Kultur mittig, schräg und blutig, Shakespeare und eine Irin!

Nachdem ich die Woche ziemlich rumkränkelte, der Dauerregen macht es auch nicht besser, kehrte ich zum Wochenende ins kulturelle Leben zurück, zwei Mal in Berlin Mitte:

Camille O’Sullivan sagte mir wenig, ich hörte mal in den einen oder anderen Titel rein, anstrengend, Wikipedia beschreibt sie als als intensiv dramatische Interpretin von Liedern aus der Weimarer Republik sowie von Edith Piaf, Jacques Brel, Nick Cave, Tom Waits, David Bowie, klingt bedrohlich aber interessant, mit meiner besten thüringerischen Freundin J. ging ich hin.

Fantastisch was die Irin da bot, nicht unanstrengend, aber fesselnd, auf Spotify konnte ich mich nicht mit ihr anfreunden, aber Live? – mein Tipp: Hingehen!

Samstag war J. für das Programm zuständig, die Wahl war brillant:

Monbijou Theater!

Die dachlose Spielstätte, sonst eher für Sommerkomödie bekannt, wartete mit Shakespeares Macbeth auf – Hexen, Intrigen, Blut, Dreck, Spannung, Krieg, Mord – nichts für schwache Nerven. Die Bühne ein Sandkasten unter freiem Himmel im hölzernen Amphitheater an der Spree, eine beindruckende Inszenierung von Schillers Übersetzung des Werkes, komprimiert in einem Akt – mein Tipp: Hingehen!

Und heute? Handy auf leise, Haustürklingel aus, Balkontag!

 

Komm‘ Bambino, wir geh’n in’s Pornokino!

img_20161017_184452Der Protagonist Michael ist ungefähr mein Jahrgang, findet mit 11 Jahren die Pornovideokassettensammlung seines Vaters und wird pornosüchtig.

Damals die Ausnahme, heute hat fast jedes Kind schon alles gesehen ehe es den ersten Selbstsex hat, der Protagonist belauschte am Hermannplatz zwei neunjährige:

-„Ich habe gesehen, wie unsere Nachbarn auf der Veranda Aalverkehr hatten!“
-„Was ist eine Veranda?“

img_20161017_185857Aber damals, als Helmut Schmidt regierte, war das gemeine Kind vor Pornos geschützt, es sei den es fand eine Pornosammlung.

Auch ich fand mit 11 eine Pornosammlung als ich mit meinem Opa K. die Wohnung meines verstorbenen Onkels K.H. auflöste, allerdings keine Videos sondern Printware, danach wusste ich mehr, geschadet hat’s mir nicht, süchtig wurde ich auch nicht, damals nicht 😉

(Lieblingscousine P., Du wirst das sicher lesen, bitte nicht Tante M. verraten!)

img_1812Aber der Begriff Porno zieht, Frau N. aus Plänterwald sagte sofort zu als ich sie fragte ob sie mitkommen will und diese Blogartikel wird besonders viele Leser finden da er mit „Porno“ getaggt ist.

Bevor es los ging uß ich noch eine Bio-Currywurst, mir Bio-Pommes und Bio-Mayo und trink dazu eine Bio-Bier, für 11 € nicht satt geworden.
Das Stück aber war Sahne (klingt in diesem Kontext auch komisch), wir haben 2 Stunden nur gelacht, das Thema stimmte, aber man Mutti trotzdem mit nehmen, nicht wirklich schmuddelig.

Das Stück läuft noch eine Weile immer Montags – hingehen!

Hinterher traf ich noch Gerontus im Wohnzimmer am Prenzlberg, hatte ihn lange nicht gesehen, zu Glück hatte ich heute Spätschicht.

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