Klassenkampf! (Solang nicht die Hose am Kronleuchter hängt…)

Kann ja nicht sein, da rufen die Hessen, wo ich vor ner Woche besuchte, an und beschweren sich, dass ich hier nichts über den Besuch schreibe, ok, der Verriss wird unten nach dem Haupttext folgen 😉

Aber kommen wir zum hauptstädtischen kulturellen Leben, zur Abwechslung gab es gestern mal ein Mjusikal, eins aus Neukölln, das Stück gewann den diesjährigen Musical Theater Preis für das beste Buch, immerhin und ich bin mit meiner besten thürigerischen Freundin J. hin in den Heimathafen und wir schauten es uns an.

Die Darsteller, ein Mix aus Profis und Amateuren, brachten die Geschichte gut rüber – Neuköllner Schule mit hohem Anteil an Schülern Nicht-Deutscher-Herkunft (unschöner Ausdruck, Zitat aus dem Stück), alle sind deshalb chancenlos und drohen in die Kriminalität abzudriften, die kommunistische Hausmeisterin von Drüben bring den Kids Karl Marx näher und dann…

Das Stück ist eher was für Schüler und Lehrer, die Message trieft aus aus allen Texten und Liedern, aber trotzdem, es gefiel uns.

Epilog:
Vor ner guten Woche war ich in Hessen, es war sehr schön, ich trank viel Bier, ok, ich könnte hier Bierselfies posten, aber die einzige, die darauf steht, ist meine beste schwäbische Freundin L. und der schick ich die Bilder im direkt per WhatsÄpp. Also, es war sehr schön und ich mag meine Familie und meine vielen Freunde dort, aber es ist nunmal Provinz, kulturell ist, mal abgesehen von Eintracht Frankfurt, auf dem Mond mehr los. In Frankfurt waren wir z.B. bei Jo van Nelson, der hatte 1989 einen Hit (gerade recherchiert, bekam ich damals nicht mit, er war in den TOP 10.000) mit einer Vertonung von Paul Zechs Gedicht Erdbeermund, Klaus Kinski würde sich im Grab rumdrehen, war aber nicht nötig, er lebte ja 1989 noch). Van Nelson trat in einer Location namens KES (hessisch für Käse = Spass/ Lustiges/Kabarett) als Max Rabe Imitator auf. Ok, will nicht wirklich lästern, es war sehr schön, in der Wüste freut man sich über jeden Schluck Wasser.

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Dafür lohnt das Sterben nicht!

Rituale sind wichtig, vor 22 Jahren schleppten mich meine entfernten Bekannten P. und J. erstmals mit zum Zwiebelmarkt nach Weimar und ich lernte C. in Weimar kennen. Seitdem bin ich fast an jedem Zwiebelmarkt an der Ilm, C. gehört zu meinen besten Freunden, seine Partnerin M. auch, mit ihr war ich auch in Neuseeland

… und letztes Wochenende war dann wieder Weimar dran.

Kulturell war es diesmal nicht so der Knüller, dafür war das Wetter exzellent, ich war total falsch angezogen, viel zu warm, hatte auch nix passendes dabei, also ein ständiges hin und her, T-Shirt in der Sonne, Jacke an im Schatten, trotzdem schwitzend, aber so ist das. Das Wetter war sogar so gut, dass wir im Garten meiner Gastgeber grillten – Mitte Oktober:

IMG_20171014_205246062Das Ritual im Ritual ist die alljährliche Riesenradfahrt, wir kamen rein obwohl eigentlich keine Betrunkenen mitfahren dürfen.

Diesmal fuhren wir ausnahmsweise abends, tagsüber sieht man natürlich mehr wie man in meinem historischen Film sieht:

Der einzige kulturell Akt von nationaler Bekanntheit waren Radio Doria. Zugegebenermaßen kannte ich die nicht, aber C., die Kapelle ist die Band von Jan Josef Liefers und die spielten Samstag Abend auf dem Goetheplatz. Entsetzlich voll war es, unqualifizierte, unterbezahlte Ordner versuchten den Menschenmassen Herr zu werden, so wie das ablief und wie die Absperrgitter aufgestellt waren hätte der Abend in einer Katastrophe enden können.
M., C. und ich verloren uns ziemlich schnell, ich sah zu, dass ich runter vom Platz kam. Ich stellte mit vor wie es wäre wenn es zur Katastrophe gekommen wäre, zehntausende Tote, ich als der einzig Überlebende würde gegen die Verantwortlichen zu Felde ziehen und Interviews bei RTL2 geben.

Aber es kam anders und Liefers ist ein besserer Schauspieler denn ein Sänger, ich hatte also nichts verpasst.

… Sonntags ging es zurück nach Berlin…

Portugal 4: Porto, Douro und Francesinha!

Zwei Tage Coimbra mussten reichen, die vielen Museen der Stadt hatten mich zwar zum Verweilen gereizt, aber schließlich hatte ich nicht ewig Zeit. Wie gewohnt fuhr ich mit dem ehemaligen staatlichen Busunternehmen, das Ticket kaufte ich online, der Checkout mit PayPal funktionierte unter Android nach wie vor nicht (will call Dan), aber der Bus fuhr und ich kam an.

Porto, die Stadt liegt bergig südlich (eigentlich heißt es dort Vila Nova de Gaia) und nördlich (das eigentliche Porto) am Douro-Ufer. Die Ponte Dom Luís I verbindet als Wahrzeichen beide Seiten des Ufers.

Ich ließ mich durch die Stadt treiben, nicht weit von meinem Hotel war die Markthalle:

Ich lief stundenlang durch die Altstadt und sah mich satt:

Dann der Fluss, ich war links und rechts und machte auch eine Bootstour:

Natürlich besuchte ich auch eine Portwein-Kellerei, durch Zufall geriet ich in eine kleine noch nicht von Großkonzernen geschluckte Einrichtung, erstand auch zwei Flaschen des edlen Gesöffs:

Portwein wird natürlich nicht in Porto angebaut sonder weiter flussaufwärts am Douro. So machte ich eine Flusskreuzfahrt, sieben Stunden ging es durch zumeist malerische Landschaft den Douro hinauf:

Ehe es mit dem Zug zurück nach Porto ging besucht ich abschließend ich noch ein Port-Weingut:

Das kulinarische Wahrzeichen Portos ist die Francesinha, die kleine Französin, bis auf das Toastbrot hat sie allerdings nichts mit einem French Toast zu tun. Zwischen dem Toast sind reichlich Kochschinken, ordentlich Linguiça (Wurst) und viel gebratenes Rindfleisch, dass Ding wird dann mit Unmengen Käse überbacken und mit einer würzig-scharfen Soße aus Tomaten, Bier und Senf übergossen, anbei gibt es meist noch Fritten und auch gerne mal noch ein Spiegelei oben drauf. Fritten und Ei hab ich mir geklemmt, ich fand die kleine Französin lecker, eine gute Grundlage zum Saufen oder wenn man möglichst schnell einen Herzinfarkt haben will.

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Und dann war’s auch schon vorbei mit Porto und Portugal. Mit der U-Bahn gings zum Flughafen. Achja, die U-Bahn, als ich vor 25 Jahren zum ersten Mal in Porto war gab’s die noch nicht, toll wie die das Verkehrsmittel in die Stadt eingebaut haben, integriert sich dort wo sie überirdisch fährt schön in das historische Umfeld. Und die Fahrkarten, super Benutzerführung am Automat, mit nur vier Klicks und ohne viel rumsuchen findet auch der Nicht-Portugiese schnell das richtig Billet.

(auch sowas muss erwähnt werden!)

Portugal 3: Coimbra!

Und so verließ ich Peniche und das Meer. Mit dem Bus fuhr ich nach Coimbra, online buchte ich die Tickets beim ehemaligen staatlichen Busunternehmen, der Checkout mit PayPal funktionierte unter Android immer noch nicht (will call Dan), aber der Bus fuhr und ich kam an.

In Coimbra ließ ich mich treiben, hatte kein besonderes Programm, aber auch das Rumlaufen in der Altstadt hatte was:

Die 1290 gegründete altehrwürdige Universität der Stadt und der Rio Mondego, vom Uhrturm der Uni hat man eine tollen Blick über die Stadt und den Fluss:

Das örtliche Studentenpack nervte mich allerdings, Initialisierungsrituale für die neuen Studenten, nicht nur in Coimbra selbst, auch ein Ausflug nach Peniche machte die Bildungsbrut mit ihren Neulingen anscheinend, dort hatten mir besoffene künftige Akademiker schon mit lautem Gegröle und Straßenpetting direkt vor meinem Hotel einiges an Schlaf geraubt, sei es ihnen gegönnt, aber in Coimbra war mein Zimmer zum Glück nach hinten.

Portugal 2: Peniche & Ilha da Berlenga

Und so verließ ich Boca di Baço und meine Freunde. Mit dem Bus fuhr ich nach Peniche, sogar online konnte man die Tickets beim ehemaligen staatlichen Busunternehmen buchen, der Checkout mit PayPal funktionierte allerdings unter Android nicht (will call Dan), aber der Bus fuhr und ich kam an.

Peniche ist einer meiner Lieblingsorte in Portugal und vielleicht auch auf der ganzen Welt, ich war schon zweimal zuvor für ein paar Tage dort.

Das Städtchen liegt auf einem Felsen und ist fast rundum von felsiger Brandung umgeben, besonders Cabo Carvoeiro ist ein Hingeher und Hingugger!

Und so lief ich den ersten Nachmittag und Abend nur an der Steilküste lang und guggte mich satt:

Am nächsten Tag besucht ich die Ilha da Berlenga, ein Eiland gut 15 Kilometer westlich von Peniche, die älteren unter meinen Lesern werden sie noch unter ihrem römischen Namen Claudius Ptolemäus Londobris kennen. Die Hin- und Rückfahrten sind wunderschön, auf der Insel läuft man rum, schaut sich Landschaft, Moose, Flechten und Vögel an, trinkt im Fort São João Baptista ein Bier und so weiter:

Abends fing ich mir einige Fische und ließ mir in einem Restaurant eine Fischsuppe Karl Deirada Art (Caldeirada de Peixe) machen:

Und so gingen die beiden Peniche Tage vorüber, aber vor meiner Abreise besuchte ich noch das Fortaleza de Peniche und das darin befindliche Revolutions- und Heimatmuseum:

Portugal 1: Boca di Baço!

Was gibt es Schöneres als nochmal in den Süden zu fahren wenn es in Deutschland schon herbsted.
Portugal bietet sich da an, war zuvor schon fünf mal dort, Madeira und die Azoren allerdings mitgezählt.

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Meine beste schwäbische Freundin L. verbringt mit ihrem Knaben T., inzwischen fast ein Jährling, dort den Sommer bei ihrem Manne und des Knaben Vater, meinem besten galizischen Freund F., in Boca di Baço, einem westlichen Vorort von Lissabon, auf vielen Karten fälschlicherweise als Paço de Arcos verzeichnet, direkt am Meer, ganz schön.

Ich mietete mich für eine Woche im benachbarten Parede via Airbnb ein, es wurde eine schöne Woche, wir unternahmen einiges:

Bisher kannte ich die Umgegend Lissabons noch gar nicht, klapperte bei meinen Reisen die Hotspots in Lissabon Zentrum ab. So statteten wir Estoril und Cascais einen Besuch ab, besichtigen den Boca do Inferno und fuhren die Küste westlich von Cascais um die Ecke rum bis Praia Grande do Guincho und dann weiter bis Arneiro zum Lunch.

Auch besuchten wir das Castelo dos Mouros in Sintra. Erstaunlich was der neugierige Knirps T. schon so alles an Unternehmungen mit macht.

Schließlich zog es uns in das Mittelalterstädtchen Obidos, kannte ich schon von meine Portugal Reisen 1992 und 1996, ist aber immer wieder schön an zu sehen.


Den Samstag war ich alleine unterwegs, lieh mir in Cascais ein Rad, fuhr wie zuvor die Küste bis Praia Grande do Guincho ab, bewanderte die Wanderdüne Duna Da Cresmina und blieb bis zur Dunkelheit in Cascais…

…dort war Lumina Festival da Luz, die Stadt war kunstvoll ausgeleuchtet, toll gemacht aber für meine Geschmack zu viele Menschen.


Ehe ich den Raum Lissabon und meine Freunde verließ, besuchten wir noch einen Sonntagsmarkt in Lissabon, den Park der Nationen auf dem ehemaligen EXPO-Gelände und einiges mehr…


Natürlich schauten wir uns als Briefwähler auch die Wahlergebnisse im TV, naja, was soll man da sagen…

(Kein) Ostsee-Radurlaub!

Urlaub mit meinem Bruder M., das gab’s letztmals 1980 oder 1981, damals waren wir mit  unserem Bruder R. und unserer Mutter selig in St. Peter Böhl, is lange her.
Diesmal ging es an die Ostsee, nach Zingst auf dem Zingst.

Ich bepackte mein Rad und fuhr mit dem Fernbus zur Destination, Bruder M. reiste mit Weib M. und meinem knapp drei Jahre alten Neffen M., wo auch sein Söhn ist, per PKW aus dem Hessischen an. Ich war eher dort, holte schon mal den Schlüssel für die Ferienwohnung ab und füllte deren Kühlschrank mit Bier.


Herrlich, ich wollte schöne, lang gezogene Radtouren auf Zingst, Darß und Fickland machen, legte nach einem Strandtag mit der Familie auch wie geplant los.
Leider kam ich nur bis ins mir von früheren Urlauben bekannte Wustrow, dort brach mir nach 38 Kilometern der Rahmen und damit hatte es sich mit der Radfahrerei, zumindest mit dem Eigenrad.


Ich klemmte mir das Radeln sogar ganz, denn nach einem trüben Donnerstag, an dem wir das sehr empfehlenswerte Ozeaneum in Stralsund besuchten, setze für den Rest des Urlaubs Dauerregen ein, ergiebig, aber Berlin war in dieser Woche schlimmer dran.

Also klinkte ich mich an die Familie, machte mit Bruder M. und Neffe M. eine verregneten Boddenausflugsbootsausflugsfahrt und mit allen drei M.s fuhr ich schließlich auch noch mit der sogenannten Darßbahn. Die für Erwachsene peinlichen aber bei Kindern beliebten Straßentransportmittel gibt es in vielen Kur- undoder Urlaubsorten, mehr als 50 Jahre konnte ich die Nutzung solcher Peinlichkeitsbahnen vermeiden, Neffe M. zuliebe fuhr ich mit…

Zurück ging es wie es hin ging, war eigentlich ein schöner Urlaub, Neffe M.s alters-adequate Trotzanfälle nervten zwar dann und wann, aber nachdem ich nachgoogelte und herausfand, dass die Stresserei in dem Alter normal ist und seine Eltern eigentlich auch ganz richtig reagierten, sah ich dem Treiben der drei entspannt zu, gab aber dann und wann wohlwollend klingende Ratschläge die ich mir spaßeshalber theorie- und praxisfrei ausgedacht hatte 😉