Detroit Cobras? Naja…

Die Konzertwoche fand ihren Abschluss im Heimathafen Neukölln:

Detroit Cobras, die Lieblingsband von Frau N., von ihr kam auch der Vorschlag. Die Band aus Michigan covert hauptsächlich Motown-, R’n’B- und Rock’n’Roll- Hits und das eigentlich nicht mal schlecht…

… aber gestern hatten sie dann doch wohl eher ihren schlechten Tag. Anfangs drängelten sich die Leute direkt vor der Bühne, aber es wurde dann vor Stück zu Stück leerer. Aber ok, besser als zu Hause zu hocken, aber auch kein Grund an dieser Stelle viele Zeilen zu schreiben. Die Vorband war ganz gut.

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Bernd Begemann (begleitet von Kai Dorenkamp) – Was macht Miss Juni im Dezember…?

Skuriles stand an am späten Freitagabend im Quasimodo:

Bernd Begemann, am Piano begleitet von Kai Dorenkamp. Ein wenig anders als mit seiner Band Die Befreiung, aber in jedem Fall keine leicht Kost.
Eventim ist nicht BabyWalz, deshalb sponserte meine beste schwäbische Freundin L. mein Ticket mit 5€ (und stellt somit sicher, dass sie auch momentan noch hier erwähnt wird 😉 ).

Mein beste thüringerische Freundin J. begleitete mich, vertraute mir blind was meinen Musikgeschmack betrifft, ich hatte so meine Bedenken, ob das in diesem Fall auch eine Übereinstimmung mit ihrem Geschmack ist.

Aber zum Glück lag ich falsch – J. fand den skurrilen in Hamburg lebenden Bad Salzuflener genau so amüsant wie ich. Schon einzigartig wie Begemann Mimik und Gestik einsetzt. Seine Texte im ersten Moment straingdsch anmutend, treffen aber das Leben auf den Punkt, man erkennt seinen Einfluss auf die Hamburger Schule. Wenn ich Musiker wäre, wäre ich ähnlich, nein ich wäre genau so! Die Musik untermalt das Ganze normalerweise, gestern spielten aber Dorenkamps Pianokünste eine bedeutende Rolle. Das komplette Publikum im kleinen Jazz-Clubs am Bahnhof Zoo war zufrieden.

Direkter Vergleich mit der Dorenkamp-Version:

Mit diesem Freddy Quinn Cover nahmen Begemann und Dirk Darmstädter am Bundesvision Song Contest 2010 in Berlin für Niedersachsen teil. Sie belegten dort allerdings nur den letzten Platz, was mir total unverständlich ist

Rainbow – All Night Long!

Wieder ein Doomsday-Konzert, also nochmal hin so lange es die Band noch gibt:

Ritchie Blackmore gründete nach seinem Ausstieg bei Deep Purple 1975 (Ritchie Blackmore’s) Rainbow. Von der Originalbesetzung ist nur noch Blackmore selbst dabei, klar, er ist ein MUSS, ein Gitarrengott vor dem Herrn, der Rest der Band ist allerdings gut besetzt, besonders der chilenische Sänger Ronnie Romero, ein Schönling und Poser, hat die kreischige aber voluminöse Hardrockstimme, die man von früheren Besetzungen kennt und schätzt.

Aber beginnen wir vom Anfang: Ich überlegte lange ob ich hingehe, die Tickets waren mir mit deutlich zu teuer, vor allem die für den Innenraum. Doch dann fügte es sich und ich kam an Freikarten ran, meinen besten Oranienburger Freund O. musste ich nicht lange bitten für das einzige Deutschlandkonzert mit ins Velodrom zu kommen.

The Lords als Vorband waren eine Überraschung für mich, schließlich wurde die Band 1959 gegründet, ich fand aber heraus, dass von der Originalbesetzung keiner mehr dabei ist und  alle schon unter der Erde sind – aber ok, als Opener passten sie.

Rainbow war dann richtig gut, wir hatten zwar nur Karten für den Rang und beim ersten Song war der Gesang zu sehr im Hintergrund, die Soudtechnik bemerkte es allerdings und die Jungs um Ritchie Blackmore ließen es richtig laut und gut krachen – wie eine Zeitmaschine versetze Rainbows Hardrock und zurück in die späten 70er – ein wirklich tolles Konzert.

Und noch zwei neuere Video mit Ronnie Romero:

Nathaniel Rateliff & the Night Sweats!

Aushilfe K. war es der die Idee hatte zu diesem Konzert zu gehen – ich hörte kurz rein und sagte zu. Wir waren dann insgesamt zu viert, K., seine Frau Frau K. und der mit dem sie eigentlich das Länderspiel Deutschland gegen Brasilien sehen wollten weil sie das Konzert fast vergessen hätten…

Das Publikum war nicht das allerjüngste, meist so zwischen 31 und 46, die Ausnahmen eher nach oben denn nach unten, bei uns vier war ich die Ausnahme nach oben.
Slim Cessna’s Auto Club, die Vorband, machte, ja, was machten die, irgendwie so ne Art Country Punk, die Jungs aus Denver können was.

Dann der Hauptakt, Nathaniel Rateliff, Vollwaise, auch aus Denver, ist der leibliche Sohn von John Belushi und Joe Cocker, die Musikalität hat er von beiden, von Cocker dann eher die Optik, Belushi vererbte ihm dafür den musikalischen Stil -R&B, Rock’n Roll, Singer Songwriter -extrem, laut und unglaublich nah*- schrill, kauzig, humorvoll- im Studio gut, die Songs die im Radio laufen kennt man – aber live einfach KLASSE – große Band mit drei Bläsern, geht ab!

*das trieft hier wieder vor Intellekt und Belesenheit 😉

Isolation Berlin in Potsdam!

Das kulturelle Angebot Berlins ist einmalig in Deutschland, klar, sonst wär ich auch schon längst weg aus dem Moloch. Aber manchmal reicht Berlin nicht, dann fahre ich in die Kapitalen anderer Bundesländer.
Gestern Abend war ich in Potsdam:
Isolation Berlin – Auftakt der Tour zum neunen Album Vergifte dich . Die berliner Indie-Rocker spielen zwar im Mai auch in Berlin, doch da bin ich nicht da.
Also Waschhaus, zum ersten Mal, eine schöne Location, mit den Öffentlichen brauchte ich von mir ne gute Stunde, das geht!

Swutscher, die Vorband, wäre den Eintrittspreis auch schon Wert gewesen. Die Jungs kommen wohl ebenfalls aus Berlin, spielten schrammelige Trinklieder und mehr, haben mir sehr gut gefallen, passten super zum Hauptakt.

Dann Isolation Berlin – im Radio hört man eher die melancholischen Stücke wie den aktuellen Hit Marie oder den Song Annabelle vom ersten Album, durch den sie einem größerem Publikum bekannt wurden – aber sie können auch anders, richtig gute harte und immer anspruchsvolle und originelle Songs, aus den Jungs wird mal was – Super Konzert! Hingehen! Anhören!

Der Nachhauseweg war lange…

Calexico: The Thread That Keeps Us!

Calexico, schon eine meiner Lieblingsbands, aber da ich zuletzt im November 2015 auf einem Konzert war wollte ich sie dieses Jahr mal auslassen…

Dann aber kam im Januar das neue Album The Thread That Keeps Us raus, ich war absolut begeistert. Textlich ist das neue Werk politischer, reagiert auf die aktuelle amerikanische Politik, die die teilweise aus Mexiko stammenden Musiker attackiert, natürlich kann ich den Texten mit meinen guten aber limitierten Englischkenntnissen beim Zuhören nicht immer folgen, aber auch die Musik ist der Wahnsinn, kraftvoller und  kantiger, dann wieder fast psychedelisch – für mich im Moment das Album des Jahres, habe es inzwischen bestimmt fünf mal komplett durchgehört.

 

Natürlich kaufte mir umgehend eine Karte, bzw. zwei Karten, ich sollte den Gatten M. meiner besten harzer Freundin T. mitnehmen, der aber wollte unbedingt, dass seine einzige harzer Frau T. mitkommt, also besorgten sich die zwei einen Babysitter für ihre Kinderschar und wir gingen zu dritt.

 

Im Tempodrom kamen wir noch in den Innenraum, die Location war denke ich mal ausverkauft, aber zum Glück kein Gedränge wie in manch andere Spielstätte.
Die Vorband Mexican Institute auf Sound passte perfekt zu Hauptakt, der Kopf der Formation Camilo Lara spielt beim eigentlichen Konzert ebenfalls mit.
Calexico spielten knapp zwei Stunden, im  Mittelpunkt stand natürlich das neue Album, aber auch die alten Hits wie Crystal Frontier kamen nicht zu kurz – absolut ok – super gelungener Abend!

Sarah Lesch!

Am Weltfrauentag, was macht Mann da, man geht zu einer Liedermacherin. Naja, nicht wirklich, ich achtete nicht genau auf das Datum als ich das Ticket vor Monaten kaufte, ausserdem dachte ich bisher, Frauentag ist am zweiten Sonntag im Mai, zumindest feierte meine Mutter selig an diesem Tag, wir Söhne schenkten ihr dann immer Weinbrandbohnen als Anerkennung für ein Jahr Arbeit.IMG_20180308_224927652Aber Sarah Lesch als linksbewegte Liedermacherin passte sehr gut zum Datum, im ausverkauften Lido überwog auch das weibliche Publikum.

Sarah Lesch spielte Gitarre und Ukulele, wobei aufgrund Ihre eigenen Größe die Ukulele wie eine Gitarre und die Gitarre wie ein Cello an ihr wirkte. Nix desto trotz war es ein sehr schönes Konzert, so wie erwartet, wobei das Lido fast ein wenig zu große für ein LiedermacherInnenkonzert ist.

Auf dem Heimweg pinkelte ich übrigens in die Spree, nur für den Fall, dass das irgendwen interessiert.