Waghubinger!

Ich muss zugeben, dass ich Stefan Waghubinger vorher nicht kannte, nicht so bewusst meine ich, also nicht so, mehr so als so halt. Trotzdem ging ich mit S. von der Bahn hin ins BKA Theater. Stefan Waghubinger, mein Jahrgang, österreichischer Kabarettist, Cartoonist und Autor.

Außergewöhnlich Belastungen, ein Programm das aus Abschweifungen besteht, tiefgründig, witzig, österreichisch behäbig, zum Nachdenken anregend, empfehlenswert:

 

 

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Vier Freunde – 205 Lebensjahre!

Wir kennen uns unterschiedlich lange:
R. traf ich erstmals vor 47 Jahren, ich stolpete über seinen Bauklotzturm als ich neu im Kindergarten war.
N. überfiel mich schon ein Jahr vorher jedesmal wenn ich bei Bäcker Dietz Brötchen holte.
Am längsten kenne ich E., wir schoben schon vor 50Jahren den Kinderwagen mit meinem Babybruder R vor uns her.

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Bildschirmfoto 2017-08-27 um 16.56.11Nach der Schule verloren wir uns nie aus den Augen, auch als ich nach Berlin ging und die drei Saftnasen in Hessen blieben.
Um die Freundschaft zu stabilisieren machten wir 2005 eine Wanderung im Allgäu und beschlossen, einmal im Jahr gemeinsam etwas zu unternehmen, leider kam immer etwas dazwischen, aber 2016 klappte es erstmals wieder und dieses Wochenende schlugen sie wieder auf.

Als Gastgeber war ich für die Bereitstellung eines mit Bier gefüllten Kühlschranks und das Programm verantwortlich. Donnerstag drückten wir uns in Rummelsburg rum, fuhren Tretboot und frequentierten die lokale Gastronomie.

Freitag Tagesausflug in die Uckermark, anfänglich ein wenig durch Schienenersatzverkehr zwischen Löwenberg und Templin ausgebremst waren die 35 Kilometer Draisinenfahrt von Templin nach Lychen und zurück mit Picknick und gastronomischer Einkehr der Höhepunkt des diesjährigen Veteranentreffens.

Der Samstag startete spät mit einer Bootsfahrt auf der Spree, dann ging’s zum Radio Eins Parkfest, meine beste thüringersiche Freundin J gesellte sich zu uns, wir trunken ordentlich RadioEins Bier.

Kultur war dabei, Jilet Ayse, herrlich, werde mir demnächst mal das komplette Programm antun.

Heute dann Brunch und Abflug!

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Nicht bis in die Puppen!

Meine Mutter hätte Andrea Bongers sicher für gut befunden, meine beste thürigerische Freundin und ich fanden sie aber, naja, hätte das Programm eine anderes Thema gehabt, das mit den Puppen war ja ganz nett, vielleicht wurde es nach der Pause besser, aber da saßen wir schon in der Kneipe und trunken Bier.

Kaiser & Plain: Liebe in Zeiten von so lala!

Ich war vor kapp einem Jahr hoch mal bei den beiden, Kaiser & Plain, damals im Denk´ ich, sag´ ich nicht -Programm, dem ersten überhaupt. Gestern nun wieder mit meiner schlauesten mecklenburg-vorpommerischen Freundin Dr. M. V.-H. in der neuen Liebe in Zeiten von so lala Show:

Musikalisches Kabarett, stereotypenhafte Rollenverteilung – die komische, angenehm üppige, divenhafte Virginia Plain und der oft unter ihr leidende weiche Pianist David Kaiser.

Das neue Programm war geschmeidiger und stimmiger als das erste, es drehte sich wieder um das Thema Liebe, diesmal um die zwischenmenschliche Zuneigung im Zeitalter von Online-Dating und ähnlichem Gedöns, Tenor war, dass die arme Virginia Plain einfach nicht den Richtigen findet, perfekt inszeniert und dargeboten – Frau Plains vielfältige Stimme, die trockene, witzelnde Art des Herrn Kaiser, die beiden harmonierten prächtig.

Ach wäre ich doch zwei Jahre jünger oder Frau Plain zwei Jahre älter – wir wären ein tolles Paar!

Auf jeden Fall gab es viel zum Schmunzeln und auch zum lachen Lachen…

Fazit: Sehenswert!

 

 

Die echten Ashton Brothers

Ich kannte die Jungs vorher nicht wirklich, irgendwas mit Akrobatik, Musik und lustig, Holländer, die sind ja immer ein bisschen lustig. Sie gastierten bei den Wühlmäusen.
Wir waren gut in der Zeit, also besuchten wir, meine beste thüringerische Freundin J. und ich, noch die Dach Longe des RRB um die Ecke auf ein Vorglühbier und schauten uns Berlin von oben an.

Die Ashton Brothers waren dann der Hammer, fast tabufrei, es war laut, hektisch, erschreckend, spektakulär, gefährlich, böse – also nichts um nach der Arbeit ein wenig runter zu kommen, doch wir haben uns prächtigst amüsiert beim Hardcore Varieté der drei Holländer.

Fazit: Unbedingt hingehen wenn sich die Gelegenheit bietet.

 

Kultur mittig, schräg und blutig, Shakespeare und eine Irin!

Nachdem ich die Woche ziemlich rumkränkelte, der Dauerregen macht es auch nicht besser, kehrte ich zum Wochenende ins kulturelle Leben zurück, zwei Mal in Berlin Mitte:

Camille O’Sullivan sagte mir wenig, ich hörte mal in den einen oder anderen Titel rein, anstrengend, Wikipedia beschreibt sie als als intensiv dramatische Interpretin von Liedern aus der Weimarer Republik sowie von Edith Piaf, Jacques Brel, Nick Cave, Tom Waits, David Bowie, klingt bedrohlich aber interessant, mit meiner besten thüringerischen Freundin J. ging ich hin.

Fantastisch was die Irin da bot, nicht unanstrengend, aber fesselnd, auf Spotify konnte ich mich nicht mit ihr anfreunden, aber Live? – mein Tipp: Hingehen!

Samstag war J. für das Programm zuständig, die Wahl war brillant:

Monbijou Theater!

Die dachlose Spielstätte, sonst eher für Sommerkomödie bekannt, wartete mit Shakespeares Macbeth auf – Hexen, Intrigen, Blut, Dreck, Spannung, Krieg, Mord – nichts für schwache Nerven. Die Bühne ein Sandkasten unter freiem Himmel im hölzernen Amphitheater an der Spree, eine beindruckende Inszenierung von Schillers Übersetzung des Werkes, komprimiert in einem Akt – mein Tipp: Hingehen!

Und heute? Handy auf leise, Haustürklingel aus, Balkontag!

 

Berlin! Ick liebe Dir

Ich schätze den Schauspieler und Comedian Cyrill Berndt, in Caveman habe ich ihn zwar nie erlebt, aber letzen Oktober sah ich ihn schon mal im Admiralspalast in Andrew Goffmans Ein-Personen-Stück „Pornosüchtig “ („accidental pervert“), auch da war ich schon von der Power die Berndt alleine auf der Bühne ausstrahlt beeindruckt.

Samstag schaute ich mir gemeinsam mit meinem ältesten Berliner Freund M. sein Solo-Programm „Berlin! Ich lieb Dir“ im BKA-Theater an. Wir waren eigentlich nicht das Publikum, das Programm richtet sich vielmehr an Berlin Besucher. Aber ok, während draußen das wöchentlich Unwetter tobte ließen wir uns als Berliner den Spiegel vors Antlitz halten; das Programm gibt es zwar zwar schon ewig, ist aber einerseits relativ zeitlos und zudem mit Aktualitäten angereichert.

Fazit: Wer Besuch von außerhalb hat sollte gemeinsam mit seinen Leuten hingehen wenn das Stück läuft!

Tags drauf macht ich mir English Breakfast, vor dem Stück war ich so richtig eingeregnet, da braucht ich was Deftiges um die aufziehende Erkältung abzuwenden.