Gisbert zu Knyphausen!

Was soll man sich denken wenn das Konzert aus dem viel zu kleinen Huxley’s in die Columbiahalle verlegt wird? Der Sänger, eigentlich ein Liedermacher mit hinhörenswerten Texten, passt der nicht eigentlich besser in kleinere Locations?

Aber daran lag es nicht, dass mich der Gig in der Columbiahalle nicht überzeugte. Es lag zunächst an der Vorband, den Namen habe ich wieder vergessen, aber die waren echt schlimm und zogen uns runter.
Doch meine beste thüringerische Freundin J. und ich wollten Knyphausen noch eine Chance geben, aber es dauerte dann noch ewig bis es losging, obwohl keine Umbauten oder kompletten Soundchecks mehr stattfanden.

 

Das Konzert dann mäßig, das Gefühl im Bauch, das Knyphausen bei mir in den Studioaufnahmen oder auf diversen Live Videos bei mir erzeugt fehlte, er kam nicht so richtig rüber, weder bei den balladesken Werken noch bei den rockigeren Kid Kophausen Sachen, schade, bin mir nicht sicher woran es lag – Note 3 minus!

Schon tragisch, Gisbert zu Knyphausen und Nils Koppruch gründeten 2011 die Band Kid Kopphausen, veröffentlichten ein geniales Album und dann verstarb Nils Koppruch 2012 ehe es mit Kid Kopphausen richtig losging.

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DFmeU in der Zukunft!

Mehr ins Kino gehen ist mein einziger Vorsatz für 2018, zumindest der einzige über den ich hier schreiben werde 😉
Ja, Kino kam im letzten Jahr zu kurz, gerade mal vier Filme sah ich auf Leinwänden.
Gestern war dann Premiere, „Aus dem Nichts“ – die fiktive cineastische Annäherung von Fatih Akin an die NSU-Morde mit einer brillant spielenden Diane Kruger, die nicht unverdient die Goldene Palme der Filmfestspiele 2017 als Beste Darstellerin erhielt.

Ich fand den Film sehenswert, politisch, spannend und gut besetzt, Ulrich Tukur glänzte neben Diane Kruger als Vater des Attentäters in einer Nebenrolle. Meine beste thüringerische Freund J. fand den Film eher mäßig, wenn überhaupt, egal, Hauptsache mir gefiel es, aber beim nächsten Mal darf sie den Film aussuchen.

Übrigens waren wir erstmals in meinem „Kino um die Ecke“ in der Zukunft am Ostkreuz, nicht ganz so komfortabel wie die großen Kettenkinos, aber nett, schöne Kneipe (die kannte ich schon) dabei und günstig.

 

 

Gutes zum Schluss: Extrabreit!

Das war noch mal was am Ende des Jahres:

EXTRABREIT

Ich hatte sie ja schon einmal in letzter Zeit live gesehen, im August 2011 beim Oranieburger Oldiefestival, na und?
Freitag spielten die Hagener im kreuzberger Lido, ich ging hin, meine beste thüringerische Freundin J. war dabei!

Wie man auf dem Bild sieht habe ich ihr Debütalbum in Vinyl, eine meiner ersten Scheiben.
Ich denke man kann das Werk von Extrabreit inzwischen als abgeschlossen betrachten, der letzte Hit den sie hatten war 2008 Besatzungskind.
Gut so, sie spielten alle ihre Hits, von Hart wie Marmelade bis zum gerade genannten Besatzungskind. Tja, da konnten mann und frau nicht meckern, immer noch eine der geilsten deutschsprachigen Bands, auch wenn sie inzwischen kleiner Brötchen backen.

Am schönsten war es natürlich als durch Wind und Wetter ein Fliegerlied klang:

Und Allee der Diktatoren als Opener waren auch nicht schlecht!

 

Schweizer Nachwuchs!

Michael Elsener kommt aus der Schweiz, ist noch sehr jung (Anfang 30) ist Comedian oder Kabarettist oder beides. Er tritt zur Zeit im Kookaburra auf und ich bin mit meinem ältesten berliner Freund M. hin.

Es war Donnerstag, das Kookaburra war leider nicht gut besucht, aber wir befanden ihn für gut. Hoffentlich hat er bei seinen folgenden Auftritten den qualitativen Zuspruch bekommen den er verdient.

Max Richard Leßmann – Liebe in Zeiten der Follower!

Er ist der Sänger der husumer Indie Band Vierkanttretlager, schlägt jetzt etwas andere zumeist mildere Töne an, hüpft aber auf der Bühne rum, als wäre es eine Rockkonzert: Max Richard Leßmann gab sich mit dem Konzert zu seinem Soloalbum Liebe in Zeiten der Follower im Musik & Frieden die Ehre.

Als ich das Album zum ersten Mal hörte war ich begeistert (und kaufte für meine beste thüringische Freundin J. und mich sofort Karten für das Konzert). Die Musik zeigt Elemente von frühen Schlagern, Swing und Chanson, die Texte pointiert, humorvoll und immer intelligent. Das Publikum war begeistert und ich bin überzeugt, dass man von Leßmann noch viel hören wird.

Selig!

Für mich waren sie in den Neunzigern die einzige deutschsprachige Band, die mit den amerikanischen Grungegrößen mithalten konnte – musikalisch und textlich!

Ich kann mich gar nicht mehr genau erinnern, ob ich sie damals live gesehen habe, glaube schon, meine mich an ein Konzert im Metropol am Nollendorfplatz zu erinnern…

Egal auch, Ende der Neunziger trennte sich die Band, 2009 gab es eine Re-Union und aktuell ist die Band mit ihrem neuen Album Kashmir Karma fast in Originalbesetzung (der Keyboarder fehlt komplett) auf Tour.

Meine bester thrüringerische Freundin J. kannte die Band kaum, vertraute auf meinen Musikgeschmack und kam mit.

Das Huxley war weitgehend ausverkauft, die Jungs lieferten einen Bombenkonzert ab, perfekter Mix aus neuen Titeln und alten Hits, kamen mehrmals zu Zugaben wieder raus. Sänger Jan Plewka springt noch immer wie ein junger Gott über die Bühne, er ist nach wie vor einer der vielseitigsten und besten deutschen Musiker, 2013 sah ich ihn mal mit seinem Rio Reiser Programm, auch sehr zu empfehlen.

Wenn ich so auf mein Konzertjahr 2017 zurück blicke war das gestrige Konzert vermutlich der Höhepunkt, aber es kommen ja noch mindestens zwei Live Acts.

Die neueren Sachen:

Die alten Hits:

Plewka singt Rio:

Marilyn Manson! (You say god and I SAY10)

Das Konzertjahr 2017 geht langsam zu Ende, aber ein paar Highlights zum Finale stehen noch an.

Den Anfang machte gestern Brian Hugh Warner aka Marilyn Manson mit seiner gleichnamigen Band im ausverkauften Velodrom Ufo.

Düster war’s natürlich, sowohl die Fans als auch das Konzert. Manson, dem vor einigen Monaten bei einem Konzert in den USA die Bühnendekoration über dem Kopf zusammenbrach und ihm das Wadenbein brach, scheint noch nicht hundertprozentig genesen zu sein, hat sein Leid in die Bühnenshow integriert – Rollstuhl, Krankenpfleger, Beinschiene.

Das Konzert war schon beeindruckend, wogleich die Band ihre besten Zeiten sicherlich hinter sich hat. Ein Mix als neuen Stücken und alten Hits, guter Sound, spartanisches Bühnenbild. Mit knapp anderthalb Stunden fiel das Spektakel zeitlich recht knapp aus, ok, der Meister ist noch verletzt und auch nicht mehr der Jüngste.