DFmeU in der Zukunft!

Mehr ins Kino gehen ist mein einziger Vorsatz für 2018, zumindest der einzige über den ich hier schreiben werde 😉
Ja, Kino kam im letzten Jahr zu kurz, gerade mal vier Filme sah ich auf Leinwänden.
Gestern war dann Premiere, „Aus dem Nichts“ – die fiktive cineastische Annäherung von Fatih Akin an die NSU-Morde mit einer brillant spielenden Diane Kruger, die nicht unverdient die Goldene Palme der Filmfestspiele 2017 als Beste Darstellerin erhielt.

Ich fand den Film sehenswert, politisch, spannend und gut besetzt, Ulrich Tukur glänzte neben Diane Kruger als Vater des Attentäters in einer Nebenrolle. Meine beste thüringerische Freund J. fand den Film eher mäßig, wenn überhaupt, egal, Hauptsache mir gefiel es, aber beim nächsten Mal darf sie den Film aussuchen.

Übrigens waren wir erstmals in meinem „Kino um die Ecke“ in der Zukunft am Ostkreuz, nicht ganz so komfortabel wie die großen Kettenkinos, aber nett, schöne Kneipe (die kannte ich schon) dabei und günstig.

 

 

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Vorsätzlich!

Endlich vorbei, dieses alljährliche nicht bestellte Paket aus Weihnachten und Jahresende. Klar, es sei jedem gegönnt beim religiösen beziehungsweise heidnischen Gedöns teilzunehmen, ich mache es ja (mit sehr großen Abstrichen) auch. Aber wie jedes Mal kotzt es mich an, dass man sich dem Hype vor allem in Berlin nicht entziehen kann.

Erst Weihnachtsterror in Medien, Supermärkten, im Stadtbild und einfach überall.

Dann Sylvester und Neujahr, die Hölle, jeder Assi knallt um sich wie ein Dschihadist (alle die sonst keine Assis sind werden für einen Tag zu solchen).

Und das Schlimmste ist, dass man sich dafür ständig dafür rechtfertigen muss, dass man nicht bei allem mitmachen will.

Aber jetzt ist ja alles vorbei 🙂

Happy 2018!

Meine häufig mißverstandene Serie zu Neujahrsvorsätzen vom Ende des ersten Jahrzehnts:

Gutes zum Schluss: Extrabreit!

Das war noch mal was am Ende des Jahres:

EXTRABREIT

Ich hatte sie ja schon einmal in letzter Zeit live gesehen, im August 2011 beim Oranieburger Oldiefestival, na und?
Freitag spielten die Hagener im kreuzberger Lido, ich ging hin, meine beste thüringerische Freundin J. war dabei!

Wie man auf dem Bild sieht habe ich ihr Debütalbum in Vinyl, eine meiner ersten Scheiben.
Ich denke man kann das Werk von Extrabreit inzwischen als abgeschlossen betrachten, der letzte Hit den sie hatten war 2008 Besatzungskind.
Gut so, sie spielten alle ihre Hits, von Hart wie Marmelade bis zum gerade genannten Besatzungskind. Tja, da konnten mann und frau nicht meckern, immer noch eine der geilsten deutschsprachigen Bands, auch wenn sie inzwischen kleiner Brötchen backen.

Am schönsten war es natürlich als durch Wind und Wetter ein Fliegerlied klang:

Und Allee der Diktatoren als Opener waren auch nicht schlecht!

 

Schweizer Nachwuchs!

Michael Elsener kommt aus der Schweiz, ist noch sehr jung (Anfang 30) ist Comedian oder Kabarettist oder beides. Er tritt zur Zeit im Kookaburra auf und ich bin mit meinem ältesten berliner Freund M. hin.

Es war Donnerstag, das Kookaburra war leider nicht gut besucht, aber wir befanden ihn für gut. Hoffentlich hat er bei seinen folgenden Auftritten den qualitativen Zuspruch bekommen den er verdient.

Das neue Wühlmäuse Ensemble – braucht kein Mensch! (Wir hätten bei Nic Cester bleiben sollen)

So ist das manchmal, vorher geht man wohin wo es nachher besser war. So war es auch am Dienstag mit meinem ältesten berliner Freund M:

Wir nahmen ein paar Vorglüh-Bier in der RadioEins Dachlounge im RBB-Gebäude und gingen dann zum Hauptprogramm des Abends rüber zu Die Wühlmäuse. Denen hat Chef Didi Hallervorden nach 80 Jahren wieder eine eigenes Ensemble spendiert, das klang zunächst mal interessant, war es aber nicht.

Die erste Programmhälfte war ein kalter Aufguss von Nichts, Pointen für Rentner die sich zu Dutzenden im nicht ausverkauften Haus tummelten. Politisches Kabarett komplett ohne aktuellen Bezug, naja nicht ganz, einmal wurde Jamaica gesagt, vermutlich stand das schon vorher im Text. Nachdem Pausenbier wurden es etwas besser oder wir waren einfach nur betrunkener? Wer von meinen berliner Lesern Freunde oder Verwandte ärgern will möge ihnen zu Weihnachten Karten für das neue Wühlmäuse Ensemble schenken.

Wären wir mal in der Dachlounge geblieben, dort sahen wir Nic Cester für sein anschließendes Lounge-Konzert proben, ja genau, den kennt man von Jet:

Eric Shoves Them In His Pockets!

Bildschirmfoto 2017-11-10 um 17.42.11Eric wkłada je do kieszeni to znany w Polsce młody indie popowy zespół.

Ok, mal schnell in den Blockstatisken nachgeschaut, ich schreib besser auf Deutsch, der gemeine Pole meidet mein Blog 😦

Also nochmal:

Eric schiebt sie in seine Taschen ist eine in Polen schon recht bekannte Nachwuchs-Indie-Pop-Band, die drei spielten im Monarch am Kotti, ein schöner Club übrigens, wenn man es durch das angeranzte Treppenhaus bis zum Club schafft.
Meine beste hessische Freundin B., die von sich behauptet, dass polnisches Blut in ihren Adern fließt, war grad zu Besuch – also nahm ich sie und ihre und meine beste thüringerische Freundin J. mit.

Ein kurzes aber lohnendes und gut besuchtes Konzert, schöne, eingängige Songs, signifikante Gitarre, Pop halt, aber es gefiel uns.

Aus den Jungs könnte was werden…

Oliver Polak: 90 Minuten Tabubruch!

Deutschsprachige Comedians gelten verglichen mit ihren angelsächsischen Kollegen als eher brav, aber es gibt Ausnahmen, die beste Ausnahme ist Oliver Polak, es geht dann schonmal, naja eigentlich immer ordentlich zur Sache.

„Stell Dir mal vor Du stirbst, ich hol so sechs Gays vom Nollendorfplatz, wir kommen in Katzenkostümen auf Deine Beerdigung, wir ejakulieren auf Dein Grab, im Hintergrund läuft König der Löwen, alle kucken und ich sag: Er wollte das so!“

Mich ehrt es,  dass der Grimme-Preis Preisträger 2017 (Kategorie Unterhaltung für die von ihm moderierte ProSieben Show „Applaus und raus“) sein aktuelles Programm nach mir benannt hat, meiner Begleitung im Astra Kulturhaus, S. von der Bahn, war es vorher gar nicht aufgefallen.
Neben den Pointen des Meisters war es auch köstlich das Lachverhalten des Publikums zu beobachten, manche kicherten in sich herein, sich bewusst werdend, dass sie vorher noch nie über Behinderte oder Pädophile gelacht hatten, viele schauten zuerst ungläubig ihre Begleitung an ehe sie sich zu lachen trauten,  andere wiederum lachten aus vollem Herzen.

Polak macht sich über alles lustig was sonst eher ein Humortabu ist -Tod, alte Menschen, Behinderte, Abtreibung, IS Terror, Pädophilie – nichts ist heilig, dazu Publikumsbeschimpfung, natürlich alles nur Comedy und am Ende hielte er dem Publikum den Spiegel vor’s Gesicht.