Gisbert zu Knyphausen!

Was soll man sich denken wenn das Konzert aus dem viel zu kleinen Huxley’s in die Columbiahalle verlegt wird? Der Sänger, eigentlich ein Liedermacher mit hinhörenswerten Texten, passt der nicht eigentlich besser in kleinere Locations?

Aber daran lag es nicht, dass mich der Gig in der Columbiahalle nicht überzeugte. Es lag zunächst an der Vorband, den Namen habe ich wieder vergessen, aber die waren echt schlimm und zogen uns runter.
Doch meine beste thüringerische Freundin J. und ich wollten Knyphausen noch eine Chance geben, aber es dauerte dann noch ewig bis es losging, obwohl keine Umbauten oder kompletten Soundchecks mehr stattfanden.

 

Das Konzert dann mäßig, das Gefühl im Bauch, das Knyphausen bei mir in den Studioaufnahmen oder auf diversen Live Videos bei mir erzeugt fehlte, er kam nicht so richtig rüber, weder bei den balladesken Werken noch bei den rockigeren Kid Kophausen Sachen, schade, bin mir nicht sicher woran es lag – Note 3 minus!

Schon tragisch, Gisbert zu Knyphausen und Nils Koppruch gründeten 2011 die Band Kid Kopphausen, veröffentlichten ein geniales Album und dann verstarb Nils Koppruch 2012 ehe es mit Kid Kopphausen richtig losging.

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Gutes zum Schluss: Extrabreit!

Das war noch mal was am Ende des Jahres:

EXTRABREIT

Ich hatte sie ja schon einmal in letzter Zeit live gesehen, im August 2011 beim Oranieburger Oldiefestival, na und?
Freitag spielten die Hagener im kreuzberger Lido, ich ging hin, meine beste thüringerische Freundin J. war dabei!

Wie man auf dem Bild sieht habe ich ihr Debütalbum in Vinyl, eine meiner ersten Scheiben.
Ich denke man kann das Werk von Extrabreit inzwischen als abgeschlossen betrachten, der letzte Hit den sie hatten war 2008 Besatzungskind.
Gut so, sie spielten alle ihre Hits, von Hart wie Marmelade bis zum gerade genannten Besatzungskind. Tja, da konnten mann und frau nicht meckern, immer noch eine der geilsten deutschsprachigen Bands, auch wenn sie inzwischen kleiner Brötchen backen.

Am schönsten war es natürlich als durch Wind und Wetter ein Fliegerlied klang:

Und Allee der Diktatoren als Opener waren auch nicht schlecht!

 

Max Richard Leßmann – Liebe in Zeiten der Follower!

Er ist der Sänger der husumer Indie Band Vierkanttretlager, schlägt jetzt etwas andere zumeist mildere Töne an, hüpft aber auf der Bühne rum, als wäre es eine Rockkonzert: Max Richard Leßmann gab sich mit dem Konzert zu seinem Soloalbum Liebe in Zeiten der Follower im Musik & Frieden die Ehre.

Als ich das Album zum ersten Mal hörte war ich begeistert (und kaufte für meine beste thüringische Freundin J. und mich sofort Karten für das Konzert). Die Musik zeigt Elemente von frühen Schlagern, Swing und Chanson, die Texte pointiert, humorvoll und immer intelligent. Das Publikum war begeistert und ich bin überzeugt, dass man von Leßmann noch viel hören wird.

Selig!

Für mich waren sie in den Neunzigern die einzige deutschsprachige Band, die mit den amerikanischen Grungegrößen mithalten konnte – musikalisch und textlich!

Ich kann mich gar nicht mehr genau erinnern, ob ich sie damals live gesehen habe, glaube schon, meine mich an ein Konzert im Metropol am Nollendorfplatz zu erinnern…

Egal auch, Ende der Neunziger trennte sich die Band, 2009 gab es eine Re-Union und aktuell ist die Band mit ihrem neuen Album Kashmir Karma fast in Originalbesetzung (der Keyboarder fehlt komplett) auf Tour.

Meine bester thrüringerische Freundin J. kannte die Band kaum, vertraute auf meinen Musikgeschmack und kam mit.

Das Huxley war weitgehend ausverkauft, die Jungs lieferten einen Bombenkonzert ab, perfekter Mix aus neuen Titeln und alten Hits, kamen mehrmals zu Zugaben wieder raus. Sänger Jan Plewka springt noch immer wie ein junger Gott über die Bühne, er ist nach wie vor einer der vielseitigsten und besten deutschen Musiker, 2013 sah ich ihn mal mit seinem Rio Reiser Programm, auch sehr zu empfehlen.

Wenn ich so auf mein Konzertjahr 2017 zurück blicke war das gestrige Konzert vermutlich der Höhepunkt, aber es kommen ja noch mindestens zwei Live Acts.

Die neueren Sachen:

Die alten Hits:

Plewka singt Rio:

Marilyn Manson! (You say god and I SAY10)

Das Konzertjahr 2017 geht langsam zu Ende, aber ein paar Highlights zum Finale stehen noch an.

Den Anfang machte gestern Brian Hugh Warner aka Marilyn Manson mit seiner gleichnamigen Band im ausverkauften Velodrom Ufo.

Düster war’s natürlich, sowohl die Fans als auch das Konzert. Manson, dem vor einigen Monaten bei einem Konzert in den USA die Bühnendekoration über dem Kopf zusammenbrach und ihm das Wadenbein brach, scheint noch nicht hundertprozentig genesen zu sein, hat sein Leid in die Bühnenshow integriert – Rollstuhl, Krankenpfleger, Beinschiene.

Das Konzert war schon beeindruckend, wogleich die Band ihre besten Zeiten sicherlich hinter sich hat. Ein Mix als neuen Stücken und alten Hits, guter Sound, spartanisches Bühnenbild. Mit knapp anderthalb Stunden fiel das Spektakel zeitlich recht knapp aus, ok, der Meister ist noch verletzt und auch nicht mehr der Jüngste.

Das neue Wühlmäuse Ensemble – braucht kein Mensch! (Wir hätten bei Nic Cester bleiben sollen)

So ist das manchmal, vorher geht man wohin wo es nachher besser war. So war es auch am Dienstag mit meinem ältesten berliner Freund M:

Wir nahmen ein paar Vorglüh-Bier in der RadioEins Dachlounge im RBB-Gebäude und gingen dann zum Hauptprogramm des Abends rüber zu Die Wühlmäuse. Denen hat Chef Didi Hallervorden nach 80 Jahren wieder eine eigenes Ensemble spendiert, das klang zunächst mal interessant, war es aber nicht.

Die erste Programmhälfte war ein kalter Aufguss von Nichts, Pointen für Rentner die sich zu Dutzenden im nicht ausverkauften Haus tummelten. Politisches Kabarett komplett ohne aktuellen Bezug, naja nicht ganz, einmal wurde Jamaica gesagt, vermutlich stand das schon vorher im Text. Nachdem Pausenbier wurden es etwas besser oder wir waren einfach nur betrunkener? Wer von meinen berliner Lesern Freunde oder Verwandte ärgern will möge ihnen zu Weihnachten Karten für das neue Wühlmäuse Ensemble schenken.

Wären wir mal in der Dachlounge geblieben, dort sahen wir Nic Cester für sein anschließendes Lounge-Konzert proben, ja genau, den kennt man von Jet:

Kultur am Tiergarten: Vivaldi, Bach, Mozart, Stermann & Grissemann!

Als Hörer eines beliebten berliner Radiosenders kennt man die beiden, obwohl sie eigentlich schwerpünktlich in Österreich aktiv sind:

Stermann & Grissemann, bzw. Grissemann & Stermann wie die ihre Show bei RadioEins hieß.

Meine beste thüringerische Freundin J. hatte für die draußen ungemütlichste Zeit des Jahres Karten für das Tipi am Kanzleramt besorgt. Ich reiste elegant mit Bus 100 an.

Das Programm hielt was der Titel versprach, Gags Gags Gags…

Der österreichische Humor – oft anders, sehr speziell, aber nicht ohne, wir amüsierten uns prächtig am nördlichen Rand des Tierparks.

Ein paar Tage später war dann das südliche Ende des Tierparks dran, im Kammermusiksaal der Philharmonie wurden Mozart, Vivaldi und Bach gegeben, ein reines aber edles Streichkonzert. S. von der Bahn begleitete mich. Das Publikum war allerdings zu großen Teilen nicht klassiktauglich, zerklatschte die kurzen Pausen zwischen den einzelnen Stücken, sehr zum Ärger von Kulturmenschen wie meiner einer.