Loses Sammelsurium von Witzchen, die ich vor mehr als 20 Jahren gegebenenfalls lustig gefunden hätte!

dscn0084Vor mehr als 20 Jahren fuhr ich mal mit der Mitfahrzentrale von Berlin nach Köln.
Wie das halt so ist und war bei so langen Fahrten, man spricht miteinander obwohl man sich nichts zu sagen hat; erzählt Dinge von sich, Anekdoten, Wetter und wo man eigentlich herkommt, denn in Berlin kommt ja kaum einer wirklich aus Berlin. Als ich mich als Hesse geoutet hatte, musste ich mir vom Fahrer folgenden Satz anhören:
„Hessen? Das sind doch die, die auf Partys immer Badesalz-Kassetten mitbringen!“
Die anderen Mitfahrer lachten hämisch. Bei der nächsten Pause beendete ich die Mitfahrt mit dieser Pissertruppe und trampte weiter nach Köln. Vorher, während meine Ex-Mitreisenden noch auf dem Lokus waren, stach ich alle vier Reifen des alten Passats platt und urinierte in die Lüftungsschlitze der Schrottkarre. So war dass, soll mir nur keiner behaupten ich sei ein Menschenfreund!

bildschirmfoto-2016-11-20-um-16-17-44Kommen wir zur Gegenwart. Meine beste hessische Freundin B. war über’s WE zu Besuch, ich probiere immer ein guter Gastgeber zu sein und schlug Vorfeld was Kulturelles vor. Ich rannte offene Türen ein und erfuhr zunächst Vertrauen was die Auswahl des Programmes betraf.
bildschirmfoto-2016-11-20-um-16-18-21Doch keine 24 Stunden später wurde ich was die Auswahl des Programmes betraf sanft in die von B. bevorzugte Richtung gewiesen, schließlich ließ ich mit auf die hessische Variante ein. Hessen? Das sind doch die, die auf Partys immer Badesalz-Kassetten mitbringen!

img_1825dscn0077Besorgt war ich zunächst nicht, dachte ich doch, das sich das Hessenduo in den letzten 20 Jahren weiter entwickelt hätte, sogar Didi Hallervorden hat sich seit Nonstop-Nonsens weiter entwickelt. Dann der Auftritt – eine gute Stunde, Zugaben wurden zum Glück keine gefordert. dscn0072Der Titel des Programms war nur loser Kitt der die Witzchen nicht wirklich zusammen hielt.

 

Höhepunkte des Abends waren die Biere davor und danach.unknown-3

Buchholz: Alte Schule!

DSCN8026Kabarettisten?

Heute gibt es meist nur noch Comedians, viele sind schon ein wenig politisch, böse sind viele und bis auf Mario Barth sind eigentlich auch alle lustig.
Aber leider sterben die politischen Kabarettisten langsam aus, nicht nur biologisch wie Hübsch und Hildebrandt, auch inhaltlich – das amerikanische Format Comedian be-/verdrängt die einheimische Kultur des linken politische Kabaretts.

IMG_1518Einer der sich nicht verbiegen lässt ist Martin Buchholz, der Weddinger, auch schon in den 70ern, steht ganz weit links, früher war das normal, heute meist zu scharf für’s Fernsehen. Buchholz trinkt immer sein Bier im Jonas auf der Roten Insel in Schöneberg, passt doch, eine Kneipe die ich oft besuchte als ich noch da in der Ecke arbeitete. Ich erinnere mich an einen Aufritt von Buchholz als das Jonas irgendein Jubiläum feierte.
Gestern trat Buchholz bei den Wühlmäusen am Theo auf, gemeinsam mit meiner besten aus Hessen stammenden alt-stralauer Freundin A. fuhr ich hin. Fühlte ich mich am Tag zuvor im Konzerthaus mit Hose und Hemd noch ein wenig underdressed, so kam ich mir zwischen den Schultheissberlinern gestern Abend elitär-vornehm vor, Strickpullover und Pailettenblusen, aber egal, wir waren ja wegen Buchholz da und er der trug wie immer und wie ich dunkle Hose und schwarzes Hemd.

DSCN8029Das Program war solide, sarkastisch, links und bissig, brilliant ging der ehemalige Journalist mit der Sprache um, manchmal blieb uns das Lachen im Halse stecken.

Ein Abend der es wert war!

Mathias R. und Schwester C.!

IMG_1104DSCN5723Ich erinnere mich verschwommen an die ersten Fernsehauftritte von Mathias Richling in den 80ern, es muss bei Hildebrandt gewesen sein. Richling war jung, fiel angehnem auf zwischen den von mir geschätzten Urgesteinen des politischen Kabaretts.
Diese Woche sah ich ihn erstmals live, bei den Wühlmäusen, gemeinsam mit meiner besten niederschönhausener Freundin I.
Inzwischen gehört er zu den Urgesteinen, ist aber immer noch sehenswert.

IMG_1103DSCN5727Tags drauf war ich mit meiner besten thüringerischen Freundin J. im BKA Theater. Schwester Cordula, eine Frau die aus Groschenromanen liest, das dann sehr übersteigert vorträgt, sehr theatralisch. Eigentlich eine gute Idee, aber das ganze ist leider nicht lange zu ertragen – aus diesem Grund nutzen wir die Pause – Standortwechsel – Zyankali Bar, die neue in der Gneisenaustrasse, die alte in der Großbeerenstrasse fand ich besser. Aber man kann kabellos bezahlen, ein Vorteil:

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Entertainment wie auf einem billigeren Kreuzfahrtschiff!

„Der Blaue Montag“

2014_022DSCN3358DSCN3350Klang erstmal interessant, war es unterm Strich auch, am Montag bei den Wühlmäusen.
Ein buntes Potpourri dessen was Kleinkunst so bietet:
Burlesk, akrobatisch, komisch, musikalisch und zaubernd, aber nicht verzaubernd – durch das Programm führte Arnulf Rating.

Die meist relativ unbekannten Künstler gaben sich Mühe, der „Kaktuschor“ war unerträglich.

Doch es gab auch Höhepunkte, da stimmte mir auch meine Lieblingsaushilfe J., die mich begleitete, zu:
Ursus & Nadeschkin, schweizer Sprachakrobatik und der Jongleur Martin Mall waren echt sehenswert.

 

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Öffentliche Generalprobe mit kalter Wurst!

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DSCN0345Nun habe ich sie alle durch, die traditionellen Kabarettbühnen Berlins: Die Wühlmäuse, die Radieschen, den Dackelrennverein, die Distel (sogar schon 1992, als der Ostberliner Frischbundesbürger noch im Takt applaudierte, seitdem leider nicht mehr) und gestern war ich zum ersten Mal bei den Stachelschweinen im Europa Center. Ich hatte als renovierter Kulturblogger Ehrenkarten zur Vorpremiere, altdeutsch öffentliche Generalprobe, für das künftige Programm Kabarett & Currywurst bekommen.

IMG_0581Gemeinsam mit meiner besten thüringerischen Freundin J. trat ich im Europa Center an.

Ein seltsames Gebäude, heute hässlich wirkende fragwürdige 70er Jahre Moderne, die für das alte Westberlin jenseits von Kreuzberg steht.

DSCN0346In den Wühmäußen merkt man davon nichts, eigentlich ganz ok, das Interieure…

Das Publikum im Schnitt Mitte 50, Westberliner untere Mittelschicht, anständige Leute, aber ein paar pensionierte Lehrer sicher auch.

DSCN0348Das Programm war eigentlich ganz schön, Berliner Humor, Szenario vor einer Currywurstbude, lokale Charaktere und ein böser Schwabe der aber einen sympathischen Kern hat.

Ich kann sowas nicht zwei Stunden ertragen, aber für die gut 60 Minuten, die das Programm dauerte, war es gut.
Ich würde nicht für mich selbst hingehen, doch mit dem alten Onkel H. gemeinsam, nachdem man ihr sich eine Karte zum 78. Geburtstag geschenkt hat, ja dass passt schon.

Nach der Vorstellung musste jeder Gast, auch die Vegetarier, eine Currywurst essen und die war EISKALT!
Hinterher wärmten wir uns noch mit kühlem Bier im Irish Pub um die Ecke.

Für die Füße und mit den Füßen!

IMG_0477Gestern trat der zu recht unter Intellektuellen weitgehend unbekannte Comedian, Kabarettist oder was auch immer Thomas Fröschle bei den Wühlmäusen auf. Aber warum trat er dort auf und nicht in Altersheimen, bei Seniorenkreuzfahrten oder bei Beerdigungen?
IMG_04762012_137Er bot Gags aus dem Keller, den einen oder anderen hatte ich schon seit Jahren nicht gehört. Der Höhepunkt der Show war ein pöbelnder Gast im Publikum. Offensichtlich ist Fröschle doch nicht so unbekannt, nur so lässt sich erklären, dass die Spielstätte nur zu einem Drittel ausverkauft war, vermutlich die meisten davon Freikarteninhaber wie wir.
Zum Glück hatte sein Programm eine Pause in der E. und ich flüchten konnten. Kultur für die Füße – Um uns zu trösten tranken wir noch einen Absacker am Prenzlauer Berg…

Nicht für die Füße sondern mit den Füßen war heute Abend der grandiose Sieg von Eintracht Frankfurt gegen den aserbaitschanischen Rekordmeister Qarabag!
Die Gruppenphase der Europa League ist erreicht!

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