Danziger – super Kombination!

IMG_20171111_194640181Kultur am Samstagabend, die Berliner Kabarett Anstalt ist immer eine gute Adresse, inzwischen sogar meine bevorzugte Lokation.
(Den Kookaburra am Prenzlauer Berg bevorzugte ich früher, ist sicher immer noch sehr gut, aber seit ich nicht mehr in Schwabylon wohne auch ganz schön weit weg. Ich gelobe aber Besserung)

Stefan Danziger kannte ich bisher nur flüchtig, meiner beste thüringerische Begleiterin J. war er gänzlich unbekannt. Wir wurden positiv überrascht…

Danziger ist, so wird behauptet, tagsüber Comedian, nachts Stadtführer, komisch, ja komisch, ist er wohl aber umgekehrt, also tagsüber Stadtführer, nachts, als besser abends Comedian, oder so?!

Egal, auf der Bühne erzählt abends er was er er mit dem Touristenpöbel tagsüber erlebt und gibt auch Berlinern Einblicke und Informationen über ihre Heimatstadt, die sie so nicht kannten.

Was Danziger erzählt ist zumeist umwerfend komisch, aber ich denke mal es stimmt auch immer, da steckt Faktenwissen hinter, das macht den Charme seiner Show aus.

Daumen hoch!

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Eric Shoves Them In His Pockets!

Bildschirmfoto 2017-11-10 um 17.42.11Eric wkłada je do kieszeni to znany w Polsce młody indie popowy zespół.

Ok, mal schnell in den Blockstatisken nachgeschaut, ich schreib besser auf Deutsch, der gemeine Pole meidet mein Blog 😦

Also nochmal:

Eric schiebt sie in seine Taschen ist eine in Polen schon recht bekannte Nachwuchs-Indie-Pop-Band, die drei spielten im Monarch am Kotti, ein schöner Club übrigens, wenn man es durch das angeranzte Treppenhaus bis zum Club schafft.
Meine beste hessische Freundin B., die von sich behauptet, dass polnisches Blut in ihren Adern fließt, war grad zu Besuch – also nahm ich sie und ihre und meine beste thüringerische Freundin J. mit.

Ein kurzes aber lohnendes und gut besuchtes Konzert, schöne, eingängige Songs, signifikante Gitarre, Pop halt, aber es gefiel uns.

Aus den Jungs könnte was werden…

Klassenkampf! (Solang nicht die Hose am Kronleuchter hängt…)

Kann ja nicht sein, da rufen die Hessen, wo ich vor ner Woche besuchte, an und beschweren sich, dass ich hier nichts über den Besuch schreibe, ok, der Verriss wird unten nach dem Haupttext folgen 😉

Aber kommen wir zum hauptstädtischen kulturellen Leben, zur Abwechslung gab es gestern mal ein Mjusikal, eins aus Neukölln, das Stück gewann den diesjährigen Musical Theater Preis für das beste Buch, immerhin und ich bin mit meiner besten thürigerischen Freundin J. hin in den Heimathafen und wir schauten es uns an.

Die Darsteller, ein Mix aus Profis und Amateuren, brachten die Geschichte gut rüber – Neuköllner Schule mit hohem Anteil an Schülern Nicht-Deutscher-Herkunft (unschöner Ausdruck, Zitat aus dem Stück), alle sind deshalb chancenlos und drohen in die Kriminalität abzudriften, die kommunistische Hausmeisterin von Drüben bring den Kids Karl Marx näher und dann…

Das Stück ist eher was für Schüler und Lehrer, die Message trieft aus aus allen Texten und Liedern, aber trotzdem, es gefiel uns.

Epilog:
Vor ner guten Woche war ich in Hessen, es war sehr schön, ich trank viel Bier, ok, ich könnte hier Bierselfies posten, aber die einzige, die darauf steht, ist meine beste schwäbische Freundin L. und der schick ich die Bilder im direkt per WhatsÄpp. Also, es war sehr schön und ich mag meine Familie und meine vielen Freunde dort, aber es ist nunmal Provinz, kulturell ist, mal abgesehen von Eintracht Frankfurt, auf dem Mond mehr los. In Frankfurt waren wir z.B. bei Jo van Nelson, der hatte 1989 einen Hit (gerade recherchiert, bekam ich damals nicht mit, er war in den TOP 10.000) mit einer Vertonung von Paul Zechs Gedicht Erdbeermund, Klaus Kinski würde sich im Grab rumdrehen, war aber nicht nötig, er lebte ja 1989 noch). Van Nelson trat in einer Location namens KES (hessisch für Käse = Spass/ Lustiges/Kabarett) als Max Rabe Imitator auf. Ok, will nicht wirklich lästern, es war sehr schön, in der Wüste freut man sich über jeden Schluck Wasser.

Oliver Polak: 90 Minuten Tabubruch!

Deutschsprachige Comedians gelten verglichen mit ihren angelsächsischen Kollegen als eher brav, aber es gibt Ausnahmen, die beste Ausnahme ist Oliver Polak, es geht dann schonmal, naja eigentlich immer ordentlich zur Sache.

„Stell Dir mal vor Du stirbst, ich hol so sechs Gays vom Nollendorfplatz, wir kommen in Katzenkostümen auf Deine Beerdigung, wir ejakulieren auf Dein Grab, im Hintergrund läuft König der Löwen, alle kucken und ich sag: Er wollte das so!“

Mich ehrt es,  dass der Grimme-Preis Preisträger 2017 (Kategorie Unterhaltung für die von ihm moderierte ProSieben Show „Applaus und raus“) sein aktuelles Programm nach mir benannt hat, meiner Begleitung im Astra Kulturhaus, S. von der Bahn, war es vorher gar nicht aufgefallen.
Neben den Pointen des Meisters war es auch köstlich das Lachverhalten des Publikums zu beobachten, manche kicherten in sich herein, sich bewusst werdend, dass sie vorher noch nie über Behinderte oder Pädophile gelacht hatten, viele schauten zuerst ungläubig ihre Begleitung an ehe sie sich zu lachen trauten,  andere wiederum lachten aus vollem Herzen.

Polak macht sich über alles lustig was sonst eher ein Humortabu ist -Tod, alte Menschen, Behinderte, Abtreibung, IS Terror, Pädophilie – nichts ist heilig, dazu Publikumsbeschimpfung, natürlich alles nur Comedy und am Ende hielte er dem Publikum den Spiegel vor’s Gesicht.

 

 

Dafür lohnt das Sterben nicht!

Rituale sind wichtig, vor 22 Jahren schleppten mich meine entfernten Bekannten P. und J. erstmals mit zum Zwiebelmarkt nach Weimar und ich lernte C. in Weimar kennen. Seitdem bin ich fast an jedem Zwiebelmarkt an der Ilm, C. gehört zu meinen besten Freunden, seine Partnerin M. auch, mit ihr war ich auch in Neuseeland

… und letztes Wochenende war dann wieder Weimar dran.

Kulturell war es diesmal nicht so der Knüller, dafür war das Wetter exzellent, ich war total falsch angezogen, viel zu warm, hatte auch nix passendes dabei, also ein ständiges hin und her, T-Shirt in der Sonne, Jacke an im Schatten, trotzdem schwitzend, aber so ist das. Das Wetter war sogar so gut, dass wir im Garten meiner Gastgeber grillten – Mitte Oktober:

IMG_20171014_205246062Das Ritual im Ritual ist die alljährliche Riesenradfahrt, wir kamen rein obwohl eigentlich keine Betrunkenen mitfahren dürfen.

Diesmal fuhren wir ausnahmsweise abends, tagsüber sieht man natürlich mehr wie man in meinem historischen Film sieht:

Der einzige kulturell Akt von nationaler Bekanntheit waren Radio Doria. Zugegebenermaßen kannte ich die nicht, aber C., die Kapelle ist die Band von Jan Josef Liefers und die spielten Samstag Abend auf dem Goetheplatz. Entsetzlich voll war es, unqualifizierte, unterbezahlte Ordner versuchten den Menschenmassen Herr zu werden, so wie das ablief und wie die Absperrgitter aufgestellt waren hätte der Abend in einer Katastrophe enden können.
M., C. und ich verloren uns ziemlich schnell, ich sah zu, dass ich runter vom Platz kam. Ich stellte mit vor wie es wäre wenn es zur Katastrophe gekommen wäre, zehntausende Tote, ich als der einzig Überlebende würde gegen die Verantwortlichen zu Felde ziehen und Interviews bei RTL2 geben.

Aber es kam anders und Liefers ist ein besserer Schauspieler denn ein Sänger, ich hatte also nichts verpasst.

… Sonntags ging es zurück nach Berlin…

Mit estnischen Untertiteln!

Berlin hat  mich zurück!

Das meine Leser das Teater NO99 in Tallinn kennen setze ich natürlich voraus!*

Die Truppe aus Estland gastiert zur Zeit mit einer aufwendigen Inszenierung von Shakespeares Sommernachtstraum, der bekanntlich von Felix Mendelssohn Barthold vertont wurde, im Konzerthaus Berlin – ich hatte Karten für die Premiere.

Ein großes Aufgebot: Konzerthausorchester Berlin dirigiert vom Esten Olari Elts, Theaterensemble NO99 und der ebenfalls in Tallinn beheimatete Ellerhein Girls‘ Choir.

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Die Bühne war eine riesige Kugel auf der die Schauspieler und Musiker, die sich natürch totzdem im Raum befanden, live projiziert wurden. Die Musik war großartig, das Stück in estnisch, die deutschen Untertitel wurden auf Tafeln links und rechts der Bühnenkugel angezeigt, also eigentlich Seitentitel. Meinem ältester berliner Freund M. und mir gefiel es, mal was ganz anderes, auch wenn wir uns erst an die Untertitel gewöhnen mussten, aber Estnisch ist eine seht sexy Sprache:

*kleiner Scherz

Im Hallenbad war ich am Wochenende auch:

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Lower Level Hipster Gejammer!

Das Badenhaus auf dem RAW-Gelände ist eine schöne Location, riecht aber, obwohl oberirdisch, ein wenig nach Keller.

Lino Modica war der Künstler wo auftrat, meine beste thüringerische Freundin J. und ich gingen nach drei Liedern…

Es sollte danach noch ein Künstler auftreten, der kann nichts dafür, war sicher gut!