zwischen den Gleisen
Bis entweder ein Zug kommt
Oder ein Zeichen von dir
Ob das Erpressung ist
Ist mir doch egal
Du wirst geliebt
Du hast die Wahl“

Element of Crime!

DSCN3960Sie spielten beim Kuchenkaiser in Kreuzberg. Seit mehr als 20 Jahren besuche ich regelmäßig ihre Konzerte, bei der Fête de la Musique sah ich sie schon zum dritten Mal.
Schlimm waren heute diverse Gentrificaton-Eltern, die statt mit ihrer lästigen Brut zu Hause zu bleiben, sie auf Schulten trugen und anderen Zuschauern, vor allem mir, die Sicht nahmen. Sollen sie doch CSD guggen oder mit dem Nachwuchs zu den Großeltern fahren und die Fête de la Musique in Stuttgart besuchen, aber doa isch ja kaane…

Und jeder, wirklich jeder kennt eine Michaela …

Feuerkult!

DSCN2498DSCN2494Zum samstäglichen Osterfeuer besuchte ich meine besten guten Freunde, das ältliche Ehepaar P.
Als Ungläubiger kann ich mit Osterfeuern durchaus leben, da es zumindest teilweise heidnische Ursprünge hat.
DSCN2500Die P.s ziehen gerade von Berlin-Mitte gen Strausberg, sie sind Gentrification-Flüchtlinge, ziehen jetzt in ein Flüchtlingswohnheim für zwei Personen mit Garten und Pool, so lässt sich’s leben. Das eigentliche Feuer war dann eher bescheiden, wir suchten einen Grund zum Bier trinken.

DSCN2507DSCN2506Hinz- wie rückszus radelte ich die knappen 40 Kilometer. Von Berlin in die kleine Kreisstadt östlich von Berlin, über Hohenschönhausen und Falkenberg raus aus der Stadt nach Ahrensfelde, dann weiter vorbei an blühenden Rapsfleldern über Mehrow ins malerische Altlandsberg, von dort sind es nochmal gute 10 Kilometer bis Strausberg und zurück andersrum.

 

Sonntagnachmittag!

DSCN2268Nach fast einem Vierteljahrhundert als Entwicklungshilfe-Mentor* in der ehemaligen DDR, Subterritorium Prenzlauer Berg, macht man gerne mal nen Vorher-Nachher-Vergleich, hierfür gibt es DDR Museen.
Sonntagnachmittag war ich mit meiner besten thüringerischen Freundin J. unterwegs, erst Kaffee und Kuchen bei Lieschen Müller, dann ins besagte DDR Museum in der Kulturbrauerei.
Hier findet man allerhand Wahres wie Trabi-Dachwohnungen, Angela Merkel in Latzhose, Fleisch war teuer und so weiter.

DSCN2272Hinterher besuchten wir gemeinsame Freunde in der Raumerstraße und schauten Eintracht im Pub, da möchte ich aber nicht rüber reden, nein wirklich nicht.

DSCN2276Den Abschluss des Sonntagnachmittags der zum Abend wurde bildete ein Besuch beim Spanier, Tapas satt!
Vorher versuchten wir noch Holländer, wo auf dem Radweg liefen, zu überfahren.

So war das, ein schöner Sonntag, J. zahlte alles, denn es war ihr Geburtstagsgeschenk an mich!
Tja, so war das!

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*natürlich unter dem Motto „Hilfe zu Selbsthilfe“ und nicht „Neoliberal-Gentrification-mäßig“ wie es die südwestdeutschen usurpatorsichen Imperialisten praktizieren.

Urban Outdoor Equipment: Es grünt so grün!

Foto am 15.03.14 um 15.23 #2Ab und kaufe ich im Schwarzen Netto ein.
Diese doch eher etwas bodenständige Discounterkette führt nur das Nötigste, das Produktportfolio ist auf einkommensschwache, bildungsferne Menschen zugeschnitten:
Kein Kaviar, kein Rinderfilet, mehr haltbares als frisches, Obst und Gemüse nur das, was es schon zu DDR Zeiten jederzeit gab, Jagdwurst statt Serrano, Mozzarella nicht vom Büffel, auch keine Trüffel, Bioprodukte sind die Ausnahme -hab‘ da bisher nur Biomilch gesehen.
Foto am 15.03.14 um 15.23Die immer weniger werdenden Bezirks-Assis kaufen hier Billigbier, Schnaps und ein paar Kohlenhydrate in fester Form um nicht komplett der Trinker-Diarrhöe zu fröhnen. Am Wochenende, wenn andernorts die Gentrification-Familien Großeinkauf machen, gehe ich, wenn ich nicht unbedingt Feinkost brauch, gerne zum Schwarzen Netto, hier ist es samstags genau so voll oder nicht voll wie sonst, der Alki holt halt jeden Tag Nachschub und ich kaufe dann in aller Ruhe meine Milch, meine Tomaten, meine Käse und heute gab’s:

Anglerbedarf!

IMG_20140315_141747Bekanntlich bin ich kein Angler, aber einen grünen Mückenschutzhut kann man auch dann und wann in der Stadt gebrauchen und (leider ebenfalls grüne) Neoprenhandschuhe gibt es selten für ’nen so schmalen Taler, ein Zweiersatz Camouflage-Unterhosen rundeten meinen Kauf ab!

Alles ist aus dänischer Produktion, also kein Totalramsch –Ich bin zufrieden!

Urban Outdoor Equipment: Der Weihnachtsmarktstiefel!

DSCN1688In Prenzlauer Berg ist man es ja gewohnt: Jeder Depp trägt Snack Wulfskind Sachen, unnötigerweise zumeist, aber der Gentrification-Mensch legt Wert auf eine gewisse Uniformität. Ich habe auch so Sachen dieses Herstellers, Prenzberger Tracht so zu sagen, doch ich kaufe nichts mehr nach, so ist das!

Wie aber jeder weiss, bin ich Draußen Zuhause, nicht nur im Urlaub, auch im Alltag! Da macht es durchaus Sinn, geeignete Kleidung parat zu haben:

CIMG4158In den vergangenen Jahren habe ich mir auf dem Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei, wenn ich mit Gerontus  am finnischen Glühweinstand stand, zwar nicht den Arsch aber regelmäßig die Füße abgefroren. Damit ist jetzt Schluss, ich habe mir echte Winterstiefel zugelegt, vom Marktführer für Outdoorschuhwerk, ein wasserfester (also kann man schon mal Glühwein drüber schütten), warmer und für 100 Ocken nicht allzu teurer qualitativ hochwerter Botten, der Clou:

DSCN1693Das Futter ist ein Hüttenschuh, genial!

Jetzt muss es nur noch eiskalt werden, ich lerne auf dem Weihnachtsmarkt eine Maid kennen und die nimmt mich mit in ihre Hütte…

Selbstläufer!

250813-1430Nun sind sie weg, Bruder samt Schwägerin!

Sie haben sich gut benommen, besser als bei ihrem letzten Besuch 2011, naja, sagen wir mal gleich gut.

Zunächst befürchtete ich, dass der gestrige Sonntag in Sozialstress ausarten würden, zu Unrecht, das Wetter war schön, unsere Laune trotz eines mäßigen Katers vom Vorabend gut und in Prenzlauer Berg war ordentlich was los.

Bruder M. und ich schlenderten zunächst gen Mauerpark zum Knaakfest, ok, zu der Zeit als wir da waren wurde Live-Karaoke* zelebriert, der gleiche Mist wie sonst Sonntags im Mauerpark, nur dass jetzt eine 250813-1548Band statt Konservenmusik den untalentierten Barden half für vier Minuten ein Star zu sein. Angeekelt wandten wir uns von diesem Pöbelereigeignis ab.
Der Mauerparkflohmarkt war auch nicht viel besser, alle gucken –  keiner kauft was, es gibt ja auch nur Mist den keiner braucht.
Dann wurde es doch noch ganz nett, CastingCarrée-Festival in der Oderberger und der Kastanienallee, das Fest ist aus den Protesten gegen den barrierefreien Umbau der Kastanienalleecatwalks entstanden.
250813-1544Eine schöne Party, Musik, Stände, ich uß äthiopischen Pamps aus Linsen, Lamm und Sauerbrot, eine gute Grundlage für’s erste Bier. Doch vor dem ersten alkoholischen Liquidum gingen wir noch ins alte Stadtbad in der Oderberger, eine Schande, dass man in diesem schönen Jugenstilkunstwerk nicht mehr schwimmen kann, immerhin hat das Schwimmbecken jetzt einen Parkettboden auf dem die Gentrificationkinder toben können, toll, ein Schwimmbecken mit Parkettboden, das gibt’s nur hier.
250813-1827Dann  ließen uns in der ZaZaBar nieder, schauten Festbesucher und Eintracht Braunschweig gegen Eintracht Frankfurt, endlich ein Ligasieg, die beste Eintracht ist nun mal die aus Frankfurt.
Schwägerin M. stieß pünktlich zum Beginn der Happy Hour zu uns, die Moskitos sind gut und im zweiten Bundesligaspiel des Tages zeigte Augsburg  den Stuttgartern wer die Nummer eins im Schwabenland ist, einige in der Bar weinten bitterlich…

So war das in der Kastanienallee, wer auf diesen Satz hier klickt, der bekommt ein schönes Lied über die Kastanienallee zu hören, geht halt nur mit klicken, nix Youtube und so… 

Heute dann noch ein gemeinsames Frühstück und jetzt ist die Familie weiter gen Ostsee gefahren:
Endlich kann ich wieder in der Unterhose durch meine Wohnung laufen und mich am …

*Karaoke ist, sind wir mal ehrlich, neben Autofahren, Krieg und Analverkehr eine Weltuntergangstechnologie, deshalb meide ich so einen Mist!