Feinde!

Mehr ins Kino gehen war mein einziger Vorsatz für 2018, so richtig umgesetzt hab ich das bisher nicht, aber noch ist ja fast ein halbes Jahr Zeit!

Gestern meine Freiluftkinopremiere der Saison. Hostiles, ein Realo-Western von 2017 mit einem fantastisch spielenden Christian Bale in der Hauptrolle, perfekt ergänzt von Rosamund Pike und Wes Studi. Amerikas Westen Ende des 19. Jahrhunderts, Captain  Joe J. Blocker und Häuptling Yellow Hawk haben es sich einst ordentlich gegeben, nun ist der in Gefangenschaft lebende Yellow Hawk schwer krank und Blocker soll ihn und seine Familie ins heimatliche Montana bringen, die resolute Rosalee Quaid, die gerade Mann und Kinder bei einem Angriff böser Indianer verloren hat gesellt sich dazu. Auf dem Weg nach Montana überwinden alle ihre Feindschaft doch …

…am Ende sind (fast) alle tot, filmisch sehr gut und realistisch in Szene gesetzt.

Schön, wenn man so ein kleines feines Freiluftkino wie das Pompeji in der Zukunft am Ostkreuz hat in Laufweite hat. Meine beste thüringerische Freundin J. radelte sogar aus Mitte an.

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Reingehen: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri!

Der Film wurde von meiner Begleitung H. vorgeschlagen, der Titel sagte mir nichts und ich war vorher skeptisch. Bestimmt wieder einer von diesen total deprimierenden Streifen die irgendwo im Nirgendwo der USA spielen, diesmal sogar richtig im Nirgendwo, Ebbing, Missouri gibt es nicht.

Der Film ist nicht deprimierend, es gibt viel zu lachen über Dinge über die man eigentlich heulen müsste. Eigentlich gute Menschen tun Dinge, die unglaublich sind,  Gewalt, die im jeweiligen Moment verständlich ist und witzig wirkt. Aber immer stellte man ich mir auch die Frage wie es dazu kommen konnte.* Am Ende hat man sogar ein wenig Hoffnung, das in den USA noch alles gut werden könnte.

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Guter Film, brillante Schauspieler, allen voran Frances McDormand (seit Burn After Reading liebe ich sie)  und Sam Rockwell (spielt im Film einen der schrägsten Charaktere ever) – Note 2plus, ihm, neu 1minus – warten wir mal auf die Oscar Verleihung.

*nein, die Frage stelle ich mir natürlich nicht, aber das klingt dann mehr nach Filmkritiker

 

 

DFmeU in der Zukunft!

Mehr ins Kino gehen ist mein einziger Vorsatz für 2018, zumindest der einzige über den ich hier schreiben werde 😉
Ja, Kino kam im letzten Jahr zu kurz, gerade mal vier Filme sah ich auf Leinwänden.
Gestern war dann Premiere, „Aus dem Nichts“ – die fiktive cineastische Annäherung von Fatih Akin an die NSU-Morde mit einer brillant spielenden Diane Kruger, die nicht unverdient die Goldene Palme der Filmfestspiele 2017 als Beste Darstellerin erhielt.

Ich fand den Film sehenswert, politisch, spannend und gut besetzt, Ulrich Tukur glänzte neben Diane Kruger als Vater des Attentäters in einer Nebenrolle. Meine beste thüringerische Freund J. fand den Film eher mäßig, wenn überhaupt, egal, Hauptsache mir gefiel es, aber beim nächsten Mal darf sie den Film aussuchen.

Übrigens waren wir erstmals in meinem „Kino um die Ecke“ in der Zukunft am Ostkreuz, nicht ganz so komfortabel wie die großen Kettenkinos, aber nett, schöne Kneipe (die kannte ich schon) dabei und günstig.

 

 

Nicht meine Musik, aber meine Zeit!

Kino kommt in meinem kulturellen Leben derzeit entsetzlich zu kurz! Um so froher war ich, dass sich meine beste thüringerische Freundin J. diese Woche um Film und Spielstätte kümmerte, ich musste nur mit, ins Central, dem Kleinod-Kino am Hackeschen Markt.

Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt, die Verfilmung eines der Sven Regener Romane, spielt in den frühen Neunzigern in der berliner Techno Szene. Techno war nie so meins, aber ich war schon bei den ersten Love Parades dabei und im Bunker, im Tresor und im E-Werk war ich auch dann und wann. Gelegentlich verteidige ich Techno auch mal als Kulturgut, so z.B. neulich als meine beste schwäbische Freundin L. auch Scooter (sie ist großer Fan) zu Techno zählte, geht ja wohl gar nicht.

Egal, die Geschichten die der Film erzählt kamen mir bekannt vor, wir haben viel gelacht, ein sehenswürdiger und kurzweiliger Film. Charly Hübner spielt den Karl Schmidt perfekt, Detlev Buck brilliert als skurriler Techno Altstar Ferdi, ingesamt ist der Film passend besetzt ohne jetzt ins kleinste Detail gehen zu wollen.

Die Verführten!

Also es war so, Colin Farrell ist verletzt, schließlich tobt 1864 der amerikanische Bürgerkrieg, er findet in der leicht angeranzten Mädchenschule von Nicole Kidman Aufnahme und wird medizinisch versorgt. Nicole Kidman, Kirsten Dunst und Elle Fanning sind scharf auf Colin, dieser nutz das aus, bahnt mit Frau Kidman an, verspricht Kirsten Dunst die große Liebe, wird aber von dieser beim Poppen mit Elle Fanning erwischt. Daraufhin amputiert ihm Nicole Kidman ein Bein. Herr Farrell rastet aus und es hat ein böses Ende, für Herrn Farrell – Sofia Coppola ist an allem Schuld, eigentlich Thomas Cullinan

An einem lauen Sommerabend war ich mit meiner besten thüringersichen Freundin im Freiluftkino, ein schöner Abend!

Es traten an: Berlinale v/s Theatersport!

Es gibt Massenauftriebe in Berlin, auf die kann ich getrost verzichten:

-Grüne Woche – da war ich noch nie!
-Funkausstellung – in den 90ern war ich mal da, Proletenberliner sammeln alles ein was es an den Ständen umsonst gibt!
-Fanmeilen – habe nicht einmal dran gedacht, hinzugehen!
-Hertha BSC – kotz, aber klar geh ich hin wenn sie gegen die Eintracht spielen um sie verlieren zu sehen!
-Venus Erotikmesse – pfui Teufel!*

-Berlinale -Die Filme die sich lohnen kommen eh irgendwann im Kino,** ja, ich spiele, obwohl ich überdurchschnittlich intelligent und gebildet bin, gerne mal den Kulturbanausen. Ich war aber 1997 schonmal mit meiner Kommilitonin S. auf der Berlinale, Fräulein Stillas Gespür für Schnee, toller Film! Nun wollte mich meine beste thüringerische Freundin J. erneut begeistern!

* naja, ok, ich habe eine Dekadendauerkarte, aber wegen der Berlinale-Kritik löse ich eh schon einen Shitstorm aus
**meine Mutter selig hätte gesagt „Die Filme die wo sich zu gugge lohne komme eh irgendwann im Fernsehen, da geb‘ ich doch ka‘ Geld aus!“

Aber von vorne:

Montag aber war ich, ebenfalls mit meiner besten thüringerischen Freundin J., beim Theatersport im BKA Theater. Unter dem BKA ist bekanntlich Curry36, da kann man sich bei der Kälte eine Currywurst holen und sie im benachbarten Vogt’s Bierexpress essen wenn man ein Bier dazu bestellt, ja, sowas gibt’s noch!

Theatersport ist eine Variante des Improvisationstheaters, zwei 2erTeams traten gegeneinander an, moderiert von Moderator Justin Case und musikalisch von Andy Tasten am Keyboard begleitet, ich glaube die Namen sind Künstlernamen. Wie auch immer, die Darsteller waren nicht unbegabt (wie so oft beim Improtheater), konnten spiele, singen und Tanzen – es waren zwei sehr unterhaltsame Stunden.

Gestern dan Berlinale: 

J. hatte einen Film aus dem Internationalen Forum ausgewählt. Tinselwood, ein französischer Dokumentarfilm, eine filmische Annäherung an den Südosten Kameruns, der Trailer ist garnicht mal schlecht. Schöne Naturbilder und Leute in ihrer Welt, nicht unsympathisch, aber es muss gesagt werden, der Film war stinklangweilig und die anschließende Diskussion mit französischen Regisseurin und dem Kameramann war Hurz, die ehemalige Kolonie Kamerun hat einen solchen Schnarchfilm nicht verdient!

Passengers: Was für’s Auge und für’s Herz!

Kino kam im vergangenen Jahr eindeutig zu kurz, glaube ich hab es nur dreimal geschafft, Freiluftkino totale Fehlanzeige.
Warum also nicht das Jahr mir einem Besuch im Freiluftkino beginnen? Huh, die hatten alle zu. Na gut, dann halt ein überdachtes Etablissement, aber ein großes, Kino 1 im Zoopalast, einer der größten Säle in Berlin. Seit dem Umbau war ich nicht mehr im Haus am Breitscheidplatz, der Laden wurde schön zurecht gemacht, optisch, technisch, gastronomisch und zwangsläufig auch preislich aufgewertet. Zum Glück gibt es die Nachos mit der Käsepampe die an Eiter erinnert in der Plastiks-Assiette nicht mehr, da musste ich  immer kotzen wenn ich das Zeug roch.

Aber kommen wir mal zum Film:

Passengers – Science Fiction, ein Raumschiff unterwegs zu einer fernen Kolonie, tausende Passagiere über hundert Jahre im Tiefschlaf.
Nur Chriss Pratt und Jennifer Lawrence wachen 90 Jahre vor Ankunft auf, mehr will ich zur Handlung nicht verraten.
Ein Liebesdrama im Science Fiction Rahmen, meine Kollegen D. und A. haben viel geweint, mich tangierte dieser Aspekt nicht, vermute ich habe Asperger. Action gab es auch, aber weniger als erwartet, dafür grandiose Bilder in 3D…

… und der Badeanzug von Jennifer Lawrence ist der Hammer!

Fazit: Sehenswert, aber nicht der Ultra-Burner. Nichts für auch noch so große TV-Geräte, Kinoleinwand muss bei diesen Bildern unbedingt sein.

Auf dem Heimweg bereute ich, dass ich unbedingt in den Zoo Palast musste, Schienenersatzverkehr auf der Stadtbahn, ich kämpfte mich in der U-Bahn bis Warschauer durch.

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