Rainbow – All Night Long!

Wieder ein Doomsday-Konzert, also nochmal hin so lange es die Band noch gibt:

Ritchie Blackmore gründete nach seinem Ausstieg bei Deep Purple 1975 (Ritchie Blackmore’s) Rainbow. Von der Originalbesetzung ist nur noch Blackmore selbst dabei, klar, er ist ein MUSS, ein Gitarrengott vor dem Herrn, der Rest der Band ist allerdings gut besetzt, besonders der chilenische Sänger Ronnie Romero, ein Schönling und Poser, hat die kreischige aber voluminöse Hardrockstimme, die man von früheren Besetzungen kennt und schätzt.

Aber beginnen wir vom Anfang: Ich überlegte lange ob ich hingehe, die Tickets waren mir mit deutlich zu teuer, vor allem die für den Innenraum. Doch dann fügte es sich und ich kam an Freikarten ran, meinen besten Oranienburger Freund O. musste ich nicht lange bitten für das einzige Deutschlandkonzert mit ins Velodrom zu kommen.

The Lords als Vorband waren eine Überraschung für mich, schließlich wurde die Band 1959 gegründet, ich fand aber heraus, dass von der Originalbesetzung keiner mehr dabei ist und  alle schon unter der Erde sind – aber ok, als Opener passten sie.

Rainbow war dann richtig gut, wir hatten zwar nur Karten für den Rang und beim ersten Song war der Gesang zu sehr im Hintergrund, die Soudtechnik bemerkte es allerdings und die Jungs um Ritchie Blackmore ließen es richtig laut und gut krachen – wie eine Zeitmaschine versetze Rainbows Hardrock und zurück in die späten 70er – ein wirklich tolles Konzert.

Und noch zwei neuere Video mit Ronnie Romero:

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Ex-Heimat!

Endlich ist er da, der Frühling der nicht kommen wollte…

Ich ergriff die Gelegenheit um in mein Herkunftsland Hessen zu reisen, hatte ich doch meinen im Januar geborenen Neffen M. noch nicht live gesehen.

Es war ein relativ unspektakuläres (ich habe deshalb die spektakulärsten Bilder genommen), aber feuchtfröhlich-schönes Wochenende. Dabei teilte ich mich zwischen beiden Zweigen der Verwandtschaft auf. Zunächst besuchte ich Bruder M., seine Frau M. und die M&M’s Neffen im Westerwald.

Tags drauf ging es weiter in meinen Geburtsort zu Bruder R. und Nichte A. Freund J. zelebrierte zudem seinen Geburtstag und es fand ein anlassloses Stadtfest statt. So war das, jetzt muss ich mich erstmal ein paar Tage ausruhen…

8 Cola – 8 Bier!

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Ich würde meinen Radfahrstil als ZIELORIENTIERT bezeichnen, im Gegensatz zu den von mir hoch geschätzten Fahrradkurieren beachte ich jedoch in weit über 50% aller Fälle die StVO. Vorhin übersah ich jedoch beim Übersehen einer dieser bunten Lampen am Wegesrand einen Zivilpolizisten – an der nächsten Ecke lernte ich seine Kollegen in Uniform näher Kennen, die Nähe wird mich so etwa 100€ kosten.
So ein Dreck, scheiß Staat… – das hätte meine Reaktion sein können, ich wär dann für den Rest des Abends schlecht gelaunt gewesen.

Doch ich ging die Sache anders an:

IMG_0244Die letzte Staatsschelte ob einer angeblich übersehenen Verkehrsleuchten erhielt ich im Dezember 2013, das war vor 1582 Tagen.
Stellen wir uns einmal vor, ich würde jeden Tag versehentlich 3 Ampeln übersehen, dann wären das 4746 Vergehen Versehen. 4746 Ampeln geteilt durch 100€ macht 47,46 Ampeln, was sagt uns das?

Nichts!

Wir haben falsch gerechnet, also nochmal:

100€ geteilt durch 4746 Versehen macht 2,1 Cent pro roter Ampel, theoretisch, natürlich mach ich auch dann und wann und hier und da noch andere Sachen im Straßenverkehr falsch!
Nehmen wir weiter an, dass ich 4746 mal 30 Sekunden Zeit gespart habe, dann sind das satte 39,55 Stunden (ok, ich dachte, das wäre mehr), dann hätte mich also jede gewonnene Stunde 2,53€ gekostet, geht doch!
Selbst wenn es so wäre könnte ich natürlich nie zugeben, dass ich aus politischer motivierter Motivation Dinge im Straßenverkehr übersehe, dann wär nähmlich der Staatsschutz für mich zuständig, und die könnten meine Rechnung nicht nachvollziehen.
Doch jetzt bin ich gut gelaunt, trinke ein Bier und hoffe, dass ich mindestens 4746 Tage keinem Verkehrskontrolle übersehe…

Nathaniel Rateliff & the Night Sweats!

Aushilfe K. war es der die Idee hatte zu diesem Konzert zu gehen – ich hörte kurz rein und sagte zu. Wir waren dann insgesamt zu viert, K., seine Frau Frau K. und der mit dem sie eigentlich das Länderspiel Deutschland gegen Brasilien sehen wollten weil sie das Konzert fast vergessen hätten…

Das Publikum war nicht das allerjüngste, meist so zwischen 31 und 46, die Ausnahmen eher nach oben denn nach unten, bei uns vier war ich die Ausnahme nach oben.
Slim Cessna’s Auto Club, die Vorband, machte, ja, was machten die, irgendwie so ne Art Country Punk, die Jungs aus Denver können was.

Dann der Hauptakt, Nathaniel Rateliff, Vollwaise, auch aus Denver, ist der leibliche Sohn von John Belushi und Joe Cocker, die Musikalität hat er von beiden, von Cocker dann eher die Optik, Belushi vererbte ihm dafür den musikalischen Stil -R&B, Rock’n Roll, Singer Songwriter -extrem, laut und unglaublich nah*- schrill, kauzig, humorvoll- im Studio gut, die Songs die im Radio laufen kennt man – aber live einfach KLASSE – große Band mit drei Bläsern, geht ab!

*das trieft hier wieder vor Intellekt und Belesenheit 😉

Isolation Berlin in Potsdam!

Das kulturelle Angebot Berlins ist einmalig in Deutschland, klar, sonst wär ich auch schon längst weg aus dem Moloch. Aber manchmal reicht Berlin nicht, dann fahre ich in die Kapitalen anderer Bundesländer.
Gestern Abend war ich in Potsdam:
Isolation Berlin – Auftakt der Tour zum neunen Album Vergifte dich . Die berliner Indie-Rocker spielen zwar im Mai auch in Berlin, doch da bin ich nicht da.
Also Waschhaus, zum ersten Mal, eine schöne Location, mit den Öffentlichen brauchte ich von mir ne gute Stunde, das geht!

Swutscher, die Vorband, wäre den Eintrittspreis auch schon Wert gewesen. Die Jungs kommen wohl ebenfalls aus Berlin, spielten schrammelige Trinklieder und mehr, haben mir sehr gut gefallen, passten super zum Hauptakt.

Dann Isolation Berlin – im Radio hört man eher die melancholischen Stücke wie den aktuellen Hit Marie oder den Song Annabelle vom ersten Album, durch den sie einem größerem Publikum bekannt wurden – aber sie können auch anders, richtig gute harte und immer anspruchsvolle und originelle Songs, aus den Jungs wird mal was – Super Konzert! Hingehen! Anhören!

Der Nachhauseweg war lange…

Freitag am Dienstag!

Gerne erinnere ich mich an die Zeit in der es keine Comedians sondern nur Kabarettisten gab. Besonders mochte ich damals Thomas Freitag, ich erinnere ihn als einen der jungen Wilden im Umfeld von Dieter Hildebrandt und Hanns Dieter Hüsch. Inzwischen bin ich kein Teenager mehr und Thomas Freitag ist Mitte 60, die Politiker, die er so toll parodieren konnte sind alle tot.

Trotzdem ergriff ich die Gelegenheit und entschied mich bei den mir monatlich zustehenden Freikarten für seinen gestrigen Auftritt bei den Wühlmäusen. Meine beste thüringerische Freundin kam gerne mit obwohl sie mit Freitag nichts anfangen konnte.

Ich bin mir nicht sicher ob Freitag schlechter geworden ist oder ob er sich einfach nur der vermeintlichen Senilität des mitgealterten Publikums angepasst hat? Vermutlich beides, sein Programm fand ich einerseits ganz gut, viele Gags waren jedoch sehr flach, wir wussten da oft schon nach dem ersten Halbsatz die Pointe.

Das galt aber nicht für alle im Publikum:
Direkt hinter uns saß der frühpensionierte charlottenburger Postbeamte im mittleren Dienst Eckhardt Ramsch (62) mit seiner zweiten Frau Inge (59). Es war nicht zum Aushalten, frühestens zehn Sekunden nach jeder Pointe brach bei den Ramschs schallendes Gelächter aus, dazu wurden noch einzelne Wörter der Pointe wiederholt, oft verknüpft mit superlativierenden Adjektiven wie „Haha, die EU, geil, haha!“

Wie gesagt, es war nicht zum Aushalten, wir gingen zur Pause, hauptsächlich wegen Eckhardt und Inge Ramsch, Thomas Freitag hätte verdient, dass wir geblieben wären.

Calexico: The Thread That Keeps Us!

Calexico, schon eine meiner Lieblingsbands, aber da ich zuletzt im November 2015 auf einem Konzert war wollte ich sie dieses Jahr mal auslassen…

Dann aber kam im Januar das neue Album The Thread That Keeps Us raus, ich war absolut begeistert. Textlich ist das neue Werk politischer, reagiert auf die aktuelle amerikanische Politik, die die teilweise aus Mexiko stammenden Musiker attackiert, natürlich kann ich den Texten mit meinen guten aber limitierten Englischkenntnissen beim Zuhören nicht immer folgen, aber auch die Musik ist der Wahnsinn, kraftvoller und  kantiger, dann wieder fast psychedelisch – für mich im Moment das Album des Jahres, habe es inzwischen bestimmt fünf mal komplett durchgehört.

 

Natürlich kaufte mir umgehend eine Karte, bzw. zwei Karten, ich sollte den Gatten M. meiner besten harzer Freundin T. mitnehmen, der aber wollte unbedingt, dass seine einzige harzer Frau T. mitkommt, also besorgten sich die zwei einen Babysitter für ihre Kinderschar und wir gingen zu dritt.

 

Im Tempodrom kamen wir noch in den Innenraum, die Location war denke ich mal ausverkauft, aber zum Glück kein Gedränge wie in manch andere Spielstätte.
Die Vorband Mexican Institute auf Sound passte perfekt zu Hauptakt, der Kopf der Formation Camilo Lara spielt beim eigentlichen Konzert ebenfalls mit.
Calexico spielten knapp zwei Stunden, im  Mittelpunkt stand natürlich das neue Album, aber auch die alten Hits wie Crystal Frontier kamen nicht zu kurz – absolut ok – super gelungener Abend!