Sarah Lesch!

Am Weltfrauentag, was macht Mann da, man geht zu einer Liedermacherin. Naja, nicht wirklich, ich achtete nicht genau auf das Datum als ich das Ticket vor Monaten kaufte, ausserdem dachte ich bisher, Frauentag ist am zweiten Sonntag im Mai, zumindest feierte meine Mutter selig an diesem Tag, wir Söhne schenkten ihr dann immer Weinbrandbohnen als Anerkennung für ein Jahr Arbeit.IMG_20180308_224927652Aber Sarah Lesch als linksbewegte Liedermacherin passte sehr gut zum Datum, im ausverkauften Lido überwog auch das weibliche Publikum.

Sarah Lesch spielte Gitarre und Ukulele, wobei aufgrund Ihre eigenen Größe die Ukulele wie eine Gitarre und die Gitarre wie ein Cello an ihr wirkte. Nix desto trotz war es ein sehr schönes Konzert, so wie erwartet, wobei das Lido fast ein wenig zu große für ein LiedermacherInnenkonzert ist.

Auf dem Heimweg pinkelte ich übrigens in die Spree, nur für den Fall, dass das irgendwen interessiert.

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Geburtstagsreise 2018: Südwest!

Heuer zog es mich nicht in die Metropolen Europas sondern nach Baden-Württemberg, um dort meine derzeit bäuchigsten FreundInnen L. und L. zu besuchen – Ausnahmen regeln die Bestätigung.

Zunächst ging es nach Heidelberg zu meinem dicksten Freund L. Aus irgendeinem Grund nahm ich einen sehr frühen Zug, das war hart in der Früh, aber auch schön schon mittags in der Neckarstadt zu sein.

L. und mich verbindet (unter anderem) die Liebe zum Biere und so wurde zu meinen Ehren eine Bier-Verkostung organisiert. Es ist zu betonen, dass es sich bei einer Bierverkostung um ein wissenschaftliches Unterfangen handelt, das Bier wird probiert und beurteilt – Geruch, Eingang, Abgang, Umgang, Bittere, Vollmundigkeit, Besonderheiten und eventuelle Fehlgeschmäcker. Anders als bei einer Weinverkostung muss das Getränk runterschluckt werden um alle biertypischen Eigenschaften bewerten zu können, aber man trinkt keine ganze Flasche, sondern allenfalls ein halbes Glas je Sorte, manchmal reicht auch ein winziges Schlückchen. Wenn man eine Verkostung wie wir über sechs Stunden zelebriert, hat man trotzdem die richtige Bettschwere.

Am Folgetag, meinem Geburtstag, erwachte ich jedoch katerfrei. Mit L. und Freund Freund machte ich ein wenig Sightseeing in Heidelberg, Wolfsgedöns und Dingsberg, schöne Ecken, aber ich bim schlecht im Namen merken. Abends gesellte sich noch der handschuhsheimer J. zu uns und wir ließen es uns im Gasthaus zum Güldenen Schaf in der heidelberger Altstadt gut gehen, ich uß zum Biere Saumagen mit Klops und Wurst, eine sogenannte Variatorenplatte. Schließlich half uns ein Taxi nach Hause zu kommen. – Es waren zwei schöne Tage in Heidelberg!

Dann ging es weiter Richtung Schwabenland, in Nürtlingen am Neckar hat sich meine beste schwäbische Freundin L. ein Nest gebaut um ihre Jungen aufzuziehen. Beschaulich geht es dort zu, alles ist ordentlich und auch sehr nett. Wir gingen in eine Fussballkneipe und sahen uns das Spiel von L.s VfB Stuttgart gegen meine SGE an, die Partie war erwartungsgemäß geschoben, die Eintracht verlor knapp und unverdient.

In den kommenden Tagen zeigte mir L. das nahe Esslingen …

…und L.s Mutter B. als tschertifertifizierte Nürtlingen-Stadtführerin die dortigen kleinstädtischen Sehenswürdigkeiten und behauptete sogar, dass Nürtlingen eigentlich Nürtingen heißt.

Das Essen im Schwäbischen ist natürlich auch sehr lecker, in Nürtlingen bekam ich im dortigen Schlachthof einen sehr leckeren lokalen fleischigen Teller mit gutem lokalen Bier zum Wiegenfest spendiert; in Esslingen gönnte ich mir im Traditionshaus Palmscher Bau Spätzle mit Linsen und Saitenwürschtle – das einfach anmutende schwäbische Nationalgericht ist einfach lecker.

Zu schnell ging die Zeit rum und ich musste mich von L. und ihrem niedlichen Erstling T. wieder verabschieden.

Tatsächlich, L.s Mutter B., sie hatte recht, aber mir ist das trotzdem egal 😉

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Und als ich zu Hause ankam, wartete schon der Geburtstagstisch meiner besten thüringerischen Freundin J.

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Bauerfeind: Ein Tick zu lieb!

Sie ist super witzig, hat eine enorme Ausstrahlung, aber ein Ticket für Carolin Kebukus für 50€ würde ich einer Freikarte für Katrin Bauernfeind vorziehen.

Aber beginnen wir von vorne, das hier soll kein Verriss werden, ganz im Gegenteil.

Um mit auf ein langes Wochenende in Baden-Würtemberg vor zu bereiten besuchte ich gestern die Vorpremiere von Bauerfeinds kommenden Programm zum Thema Liebe im Mehringhof-Theater. Die Schwäbin aus Aalen kennt man nicht erst durch Auftritte bei Harald Schmidt und Stefan Raab, mir fiel sie schon bei Ehrensenf Anfang des Jahrtausends auf.

Bauerfeind ist rhetorisch fast perfekt, eine super Moderatorin, schauspielert und kann auch sehr witzig sein. Bei gestrigen Programm ging es also um die Liebe, somir mehr um ein weiches Thema. Da wo es politisch wurde, betonte sie harmonisch das Gemeinsame in einer demokratischen Gesellschaft, ja war ok, brauch ich aber nicht unbedingt wenn ich in ein Comedy-Programm gehe. Der Mehrheit des Publikums, Kreuzbergs verbürgerlichte Grüne (Kreuzberg 61 halt, vorher war ich übrigens bei Curry 36, aber die heißen nur so wegen der Hausnummer und nicht weil sie in Kreuzberg 36 sind) mochte das und auch als Pausenprogramm für einen CDU-Parteitag ist das Programm geeignet (CSU eher nicht).
Aber ich will nicht meckern, habe mich unterm Strich köstlich amüsiert.

Die Kebekus mag ich übrigens auch mehr, wie ihr Vorname mit C wie Carolin geschrieben wird, nicht mit K wie Katrin. Ich finde, Frauenamen mit einem stimmlichen K sehen mit C geschrieben einfach besser aus.

Cornelia, Camilla, Cosma, Cerstin, Cudrun…

Catrin Bauernfeind versus eine Karolin Kebekus, hmm, das wäre ein Patt.

Ezra Furman: Laut und anstrengend, aber gut!

Ich betrat ein wenig missgelaunt den Festsaal Kreuzberg, der sich inzwischen im Ex-White-Trash am Areal von Arena, Badeschiff und Co. auf treptower Territorium befindet. Die Blechhalle hat eigentlich nichts, aber dafür zieht es und an der Garderobe arbeiten die langsamsten Studenten Berlins.
Der Raum mit der Bühne macht einen etwas besseren Eindruck, zwar zog es auch, aber die Temperatur wurde erträglicher je mehr sich der Raum füllte, das Publikum wärmte sich also selbst. Auch die Bedienstudenten an der Bar zeigten eine bessere Performance als ihre Kommilitonen an der Garderobe, so gesehen hatte der Veranstalter das vorhandene Personal doch optimal verteilt.

Meine Missmutigkeit war dann auch nach dem ersten Bier verflogen, ich war halt ein wenig müde vom Altern, von der Arbeit und dem spontanen Besuch des Basketball Bundesliga Spiels der Albatrosse gegen Oldenburg am Abend zuvor (Alba gewann 91:83), aber darum geht es ja nicht, sondern um

Ezra Furman

Der aus Chicago stammende Musiker stellte sein neues siebtes Album Transangelic Exodus vor, ein vielseitiges Werk, seine Band The Visions ganz in weiss, kam mir vor wie eine Mini-Bigband, Furman selbst a bit cross-dressed, verheimlicht seine Bi-Sexualität nicht, ganz im Gegenteil.

Musikalisch ein Wellenritt – teils schreit er förmlich ins Mikro, dann wieder geht es mehr bedächtig Singer-Songwriter-mäßig zu, anschließend hört es sich wieder an wie klassischer Rock ’n’ Roll.

Also nicht unanstrengend aber gut, mal fühlte ich mit an Dylan erinnert, mal an Rocky Horror Show, Rufus Wainwright, Beach Boys und dann wieder klingt er fast nach Springsteen – stilistisch ein ständiges Hin und Her und am Ende ein Kate Bush Cover.

Eigentlich gefiel es mir, aber ob ich ihn unbedingt nochmal live sehen muss weiss ich nicht, eigentlich reichen mir im Moment die Alben oder, naja, wer weiss, Furman ist gerade mal Anfang 30…

Kettcar – warum war ich vorher nie auf einem Konzert?

Als im Oktober letzten Jahres ihr neues Werk Ich vs. Wir rauskam hörte ich das Album durch, rief meinen entfernten Bekannte P. in Strausberg an und fragte ihn, ob ich ihm auch eine Karte fürs anstehende Konzert in der Columbiahalle besorgen soll – die Antwort war JA.
Gestern war es dann endlich so weit.

Kettcar, die Band um Marcus Wiebusch, dem Mann mit der unbeschreiblichen Stimme, oh man, die gib’s schon seit 2001 und mehr als ab und an mal Graceland und so im Radio hören war bis Ich vs. Wir meine einzige musikalischen Auseinandersetzung mit der Band, P. ging es ähnlich – aber besser spät als nie.

Die Vorband, ich glaube die hießen Sold Out 😉 ,  war eher blass.

Doch Kettcar, nach einer gefühlt endlosen Umbaupause, endlich auf der Bühne hatten eine unbeschreiblich Bühnenpräsenz:
Selbstbewusst kamen Graceland und der aktuelle Hit Sommer ’89 relativ am Anfang,  doch auch danach weiter jedes Lied großartig, super Sound und Licht, Sequenzen aus den jeweiligen Video ergänzen viel Stücke, das Publikum (also alle außer P. und mir) kannte alle Texte auswendig und ging voll mit (P. und ich auch, aber textunsicher). Es war das letzte Konzert der Tour, wohl deshalb gab es ein oder zwei Zugaben mehr.

Fazit: Note 1 – bisher das Konzert des Jahres!

Auch dieser grandiose hip-hopige Song von Wiebuschs Solo-Album Konfetti war auf der Playlist des Gigs:

 

From Funk Rock Georgia, I present to you: Mother’s Finest!

From Funk Rock Georgia… so wird die Band bei Konzerten angesagt und los geht’s. Mother’s Finest machen Funk-Rock-Soul-Crossover, Crossover ehe der Begriff Crossover überhaupt etabliert war. Funk mag ich ja ab und an mal ganz gerne, aber erst gekreuzt mit Rock kribbelt’s bis in die Eichelspitze.
Seit 1970 (Auflösung 1983, Re-Birth 1989) gibt es die Formation. Ich sah sie bisher einmal beim Lahnwiesenfest(ival) in Gießen, 1989 muss das gewesen sein, ein Wahnsinns Konzert in einem Zelt, es hatte die Tage zuvor geregnet und wir standen bis zu den Knöcheln im Matsch. Mit mir unterwegs waren meine beste frankfurter Freundin B. und mein damaliger Busenfreund M. M. und ich hatten ein Faible für gute Musik und Getränke, bei letzterem zügelte ich mich irgendwann, M. nicht, seine Leber gab vergangenes Jahr den Geist auf – RIP M.
Das 79er Live Album der Band ist das Vinyl, das bei mir am häufigsten auf dem Teller lag.

Letztes Jahr wollte ich die Band dann live sehen, tja, da kam mir eine Grippe dazwischen, ich wurde nicht mal mehr die Karte los.

Gestern dann ein erfolgreicher Konzertbesuch, gleicher Monat, gleicher Location, sogar der Ticketpreis war identisch.
Die Köpfe der Band „Baby Jean“ Kennedy (Gesang), ihr Mann „Doc“ Murdock (Gesang) und der Gitarrist „Moses Mo“ Moore sind noch dabei, nicht mehr ganz so frisch die drei, Baby Jean ist inzwischen 70, die anderen mindestens auch. Ein Doomsday Konzert also, hingehen so lange es die Band noch gibt 😉

In Anbetracht des Alters aller Beteiligten (Band und Publikum) war es ein tolles Konzert, alle Hits wurden präsentiert, Erinnerungen wurden wach!

 

Shahak Shapira: German Humor & Holyge Bimbel!

Vor 15 Jahren zog Shahak Shapira mit seiner Familie von Israel in ein Dorf in Sachsen Anhalt – das war sicher hart!
Als die Partei Die Partei kurz vor der letzten Bundestagswahl 31 Facebookgruppen der AfD übernahm war er das Gesicht der Partei – wegen ihm habe ich Die Partei gewählt.
Schon vorher erregte er mit seinem Projekt Yolocaust Aufsehen, hier montierte er Menschen, die am berliner Holocaust Mahnmal aufgenommene Selfies online gestellt hatten in historische Bilder  die den Holocaust zeigen, um auf dem verantworungslosen Umgang vieler Menschen mit dem Thema aufmerksam zu machen.

Gestern trat er im Admiralspalast auf, der so Humor richtig hart, kaum Tabus, Neonazis und andere Spacken bekamen ihr Fett ab – genau mein Ding, ich habe mir zwei Stunden den Bauch vor Lachen gehalten, kaufte gar ein Buch und ließ es auch noch signieren – das letzte Mal machte ich das bei Rüdiger Nehberg.