Die Verführten!

Also es war so, Colin Farrell ist verletzt, schließlich tobt 1864 der amerikanische Bürgerkrieg, er findet in der leicht angeranzten Mädchenschule von Nicole Kidman Aufnahme und wird medizinisch versorgt. Nicole Kidman, Kirsten Dunst und Elle Fanning sind scharf auf Colin, dieser nutz das aus, bahnt mit Frau Kidman an, verspricht Kirsten Dunst die große Liebe, wird aber von dieser beim Poppen mit Elle Fanning erwischt. Daraufhin amputiert ihm Nicole Kidman ein Bein. Herr Farrell rastet aus und es hat ein böses Ende, für Herrn Farrell – Sofia Coppola ist an allem Schuld, eigentlich Thomas Cullinan

An einem lauen Sommerabend war ich mit meiner besten thüringersichen Freundin im Freiluftkino, ein schöner Abend!

Computer!

So ein richtig schwüler Sommertag ist eine gute Gelegenheit um ins Museum zu gehen, diesmal ins Computerspielemuseum. Ich war ja nie so der Zocker, aber ich traf viele alte Bekannte wieder: Den C64 meines Bruders, die Atari-Konsole auf der wir auf dem kleinen SW-Fernseher Pacman spielten, meinen ersten eigenen Computer Atari 1040 STE auf dem ich Seminararbeiten schrieb…

Für meine beste thüringerische Freundin J. war auch was dabei, sie spielte geschlagene vier Stunden an einem Poly-Play, dem einzigen Videospieleautomat der DDR den so von Ostseeurlauben kannte

Der Poly-Play wurde vom Volkseigenen Betrieb VEB Polytechnik Karl-Marx-Stadt entwickelt und von 1986 bis 1989 gefertigt. Insgesamt verließen in diesem Zeitraum ungefähr 2000 Automaten das Werk. Das Gehäuse war braun und wurde vom Möbelhersteller VEB Raumkunst Mosel (Zwickau) hergestellt. Der Automat wurde bevorzugt an FDGB-Ferienheime und öffentliche Einrichtungen verkauft. Ein Automat kostete circa 22.000 Mark (Ost). (Quelle: Wikipedia)

 

 

PxP: Bei Yvonne Catterfeld stand ich am Klo an!

Eigentlich bekomm ich ja alles mit was in Berlin so abgeht, ja eigentlich… und uneigentlich bekomme ich manchmal auch nichts mit (ich vermute es liegt am Alter)!
Meine beste thüringerische Freundin J. kam gerade aus der Karibik zurück, schon fand sie heraus, dass es das PxP Festival gibt, Peace by Peace, Fetsum, der Organisator, ist ein Ex-Arbeitskollege J.’s, aber nach Freikarten fragten wir nicht, denn mit den Einnahmen werden Kinder im Krieg und auf der Flucht unterstützt.

Den Sonntag begann ich aber erstmal mit einem guten Früdüg: French Toast! (auf dem Bild der ist übrigens nicht verbrannt, sieht nur so aus, ich fotografiere immer mit hoher Farbsättigung)

Dann ging es in die Waldbühne, neben J. waren noch mein bester oranienburger Freund O. samt Partnerin A. dabei. Das Programm war nicht so 100% meins, ok, die Top-Acts wie Beginner, Die Fantastischen Vier mit Herbert Grönemeyer,  Herbert Grönemeyer mit Balbina, Frank Dellé und Bilderbuch, wegen denen war ich schon dort. Auf Arte ist das Konzert übrigens abrufbar: http://concert.arte.tv/de/peace-x-peace

Fritz Kalkbrenner, ok, aber ich mag seinen Bruder Paul lieber. Der weinerlich Max Herre  war mit seinem Freundeskreis erträglich, seine Partner Joy Denalane war auch gelistet und hätte auf ihn aufgepasst falls Charlotte Roche und Jan Böhmenmann aufgetaucht werden (geneigte aber ungebildete Leser mögen den Kontext googeln). Super überrascht war ich von Grossstadtgeflüster.

Den Rest? Den hab ich vergessen…

Ach, doch: Musikalisch kann ich mit Yvonne Catterfeld wenig anfangen, den einzig guten Song den sie je gemacht hat war:

Yvonne Catterfeld singt zum 80. Geburtstag von Udo Jürgens eine einfühlsame Cover-Version:

 

 

 

Liedfett: Diese Schmierlappen, verkackt bevor es losgeht, aber Punkt für Hamburg!

Berlins Kulturblogger N®¾ 1 ist zurück!:
Nach drei Wochen wieder in der Heimat wagte ich mich erstmals wieder in kulturelle Nachtleben, sogar in den mir inzwischen verhassten Prenzlauer Berg. Im Frannz Club der früher Franz Club hieß, mir und meinem entfernten Bekannten P. aus Strausberg war der Franz in den frühen 90ern unser Wohnzimmer, zu Zeiten als wir noch am Prenzlauer Berg wohnten und uns dort wohl fühlten und um diesen Schachtelsatz mal zu einem Ende zubringen, mein entfernter Bekannter P. aus Strausberg war gestern dabei.

Liedfett aus Hamburg, ich kannte die bisher nicht wirklich, vom Namen her denkt man eher an so nen Mittelalter Scheiß, aber das war’s ganz und gar nicht. Ihren Stil beschreiben sie selbst als aufgekratzten Hybrid aus Punk, Akustik-Pop, Sprechgesang und Liedermacher, ja kann man so sagen, sie singen über Liebe, Alkohol und die böse Welt. Die vier boten ein super Show, der Saal kochte, sogar ich wippte kurz mit dem Fuß, wir haben uns prächtig amüsiert und mächtig was weggebügelt.

Was deutschsprachige Musik betrifft, sind die Hochburgen eindeutig Berlin und Hamburg.
Liedfett, Punkt für Hamburg, aber Berlin führt natürlich immer noch haushoch.

Kammerspielabend!

Mit meiner schlauesten mecklenburg-vorpommerischen Freundin Dr. M. V.-H. suchte ich den Kammermusiksaal der Philharmonie auf: Wir hatten beide den Sonntag zu Hause gearbeitet.

“Jetzt ist aber Schluss mit arbeiten, jetzt gibt’s Kultur – Entspannung pur!” leitete Dr. M. V.-H. den Abend ein. Ich ging kurz Bier holen, als ich zurück kam hatte die praktizierende Deutschlehrerin schon drei Rechtschreibfehler im Konzertprogramm gefunden und rot angemarkert …

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Das Programm war solide, Duo Essen an den Geigen fehlte ein wenig die Lockerheit, das vierhändige Klavierspiel von Duo Vidid dagegen war sehr ansprechend. Es gab übrigens

  • J. Haydn Duo for 2 Violins op.99 No.3
  • L. v. Beethoven Adagio cantabile for Violin and Viola from ‘Pathetique’ Sonata (Arr.Chong Park)
  • L. v. Beethoven Sonata for Violin and Piano No.6 in A Major op.30 No.1
  • C. Debussy Sonata for Violin and Piano
  • C. Saint-Saens Dance Macabre for Piano 4 hands (Arr.Duo Vivid)Chong Park Variations & Thema of M. Rabvel’s Pavane for Dead Princess for Violin and Viola
  • M. Ravel Bolero for Piano 4 hands (Arr.Duo Vivid)

Also Sachen die jeder kennen sollte, Bolero for Piano war Schluss- und Höhepunkt!

Das auf dem Video war zwar nicht dabei, vermittelt aber einen guten Eindruck:

Es traten an: Berlinale v/s Theatersport!

Es gibt Massenauftriebe in Berlin, auf die kann ich getrost verzichten:

-Grüne Woche – da war ich noch nie!
-Funkausstellung – in den 90ern war ich mal da, Proletenberliner sammeln alles ein was es an den Ständen umsonst gibt!
-Fanmeilen – habe nicht einmal dran gedacht, hinzugehen!
-Hertha BSC – kotz, aber klar geh ich hin wenn sie gegen die Eintracht spielen um sie verlieren zu sehen!
-Venus Erotikmesse – pfui Teufel!*

-Berlinale -Die Filme die sich lohnen kommen eh irgendwann im Kino,** ja, ich spiele, obwohl ich überdurchschnittlich intelligent und gebildet bin, gerne mal den Kulturbanausen. Ich war aber 1997 schonmal mit meiner Kommilitonin S. auf der Berlinale, Fräulein Stillas Gespür für Schnee, toller Film! Nun wollte mich meine beste thüringerische Freundin J. erneut begeistern!

* naja, ok, ich habe eine Dekadendauerkarte, aber wegen der Berlinale-Kritik löse ich eh schon einen Shitstorm aus
**meine Mutter selig hätte gesagt „Die Filme die wo sich zu gugge lohne komme eh irgendwann im Fernsehen, da geb‘ ich doch ka‘ Geld aus!“

Aber von vorne:

Montag aber war ich, ebenfalls mit meiner besten thüringerischen Freundin J., beim Theatersport im BKA Theater. Unter dem BKA ist bekanntlich Curry36, da kann man sich bei der Kälte eine Currywurst holen und sie im benachbarten Vogt’s Bierexpress essen wenn man ein Bier dazu bestellt, ja, sowas gibt’s noch!

Theatersport ist eine Variante des Improvisationstheaters, zwei 2erTeams traten gegeneinander an, moderiert von Moderator Justin Case und musikalisch von Andy Tasten am Keyboard begleitet, ich glaube die Namen sind Künstlernamen. Wie auch immer, die Darsteller waren nicht unbegabt (wie so oft beim Improtheater), konnten spiele, singen und Tanzen – es waren zwei sehr unterhaltsame Stunden.

Gestern dan Berlinale: 

J. hatte einen Film aus dem Internationalen Forum ausgewählt. Tinselwood, ein französischer Dokumentarfilm, eine filmische Annäherung an den Südosten Kameruns, der Trailer ist garnicht mal schlecht. Schöne Naturbilder und Leute in ihrer Welt, nicht unsympathisch, aber es muss gesagt werden, der Film war stinklangweilig und die anschließende Diskussion mit französischen Regisseurin und dem Kameramann war Hurz, die ehemalige Kolonie Kamerun hat einen solchen Schnarchfilm nicht verdient!

The Riptide Movement!

Ich gehe gerne und oft auf Konzerte, normalerweise zu Bands wo ich mag und gut kenne, auch mal zu Interpreten, die ich beim zufälligen Hören neu entdecke oder ich gewinne Freikarten (hier gehe ich nicht wahllos hin, sondern höre vorher rein).

Sehr selten folge ich Konzerttipps im Radio, ich meine die redaktionellen Tipps, nicht die „Radioblabla präsentiert“ Konzerte, denen folge ich wenn ich die Bands mag und gut kenne…


Hier schließt sich der Kreis, also, ich war bei „The Riptide Movement“ – das Clubkonzert im Musik und Frieden an der Oberbaumbrücke wurde bei RadioEins besprochen und zwar so, dass ich Tränen in den Augen hatte: Der Sänger erzählte im Interview, dass seine Großmutter seinem Großvater einst ein Liebesgedicht zur Hochzeit schrieb. Jahrzehnte später trug der Sänger das Gedicht bei der Hochzeit seiner Schwester vor und fast genau 70Jahre nach der Hochzeit seiner Großeltern machte er einen Song daraus, der auf dem aktuellen Album „Ghosts“ finden ist. Die Hörproben sprachen mich auch an und so fragte ich meine beste thüringerische Freundin J. ob sie mitkommen würde.

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Wollte sie nicht, auch sonst keiner den ich fragte, also ging ich alleine.

Im Vorprogramm eine Irish Folk Duo, ganz nett. Dann die Dubliner, sie waren gut, sahen aber ziemlich hipstermäßig aus. Aber mit gefiel es, genau wie den etwa hundert anderen Zuschauern im Club, Frauenüberschuss, ja war auch schon irgendwie Muschimusik!

In Irland sind die Jungs übrigens sehr bekannt, meine Arbeitskollegen aus Irland kannten die, meinten aber, die seien aus Lucan, nicht aus Dublin – und die können auch Stadion: