Sei nicht traurig kleiner Meisenmann…!

Ich war bei Helge Schneider in der Waldbühne, wer mich kennt, der weiß, nicht ganz mein Humor, doch da gibt’s einen Grund, besser gesagt einen Bezug, aber da muss ich ein wenig ausholen:

Ich glaube es war im Frühjahr 1996 oder 1997, ich lebte in meiner prenzlberger Wohnung an der Schönhauser Allee, die von einem Gamat 3000 Wandheizer in der Küche und von je einem Gamat 4000 Außenluftheizer (ja, eigentlich hießen die Außenwandheizer, aber ich taufte sie um weil beim Heizen die Luft draußen so schön flimmerte, der Wirkungsgrad war nicht so doll) im Schlaf- und im Wohnzimmer gewärmt wurde. Mist, schon wieder ein Schachtelsatz, aber auf jeden Fall war es selten nötig den 4000er im Schlafzimmer in Betrieb zu nehmen, so auch in dem Frühjahr um das es jetzt geht.

Ich, damals ewiger Student und Bohemien,  war gerade neu mit Gudi m’Bed und Bügsdüüg zusammen, es war meine sexuell aktivste Zeit, nach nächtlicher körperlicher Anstrengung brauchten wir viel Schlaf.
Doch eines Morgens im März oder April wurden wir von entsetzlichem Lärm geweckt, irgendwer oder irgendetwas machte sich am äußeren Gitter des nicht im Betrieb befindlichen Gamat 4000 Außenluftheizers zu schaffen, der Heizkörper innen wirkte wie ein Hochleistungskrachvertärker. Ich sprang aus der Mitte des Bettes, zog den Vorhang vor und sah noch etwas wegfliegen, ok, eine Vogelein, das war’s dachte ich und legte mich wieder zu den anderen ins Bett, der Vogel war ja weg… hart ist der Zahn der Bisamratte, doch… und wieder ging der Krach los, es war ein Meisenmann der seiner Liebsten dort einen Nest bauen wollte.
Da mein Luftgewehr kaputt war entschloss ich mich zu sozialem Widerstand und zerstörte täglich mit einem aufgebogenen Drahtkleiderbügel die jeweils neu begonnene Nestbaustelle. Nach einer Woche gab der Meisenmann auf und schimpfte laut während ich sein Nest final zerstörte und man glaubt es kaum, im Radio lief „Sei nicht traurig kleiner Meisenmann“ von Helge Schneider. (das ist der Bezug!)

Aber immer noch kein Grund um 40€ für einen Auftritt des Herrn Schneider hinzulegen, doch als Ehrenkarte…

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Ich glaube Helge Schneider lacht sich insgeheim kaputt, dass Leute Geld für seine Mätzchen zahlen und immer immer immer lachen, aber die wenigen guten Pointen sind von einem schlauen Mann für ein schlaues Publikum, die Dummen lachen immer mit. (Bei Mario Barth ist das anderes, der macht Dummes für Dumme).

Ich war mit meiner besten thüringerischen Freundin J. da, habe die Waldbühne noch nie so leer gesehen, aber ok, uns gefiel es ganz gut. Ich glaube auch nicht, dass mit einem ausverkauften Haus gerechnet wurde, die oberen Ränge waren gesperrt und an den wenigen offenen Bierständen bildeten sich Schlangen und es gab keine mobilen Bierverkäufer, so eine Schweinerei!

Ein Tick zu viel!

Es war nicht das erste Mal, dass ich ein Programm von Ades Zabel und Company gesehen hatte, aber diesmal war es so richtig mies.

Ich wollte meinem dicksten heidelberger Freund L. etwas bieten, aber es ging voll daneben. Alles war ein Tick zu viel, zu albern, man konnte fast alle Pointen ahnen, es hatte etwas von einer Karnevalssitzung in einer südhessischen Kleinstadt: Geringes Niveau, aber das vermutlich mehrheitlich betrunkene Publikum lacht.

Mein Tipp: Spart Euch das Geld!

Elbhangfest!

Ostsee Urlaub steht an, aber erstmal Vor-Urlaub in Dresden bei meiner besten sächsischen Freundin D.!
Vom Busbahnhof fuhren wir gleich gen Loschwitz, das ist dort, wo das Blaue Wunder steht. Wir ußen, tranken und lauschten der Musik auf diversen Bühnen des Elbhangfestes.
Samstag fuhren wir direkt nach Pillnitz, ja genau, da wo das Schloß ist, dort kam der Elbhangfestfestzug an, der wirkte etwas bemüht, mehr ein Karnevalsumzug und war zum Glück recht kurz.
Das Motto war Luther, fuck religion!,  da haben es die Veranstalter der Republik leicht in diesem Jahr:
„Fällt uns nix gescheites ein, muss es halt Antisemit Luther sein“
Das musikalische Programm war dafür sehr ansprechend und abwechslungsreich von Folk über Singer Songwriter bis Rock, Jazz, Operette, Mittelaltermusik, Guggenmusik uswusf…
Wir arbeiteten uns elbabwärts bis Wachwitz vor, dort endete der Samstag auf der Höllenkirmes mit einem Feuerspektakel.

Ein gelungenes Wochenende!

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PxP: Bei Yvonne Catterfeld stand ich am Klo an!

Eigentlich bekomm ich ja alles mit was in Berlin so abgeht, ja eigentlich… und uneigentlich bekomme ich manchmal auch nichts mit (ich vermute es liegt am Alter)!
Meine beste thüringerische Freundin J. kam gerade aus der Karibik zurück, schon fand sie heraus, dass es das PxP Festival gibt, Peace by Peace, Fetsum, der Organisator, ist ein Ex-Arbeitskollege J.’s, aber nach Freikarten fragten wir nicht, denn mit den Einnahmen werden Kinder im Krieg und auf der Flucht unterstützt.

Den Sonntag begann ich aber erstmal mit einem guten Früdüg: French Toast! (auf dem Bild der ist übrigens nicht verbrannt, sieht nur so aus, ich fotografiere immer mit hoher Farbsättigung)

Dann ging es in die Waldbühne, neben J. waren noch mein bester oranienburger Freund O. samt Partnerin A. dabei. Das Programm war nicht so 100% meins, ok, die Top-Acts wie Beginner, Die Fantastischen Vier mit Herbert Grönemeyer,  Herbert Grönemeyer mit Balbina, Frank Dellé und Bilderbuch, wegen denen war ich schon dort. Auf Arte ist das Konzert übrigens abrufbar: http://concert.arte.tv/de/peace-x-peace

Fritz Kalkbrenner, ok, aber ich mag seinen Bruder Paul lieber. Der weinerlich Max Herre  war mit seinem Freundeskreis erträglich, seine Partner Joy Denalane war auch gelistet und hätte auf ihn aufgepasst falls Charlotte Roche und Jan Böhmenmann aufgetaucht werden (geneigte aber ungebildete Leser mögen den Kontext googeln). Super überrascht war ich von Grossstadtgeflüster.

Den Rest? Den hab ich vergessen…

Ach, doch: Musikalisch kann ich mit Yvonne Catterfeld wenig anfangen, den einzig guten Song den sie je gemacht hat war:

Yvonne Catterfeld singt zum 80. Geburtstag von Udo Jürgens eine einfühlsame Cover-Version:

 

 

 

Fil, Crackhuren, aber ohne Stereo Total!

Viel los in der Stadt an diesem Wochenende, ich begann das Wochenende mit Eggs Benedict, habe dieses deftige und doch feine Frühstück in Neuseeland zu schätzen gelernt, aber man darf nicht zuviel davon naschen sonst werden die Bene dick!
Apropos dick – der Dicke ist tot, was soll’s, er hat sein Leben gelebt. Mit Kohl verbinde ich immer eine Wahlveranstaltung der CDU irgendwann Ende der 1980er. Ich war damals in der Sozialistischen Landjugend und kam mit drei Kampfgenossen trotz Einlasskontrollen in das Bürgerhaus von Wasweißichwo rein. Wir warteten lange auf den Kanzler und ich kam mit einer ganz ansehnlichen Grazie von der Jungen Union ins Gespräch, verliebte mich sogar in CDU-Antje und sie sich in mich, so verliebt wie man nur sein kann, wenn man drei Stunden gemeinsam auf Helmut Kohl wartet. Tja… dann kam Kohl und Antje hatte Tränen in den Augen als sie mich mit der Trillerpfeife in Aktion entdeckte, sie sah mich von den Saalordnern rausgetragen werden und nie wieder.
Jetzt ist Kohl in der Hölle und Antje sicher Bürgermeisterin in einer hessischen Kleinstadt, also auch in der Hölle. Es ist bald Wahl, ich bin auf der Suche nach dem kleinsten wählbaren Übel, bis vorgestern hatte ich noch die Grünen auf der Liste, aber ich habe Cem Özdemir noch nie so leidenschaftlich gesehen wie auf dem gerade stattfindenden Grünenparteitag als er den Verdiensten Kohls huldigte.

Also Grün wählen? Nö!

Zum Fest der Linken wollte ich aber schon vor Özedemirs Rede, nicht wegen der Partei, sondern wegen des Kulturprogramms und das war gut. Zuerst sahen meine beste thüringerische Freundin J. und ich Fil, der Ur-Berliner war genial wie immer und ausnahmsweise in Weiberklamotten. Im Anschluss dann die Toten Crackhuren im Kofferraum, passte gut, habe beide Acts schon öfter live gesehen, verzichte hier mal auf detaillierter Beschreibungen, man muss Fit und die Crackhuren live sehen.

Der Hauptakt Stereo Total fiel leider aus, dafür traten der hamburger Knarf Rellöm und die frühere Lassie Singerin Christiane Rösinger auf, letztere deutlich bessere als ersterer.
Zum Abschluss gönnten J. und ich uns noch Mexikaner gegen Trup, ein schöner Tag!

 

Klavierkabarett und in Reispapier gebackene Bananen nordost-usbekischer Art zum Frühstück!

Wenn ich Freikarten in Anspruch nehme gehe ich nach dem „nicht nur machen weil es umsonst ist“-Prinzip vor, ich informiere mich „in advance“ was mich so erwarten würde, im Internet-Zeitalter kein allzu großes Problem ist. So auch diese Woche als ich Tickets für die ufaFabrik ergatterte, der Künstler mutete in YouTube weniger maßen an.
Aber es begab sich, dass der ursprüngliche Künstler scheints seinen Flug verpasste und seine Pianistin Corinna Fuhrmann sich in ihre Klavierkabarett-Identität Lucy van Kuhl verwandelte.

Und so wart es für meinen ältesten Berliner Freund M. und mich eine Reise ins Unbekannte. Aber BINGO! Ein ungewohntes Genre, beim Lied „Herr Schmitz“ war ich gar ein wenig gerührt und es schüttelte mich.

Es mundete, genau wie mein heutiges Frühstück…