Ein Tick zu viel!

Es war nicht das erste Mal, dass ich ein Programm von Ades Zabel und Company gesehen hatte, aber diesmal war es so richtig mies.

Ich wollte meinem dicksten heidelberger Freund L. etwas bieten, aber es ging voll daneben. Alles war ein Tick zu viel, zu albern, man konnte fast alle Pointen ahnen, es hatte etwas von einer Karnevalssitzung in einer südhessischen Kleinstadt: Geringes Niveau, aber das vermutlich mehrheitlich betrunkene Publikum lacht.

Mein Tipp: Spart Euch das Geld!

Elbhangfest!

Ostsee Urlaub steht an, aber erstmal Vor-Urlaub in Dresden bei meiner besten sächsischen Freundin D.!
Vom Busbahnhof fuhren wir gleich gen Loschwitz, das ist dort, wo das Blaue Wunder steht. Wir ußen, tranken und lauschten der Musik auf diversen Bühnen des Elbhangfestes.
Samstag fuhren wir direkt nach Pillnitz, ja genau, da wo das Schloß ist, dort kam der Elbhangfestfestzug an, der wirkte etwas bemüht, mehr ein Karnevalsumzug und war zum Glück recht kurz.
Das Motto war Luther, fuck religion!,  da haben es die Veranstalter der Republik leicht in diesem Jahr:
„Fällt uns nix gescheites ein, muss es halt Antisemit Luther sein“
Das musikalische Programm war dafür sehr ansprechend und abwechslungsreich von Folk über Singer Songwriter bis Rock, Jazz, Operette, Mittelaltermusik, Guggenmusik uswusf…
Wir arbeiteten uns elbabwärts bis Wachwitz vor, dort endete der Samstag auf der Höllenkirmes mit einem Feuerspektakel.

Ein gelungenes Wochenende!

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Fil, Crackhuren, aber ohne Stereo Total!

Viel los in der Stadt an diesem Wochenende, ich begann das Wochenende mit Eggs Benedict, habe dieses deftige und doch feine Frühstück in Neuseeland zu schätzen gelernt, aber man darf nicht zuviel davon naschen sonst werden die Bene dick!
Apropos dick – der Dicke ist tot, was soll’s, er hat sein Leben gelebt. Mit Kohl verbinde ich immer eine Wahlveranstaltung der CDU irgendwann Ende der 1980er. Ich war damals in der Sozialistischen Landjugend und kam mit drei Kampfgenossen trotz Einlasskontrollen in das Bürgerhaus von Wasweißichwo rein. Wir warteten lange auf den Kanzler und ich kam mit einer ganz ansehnlichen Grazie von der Jungen Union ins Gespräch, verliebte mich sogar in CDU-Antje und sie sich in mich, so verliebt wie man nur sein kann, wenn man drei Stunden gemeinsam auf Helmut Kohl wartet. Tja… dann kam Kohl und Antje hatte Tränen in den Augen als sie mich mit der Trillerpfeife in Aktion entdeckte, sie sah mich von den Saalordnern rausgetragen werden und nie wieder.
Jetzt ist Kohl in der Hölle und Antje sicher Bürgermeisterin in einer hessischen Kleinstadt, also auch in der Hölle. Es ist bald Wahl, ich bin auf der Suche nach dem kleinsten wählbaren Übel, bis vorgestern hatte ich noch die Grünen auf der Liste, aber ich habe Cem Özdemir noch nie so leidenschaftlich gesehen wie auf dem gerade stattfindenden Grünenparteitag als er den Verdiensten Kohls huldigte.

Also Grün wählen? Nö!

Zum Fest der Linken wollte ich aber schon vor Özedemirs Rede, nicht wegen der Partei, sondern wegen des Kulturprogramms und das war gut. Zuerst sahen meine beste thüringerische Freundin J. und ich Fil, der Ur-Berliner war genial wie immer und ausnahmsweise in Weiberklamotten. Im Anschluss dann die Toten Crackhuren im Kofferraum, passte gut, habe beide Acts schon öfter live gesehen, verzichte hier mal auf detaillierter Beschreibungen, man muss Fit und die Crackhuren live sehen.

Der Hauptakt Stereo Total fiel leider aus, dafür traten der hamburger Knarf Rellöm und die frühere Lassie Singerin Christiane Rösinger auf, letztere deutlich bessere als ersterer.
Zum Abschluss gönnten J. und ich uns noch Mexikaner gegen Trup, ein schöner Tag!

 

Klavierkabarett und in Reispapier gebackene Bananen nordost-usbekischer Art zum Frühstück!

Wenn ich Freikarten in Anspruch nehme gehe ich nach dem „nicht nur machen weil es umsonst ist“-Prinzip vor, ich informiere mich „in advance“ was mich so erwarten würde, im Internet-Zeitalter kein allzu großes Problem ist. So auch diese Woche als ich Tickets für die ufaFabrik ergatterte, der Künstler mutete in YouTube weniger maßen an.
Aber es begab sich, dass der ursprüngliche Künstler scheints seinen Flug verpasste und seine Pianistin Corinna Fuhrmann sich in ihre Klavierkabarett-Identität Lucy van Kuhl verwandelte.

Und so wart es für meinen ältesten Berliner Freund M. und mich eine Reise ins Unbekannte. Aber BINGO! Ein ungewohntes Genre, beim Lied „Herr Schmitz“ war ich gar ein wenig gerührt und es schüttelte mich.

Es mundete, genau wie mein heutiges Frühstück…

Wochenfazit: Geht so (Däne am Montag), Supergut (Engländer am Mittwoch) doch ein Schwaben-Crowdfund-Pleitegeier versaut mir das WE!

Es ging blutig los am Montag: Ich hatte Freikarten für den Thriller Erbarmen von Jussi Adler-Olsen, genauer gesagt für die bühnische Inszenierung im Berliner Kriminaltheater.  Ich beging den Fehler, mir vorher noch beim hastigen zubereiten meines Abendbrots die Fingerkuppe des linken Zeigefingers abzuschneiden, ich fand das Stückchen nicht mehr und uß es wohl mit, Auto-Kanibalismus ist ein Trend!
Mein ältester Berliner Freund M. begleitete mich, er hatte auch das Buch gelesen, meinte es war spannend, spannender als das Stück, ich wusste auch schon zur Pause wer der Bösewicht ist. Aber ok, so ein Thriller der die Spannung im Buch über hunderte Seiten aufbaut, ist nicht leicht auf der Bühne umzusetzen, das Bühnenbild war ganz gut, die Schauspieler auch, aber spannend war es nicht, es hat nicht gethrillert. Werde mir bei Gelegenheit auch mal den Film anschauen.

Mittwoch wurde es besser, im Auster-Club spielten Flight Brigade, die Briten erinnern ein wenig an Arcade Fire und Keane mit einem Hauch Radiohead. Meine beste thüringerische Freundin J. und ich waren begeistert, aus denen könnte echt mal was werden, obwohl es Hipster sind. Auch die Vorband REWS war gut, die Mädels hätten mir auch ohne Musik gefallen.

Heute wollte ich meinen dicksten Heidelberger Freund L. und Freund Freund besuchen, in einer schwachen Stunde buchte ich die fahrt mir dem SchwabenStartUp Locomore, aber der vegane Gutmenschenshuttle zwischen Neu-Schwabendland und Stuttgart hat nicht mal ein halbes Jahr durchgehalten und machte ausgerechnet heute pleite.

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Was fang ich jetzt an?

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Es traten an: Berlinale v/s Theatersport!

Es gibt Massenauftriebe in Berlin, auf die kann ich getrost verzichten:

-Grüne Woche – da war ich noch nie!
-Funkausstellung – in den 90ern war ich mal da, Proletenberliner sammeln alles ein was es an den Ständen umsonst gibt!
-Fanmeilen – habe nicht einmal dran gedacht, hinzugehen!
-Hertha BSC – kotz, aber klar geh ich hin wenn sie gegen die Eintracht spielen um sie verlieren zu sehen!
-Venus Erotikmesse – pfui Teufel!*

-Berlinale -Die Filme die sich lohnen kommen eh irgendwann im Kino,** ja, ich spiele, obwohl ich überdurchschnittlich intelligent und gebildet bin, gerne mal den Kulturbanausen. Ich war aber 1997 schonmal mit meiner Kommilitonin S. auf der Berlinale, Fräulein Stillas Gespür für Schnee, toller Film! Nun wollte mich meine beste thüringerische Freundin J. erneut begeistern!

* naja, ok, ich habe eine Dekadendauerkarte, aber wegen der Berlinale-Kritik löse ich eh schon einen Shitstorm aus
**meine Mutter selig hätte gesagt „Die Filme die wo sich zu gugge lohne komme eh irgendwann im Fernsehen, da geb‘ ich doch ka‘ Geld aus!“

Aber von vorne:

Montag aber war ich, ebenfalls mit meiner besten thüringerischen Freundin J., beim Theatersport im BKA Theater. Unter dem BKA ist bekanntlich Curry36, da kann man sich bei der Kälte eine Currywurst holen und sie im benachbarten Vogt’s Bierexpress essen wenn man ein Bier dazu bestellt, ja, sowas gibt’s noch!

Theatersport ist eine Variante des Improvisationstheaters, zwei 2erTeams traten gegeneinander an, moderiert von Moderator Justin Case und musikalisch von Andy Tasten am Keyboard begleitet, ich glaube die Namen sind Künstlernamen. Wie auch immer, die Darsteller waren nicht unbegabt (wie so oft beim Improtheater), konnten spiele, singen und Tanzen – es waren zwei sehr unterhaltsame Stunden.

Gestern dan Berlinale: 

J. hatte einen Film aus dem Internationalen Forum ausgewählt. Tinselwood, ein französischer Dokumentarfilm, eine filmische Annäherung an den Südosten Kameruns, der Trailer ist garnicht mal schlecht. Schöne Naturbilder und Leute in ihrer Welt, nicht unsympathisch, aber es muss gesagt werden, der Film war stinklangweilig und die anschließende Diskussion mit französischen Regisseurin und dem Kameramann war Hurz, die ehemalige Kolonie Kamerun hat einen solchen Schnarchfilm nicht verdient!

Schlecht im kosmischen Maßstab!

Ich wollte mir was Kulturelles antun, was Lustiges, in Englisch. Habe damit bisher in Berlin keine schlechten Erfahrungen gemacht – bisher!

Cosmic Comedy hat das geändert, ok, es muss auch Bühnen für begabte Anfänger geben. Aber bei Cosmic Comedy waren sie nicht begab, naja, ok, der Typ aus Tansania war schon ganz gut, die Schwangere auch (über was macht die Witze, wenn sie nicht trägt?).

Typisch Englisch war der Humor eher genital statt wie im Deutschen fäkal. Fuckingdicksuckingslutcunt – Cunt war überhaupt das Wort des Abends, Cunt macht flache Witze lustig dachten Host und Akteure. Ich bin ja schon ein Freund von gepflegtem Dirty Talking, aber was da geboten wurde war pissige Dreckskacke, um mich auch mal in deutscher Sprachkultur zu äußern.

Aber wenigstens hab ich mal wieder mit Frau N. wo mich begleitete ein paar Bier gezogen…