Die Verführten!

Also es war so, Colin Farrell ist verletzt, schließlich tobt 1864 der amerikanische Bürgerkrieg, er findet in der leicht angeranzten Mädchenschule von Nicole Kidman Aufnahme und wird medizinisch versorgt. Nicole Kidman, Kirsten Dunst und Elle Fanning sind scharf auf Colin, dieser nutz das aus, bahnt mit Frau Kidman an, verspricht Kirsten Dunst die große Liebe, wird aber von dieser beim Poppen mit Elle Fanning erwischt. Daraufhin amputiert ihm Nicole Kidman ein Bein. Herr Farrell rastet aus und es hat ein böses Ende, für Herrn Farrell – Sofia Coppola ist an allem Schuld, eigentlich Thomas Cullinan

An einem lauen Sommerabend war ich mit meiner besten thüringersichen Freundin im Freiluftkino, ein schöner Abend!

Es traten an: Berlinale v/s Theatersport!

Es gibt Massenauftriebe in Berlin, auf die kann ich getrost verzichten:

-Grüne Woche – da war ich noch nie!
-Funkausstellung – in den 90ern war ich mal da, Proletenberliner sammeln alles ein was es an den Ständen umsonst gibt!
-Fanmeilen – habe nicht einmal dran gedacht, hinzugehen!
-Hertha BSC – kotz, aber klar geh ich hin wenn sie gegen die Eintracht spielen um sie verlieren zu sehen!
-Venus Erotikmesse – pfui Teufel!*

-Berlinale -Die Filme die sich lohnen kommen eh irgendwann im Kino,** ja, ich spiele, obwohl ich überdurchschnittlich intelligent und gebildet bin, gerne mal den Kulturbanausen. Ich war aber 1997 schonmal mit meiner Kommilitonin S. auf der Berlinale, Fräulein Stillas Gespür für Schnee, toller Film! Nun wollte mich meine beste thüringerische Freundin J. erneut begeistern!

* naja, ok, ich habe eine Dekadendauerkarte, aber wegen der Berlinale-Kritik löse ich eh schon einen Shitstorm aus
**meine Mutter selig hätte gesagt „Die Filme die wo sich zu gugge lohne komme eh irgendwann im Fernsehen, da geb‘ ich doch ka‘ Geld aus!“

Aber von vorne:

Montag aber war ich, ebenfalls mit meiner besten thüringerischen Freundin J., beim Theatersport im BKA Theater. Unter dem BKA ist bekanntlich Curry36, da kann man sich bei der Kälte eine Currywurst holen und sie im benachbarten Vogt’s Bierexpress essen wenn man ein Bier dazu bestellt, ja, sowas gibt’s noch!

Theatersport ist eine Variante des Improvisationstheaters, zwei 2erTeams traten gegeneinander an, moderiert von Moderator Justin Case und musikalisch von Andy Tasten am Keyboard begleitet, ich glaube die Namen sind Künstlernamen. Wie auch immer, die Darsteller waren nicht unbegabt (wie so oft beim Improtheater), konnten spiele, singen und Tanzen – es waren zwei sehr unterhaltsame Stunden.

Gestern dan Berlinale: 

J. hatte einen Film aus dem Internationalen Forum ausgewählt. Tinselwood, ein französischer Dokumentarfilm, eine filmische Annäherung an den Südosten Kameruns, der Trailer ist garnicht mal schlecht. Schöne Naturbilder und Leute in ihrer Welt, nicht unsympathisch, aber es muss gesagt werden, der Film war stinklangweilig und die anschließende Diskussion mit französischen Regisseurin und dem Kameramann war Hurz, die ehemalige Kolonie Kamerun hat einen solchen Schnarchfilm nicht verdient!

Passengers: Was für’s Auge und für’s Herz!

Kino kam im vergangenen Jahr eindeutig zu kurz, glaube ich hab es nur dreimal geschafft, Freiluftkino totale Fehlanzeige.
Warum also nicht das Jahr mir einem Besuch im Freiluftkino beginnen? Huh, die hatten alle zu. Na gut, dann halt ein überdachtes Etablissement, aber ein großes, Kino 1 im Zoopalast, einer der größten Säle in Berlin. Seit dem Umbau war ich nicht mehr im Haus am Breitscheidplatz, der Laden wurde schön zurecht gemacht, optisch, technisch, gastronomisch und zwangsläufig auch preislich aufgewertet. Zum Glück gibt es die Nachos mit der Käsepampe die an Eiter erinnert in der Plastiks-Assiette nicht mehr, da musste ich  immer kotzen wenn ich das Zeug roch.

Aber kommen wir mal zum Film:

Passengers – Science Fiction, ein Raumschiff unterwegs zu einer fernen Kolonie, tausende Passagiere über hundert Jahre im Tiefschlaf.
Nur Chriss Pratt und Jennifer Lawrence wachen 90 Jahre vor Ankunft auf, mehr will ich zur Handlung nicht verraten.
Ein Liebesdrama im Science Fiction Rahmen, meine Kollegen D. und A. haben viel geweint, mich tangierte dieser Aspekt nicht, vermute ich habe Asperger. Action gab es auch, aber weniger als erwartet, dafür grandiose Bilder in 3D…

… und der Badeanzug von Jennifer Lawrence ist der Hammer!

Fazit: Sehenswert, aber nicht der Ultra-Burner. Nichts für auch noch so große TV-Geräte, Kinoleinwand muss bei diesen Bildern unbedingt sein.

Auf dem Heimweg bereute ich, dass ich unbedingt in den Zoo Palast musste, Schienenersatzverkehr auf der Stadtbahn, ich kämpfte mich in der U-Bahn bis Warschauer durch.

img_20170112_224215295

 

 

Gemeinsam wohnt man besser?

Kino! Leichte Kost zu Chillen nach dem Baumfest. 

Die „Feiertage“ brachte ich relativ schmerzfrei hinter mich, der Familienkonsens war hilfreich, die Brüder Atheisten wie ich, Neffe und Nichte war es eher am Materiellen gelegen, der Anlass Nebensache.

Mit meiner besten kroatische Freundin S. ging ich ins örtliche Programmkino, der geeignete Zeitpunkt bestimmte den Film, eine französische Komödie, allerdings OMU, für mich kein Problem, S. meckerte erstmal rum…

Es ging um einen glücklichen alten Mann, der wie ich zufrieden alleine lebt, irgendwann wir seine Wohnung erst von einer, dann von drei UntermieterInnen okkupiert. Zunächst blüht er auf, doch schließlich zeigt die Vermassung ihr wahres Gesicht, alle landen vorübergehend im Gefängnis. Daraufhin wirft der alte Held die junge Brut raus, natürlich bleiben sie Freunde – OK, ein philiströses Happy End muss wohl sein, sonst ginge keiner in den Film.

Victoria: Was für ein Höllenritt!

IMG_1408Was für ein Höllenritt!

Selten gibt es Filme, die komplett anders sind, deutsche Filme schon mal gar nicht. Doch Victoria von Sebastian Schipper kommt an „Lola rennt“ ran, vom Tempo sowieso und vor allem die geniale Umsetzung:
140 Minuten in nur einer Einstellung durchgedreht, da spart man sich den Filmschnitt.

IMG_20150711_203225Und dann noch die Darsteller:
Laia Costa brilliert permanent, zeigt in über zwei Stunden alle Hochs und Tiefs die ein Mensch erleben kann- Frederick Lau steht neben Laia Costa als sympathischer Loser teilweise ein wenig im Schatten.

Der Film ist ein Muss, durch den singulären Handlungsstrang ist man quasi direkt dabei, tatsächlich rutschten als die Handlung eskalierte alle Zuschauer auf ihren Rum, auch ich und S. von der Bahn, wo mich begleitete.

Mein bester rothaariger Freund T. hat mir den Film empfohlen – KUDOS!

Provinzkino!

imageUm mich der Weihnachtspest nicht in vollem Ausmaß auszusetzen klappere ich die Familie dieses Jahr schon eine Woche vor dem Heuchelfest ab, überreiche Kleinstgeschenke (um mich nicht komplett zu isolieren) und hoffe selbst keinen allzu großen Schrott zu bekommen, Geld wär noch ok, muss aber nicht, ich hab genug.

Die Hinfahrt gestern überstand ich verkatert, war dann heilfroh das Nichte A. shoppen war und ich den Nachmittag verschlafen könnte.

imageAbends entführte mich meine beste kroatische Freundin S. ins örtliche Programmkino. Die hochdekorierte Spielstätte („Mut-zur-Lansamkeit“ Award; „Bestes Stummfilm Kino 2011“; „Ehrenpreis der usbekischen Landschafts- um Dokumentarfilmer“) zeigte den nörwegischen Blockbuster 2014:

Eine Mitarbeiterin des norwegischen Eichamts in der Lebensmitte, vom Mann zu Recht verlassen, muss mit dem norwegischen Eich-Kilo zur Konferenz nach Paris, dort wird das norwegische Kilo am französischen Urkilo geeicht und sie verliebt sich in den Gärtner des französischen Eichamts, der war ursprünglich Physiker am französischen Eichamt, wurde Gärtner in Teilzeit um seine demenzkranke Mutter zu pflegen. Bei einem Autounfall beschädigt die Protagonistin das norwegische Kilo, der Gärtner hilft ihr bei der Reparatur und dabei kommen die beiden zusammen. Science, Crime and Love in Zeitlupe.

imageNaja, so schlecht war’s nicht, die norwegische Kinoikone Ane Dahl Torp spielte brillant und in der Szene mit dem Gärtner in der Badewanne konnte Mann ihre herrlichen zu kleinen Brüste sehen.

Hinterher nahmen wir noch einen Drink um eine wenig vom Kinospannungshype runter zu kommen.

Dann musste S. nach Hause, an Weihnachten gibt es Cevapcici, diese muss sie Tage vorher zubereiten.