Schweizer Nachwuchs!

Michael Elsener kommt aus der Schweiz, ist noch sehr jung (Anfang 30) ist Comedian oder Kabarettist oder beides. Er tritt zur Zeit im Kookaburra auf und ich bin mit meinem ältesten berliner Freund M. hin.

Es war Donnerstag, das Kookaburra war leider nicht gut besucht, aber wir befanden ihn für gut. Hoffentlich hat er bei seinen folgenden Auftritten den qualitativen Zuspruch bekommen den er verdient.

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Das neue Wühlmäuse Ensemble – braucht kein Mensch! (Wir hätten bei Nic Cester bleiben sollen)

So ist das manchmal, vorher geht man wohin wo es nachher besser war. So war es auch am Dienstag mit meinem ältesten berliner Freund M:

Wir nahmen ein paar Vorglüh-Bier in der RadioEins Dachlounge im RBB-Gebäude und gingen dann zum Hauptprogramm des Abends rüber zu Die Wühlmäuse. Denen hat Chef Didi Hallervorden nach 80 Jahren wieder eine eigenes Ensemble spendiert, das klang zunächst mal interessant, war es aber nicht.

Die erste Programmhälfte war ein kalter Aufguss von Nichts, Pointen für Rentner die sich zu Dutzenden im nicht ausverkauften Haus tummelten. Politisches Kabarett komplett ohne aktuellen Bezug, naja nicht ganz, einmal wurde Jamaica gesagt, vermutlich stand das schon vorher im Text. Nachdem Pausenbier wurden es etwas besser oder wir waren einfach nur betrunkener? Wer von meinen berliner Lesern Freunde oder Verwandte ärgern will möge ihnen zu Weihnachten Karten für das neue Wühlmäuse Ensemble schenken.

Wären wir mal in der Dachlounge geblieben, dort sahen wir Nic Cester für sein anschließendes Lounge-Konzert proben, ja genau, den kennt man von Jet:

Kultur am Tiergarten: Vivaldi, Bach, Mozart, Stermann & Grissemann!

Als Hörer eines beliebten berliner Radiosenders kennt man die beiden, obwohl sie eigentlich schwerpünktlich in Österreich aktiv sind:

Stermann & Grissemann, bzw. Grissemann & Stermann wie die ihre Show bei RadioEins hieß.

Meine beste thüringerische Freundin J. hatte für die draußen ungemütlichste Zeit des Jahres Karten für das Tipi am Kanzleramt besorgt. Ich reiste elegant mit Bus 100 an.

Das Programm hielt was der Titel versprach, Gags Gags Gags…

Der österreichische Humor – oft anders, sehr speziell, aber nicht ohne, wir amüsierten uns prächtig am nördlichen Rand des Tierparks.

Ein paar Tage später war dann das südliche Ende des Tierparks dran, im Kammermusiksaal der Philharmonie wurden Mozart, Vivaldi und Bach gegeben, ein reines aber edles Streichkonzert. S. von der Bahn begleitete mich. Das Publikum war allerdings zu großen Teilen nicht klassiktauglich, zerklatschte die kurzen Pausen zwischen den einzelnen Stücken, sehr zum Ärger von Kulturmenschen wie meiner einer.

Danziger – super Kombination!

IMG_20171111_194640181Kultur am Samstagabend, die Berliner Kabarett Anstalt ist immer eine gute Adresse, inzwischen sogar meine bevorzugte Lokation.
(Den Kookaburra am Prenzlauer Berg bevorzugte ich früher, ist sicher immer noch sehr gut, aber seit ich nicht mehr in Schwabylon wohne auch ganz schön weit weg. Ich gelobe aber Besserung)

Stefan Danziger kannte ich bisher nur flüchtig, meiner beste thüringerische Begleiterin J. war er gänzlich unbekannt. Wir wurden positiv überrascht…

Danziger ist, so wird behauptet, tagsüber Comedian, nachts Stadtführer, komisch, ja komisch, ist er wohl aber umgekehrt, also tagsüber Stadtführer, nachts, als besser abends Comedian, oder so?!

Egal, auf der Bühne erzählt abends er was er er mit dem Touristenpöbel tagsüber erlebt und gibt auch Berlinern Einblicke und Informationen über ihre Heimatstadt, die sie so nicht kannten.

Was Danziger erzählt ist zumeist umwerfend komisch, aber ich denke mal es stimmt auch immer, da steckt Faktenwissen hinter, das macht den Charme seiner Show aus.

Daumen hoch!

Klassenkampf! (Solang nicht die Hose am Kronleuchter hängt…)

Kann ja nicht sein, da rufen die Hessen, wo ich vor ner Woche besuchte, an und beschweren sich, dass ich hier nichts über den Besuch schreibe, ok, der Verriss wird unten nach dem Haupttext folgen 😉

Aber kommen wir zum hauptstädtischen kulturellen Leben, zur Abwechslung gab es gestern mal ein Mjusikal, eins aus Neukölln, das Stück gewann den diesjährigen Musical Theater Preis für das beste Buch, immerhin und ich bin mit meiner besten thürigerischen Freundin J. hin in den Heimathafen und wir schauten es uns an.

Die Darsteller, ein Mix aus Profis und Amateuren, brachten die Geschichte gut rüber – Neuköllner Schule mit hohem Anteil an Schülern Nicht-Deutscher-Herkunft (unschöner Ausdruck, Zitat aus dem Stück), alle sind deshalb chancenlos und drohen in die Kriminalität abzudriften, die kommunistische Hausmeisterin von Drüben bring den Kids Karl Marx näher und dann…

Das Stück ist eher was für Schüler und Lehrer, die Message trieft aus aus allen Texten und Liedern, aber trotzdem, es gefiel uns.

Epilog:
Vor ner guten Woche war ich in Hessen, es war sehr schön, ich trank viel Bier, ok, ich könnte hier Bierselfies posten, aber die einzige, die darauf steht, ist meine beste schwäbische Freundin L. und der schick ich die Bilder im direkt per WhatsÄpp. Also, es war sehr schön und ich mag meine Familie und meine vielen Freunde dort, aber es ist nunmal Provinz, kulturell ist, mal abgesehen von Eintracht Frankfurt, auf dem Mond mehr los. In Frankfurt waren wir z.B. bei Jo van Nelson, der hatte 1989 einen Hit (gerade recherchiert, bekam ich damals nicht mit, er war in den TOP 10.000) mit einer Vertonung von Paul Zechs Gedicht Erdbeermund, Klaus Kinski würde sich im Grab rumdrehen, war aber nicht nötig, er lebte ja 1989 noch). Van Nelson trat in einer Location namens KES (hessisch für Käse = Spass/ Lustiges/Kabarett) als Max Rabe Imitator auf. Ok, will nicht wirklich lästern, es war sehr schön, in der Wüste freut man sich über jeden Schluck Wasser.

Oliver Polak: 90 Minuten Tabubruch!

Deutschsprachige Comedians gelten verglichen mit ihren angelsächsischen Kollegen als eher brav, aber es gibt Ausnahmen, die beste Ausnahme ist Oliver Polak, es geht dann schonmal, naja eigentlich immer ordentlich zur Sache.

„Stell Dir mal vor Du stirbst, ich hol so sechs Gays vom Nollendorfplatz, wir kommen in Katzenkostümen auf Deine Beerdigung, wir ejakulieren auf Dein Grab, im Hintergrund läuft König der Löwen, alle kucken und ich sag: Er wollte das so!“

Mich ehrt es,  dass der Grimme-Preis Preisträger 2017 (Kategorie Unterhaltung für die von ihm moderierte ProSieben Show „Applaus und raus“) sein aktuelles Programm nach mir benannt hat, meiner Begleitung im Astra Kulturhaus, S. von der Bahn, war es vorher gar nicht aufgefallen.
Neben den Pointen des Meisters war es auch köstlich das Lachverhalten des Publikums zu beobachten, manche kicherten in sich herein, sich bewusst werdend, dass sie vorher noch nie über Behinderte oder Pädophile gelacht hatten, viele schauten zuerst ungläubig ihre Begleitung an ehe sie sich zu lachen trauten,  andere wiederum lachten aus vollem Herzen.

Polak macht sich über alles lustig was sonst eher ein Humortabu ist -Tod, alte Menschen, Behinderte, Abtreibung, IS Terror, Pädophilie – nichts ist heilig, dazu Publikumsbeschimpfung, natürlich alles nur Comedy und am Ende hielte er dem Publikum den Spiegel vor’s Gesicht.

 

 

Mit estnischen Untertiteln!

Berlin hat  mich zurück!

Das meine Leser das Teater NO99 in Tallinn kennen setze ich natürlich voraus!*

Die Truppe aus Estland gastiert zur Zeit mit einer aufwendigen Inszenierung von Shakespeares Sommernachtstraum, der bekanntlich von Felix Mendelssohn Barthold vertont wurde, im Konzerthaus Berlin – ich hatte Karten für die Premiere.

Ein großes Aufgebot: Konzerthausorchester Berlin dirigiert vom Esten Olari Elts, Theaterensemble NO99 und der ebenfalls in Tallinn beheimatete Ellerhein Girls‘ Choir.

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Die Bühne war eine riesige Kugel auf der die Schauspieler und Musiker, die sich natürch totzdem im Raum befanden, live projiziert wurden. Die Musik war großartig, das Stück in estnisch, die deutschen Untertitel wurden auf Tafeln links und rechts der Bühnenkugel angezeigt, also eigentlich Seitentitel. Meinem ältester berliner Freund M. und mir gefiel es, mal was ganz anderes, auch wenn wir uns erst an die Untertitel gewöhnen mussten, aber Estnisch ist eine seht sexy Sprache:

*kleiner Scherz

Im Hallenbad war ich am Wochenende auch:

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