Wochenfazit: Geht so (Däne am Montag), Supergut (Engländer am Mittwoch) doch ein Schwaben-Crowdfund-Pleitegeier versaut mir das WE!

Es ging blutig los am Montag: Ich hatte Freikarten für den Thriller Erbarmen von Jussi Adler-Olsen, genauer gesagt für die bühnische Inszenierung im Berliner Kriminaltheater.  Ich beging den Fehler, mir vorher noch beim hastigen zubereiten meines Abendbrots die Fingerkuppe des linken Zeigefingers abzuschneiden, ich fand das Stückchen nicht mehr und uß es wohl mit, Auto-Kanibalismus ist ein Trend!
Mein ältester Berliner Freund M. begleitete mich, er hatte auch das Buch gelesen, meinte es war spannend, spannender als das Stück, ich wusste auch schon zur Pause wer der Bösewicht ist. Aber ok, so ein Thriller der die Spannung im Buch über hunderte Seiten aufbaut, ist nicht leicht auf der Bühne umzusetzen, das Bühnenbild war ganz gut, die Schauspieler auch, aber spannend war es nicht, es hat nicht gethrillert. Werde mir bei Gelegenheit auch mal den Film anschauen.

Mittwoch wurde es besser, im Auster-Club spielten Flight Brigade, die Briten erinnern ein wenig an Arcade Fire und Keane mit einem Hauch Radiohead. Meine beste thüringerische Freundin J. und ich waren begeistert, aus denen könnte echt mal was werden, obwohl es Hipster sind. Auch die Vorband REWS war gut, die Mädels hätten mir auch ohne Musik gefallen.

Heute wollte ich meinen dicksten Heidelberger Freund L. und Freund Freund besuchen, in einer schwachen Stunde buchte ich die fahrt mir dem SchwabenStartUp Locomore, aber der vegane Gutmenschenshuttle zwischen Neu-Schwabendland und Stuttgart hat nicht mal ein halbes Jahr durchgehalten und machte ausgerechnet heute pleite.

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Was fang ich jetzt an?

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Reisebericht Neuseeland: Die letzten Tage!

Wir legten nochmal ein paar Strandtage ein. Coromandel Peninusula, ein schönes Fleckchen Erde, das Wetter spielte mit, unser Basislager war in Cooks Beach, den Hauptsonnenbrand holten wir uns am Cathedral Cove Beach.

Nach 31 Tagen tauschten wir in Auckland das Wohnmobil gegen einen feuerroten Kleinwagen. Mit Auckland hatten wir so unsere Probleme, was vermutlich am Wetter lag und daran, dass wir nicht ans Ende der Welt gefahren waren um eine Großstadt zu sehen, also fassen wir zusammen:

Auckland war scheiße! 

Es trieb uns weiter gen Norden, bei zunächst extremem Dreckswetter, viele Strassen waren wegen unterspülender Überschwemmungen gesperrt, aber wir schlugen uns so durch.

Kauris standen noch an, nach Kiwis, Pinguinen, Keas, Baumfarnen und anderem endemischen Gedöns wollten wir uns die neuseeländischen Baumtitanen auch noch ansehen – also Kauri Museum und Kauri Wald!

Wir fuhren an der Nordwestküste noch weiter bis zu den North Head Sand Dunes, bogen dann nach Osten und schauten uns noch Russell, die erste weisse Siedlung und Hauptstadt des Landes, an. Naja, kann man machen, muss man aber nicht.

Dann waren unsere fünf Neuseelandwochen auch schon um. Auf dem Rückweg setzten wir mit einem Stopover in Bangkok noch einen viertägigen Kontrast.

 

Reisebericht Neuseeland: Catlins uns einmal unten rum!

Wie geplant setzen wir, nachdem wir in Oamaru noch proviantiert und getankt hatten, unseren Trip gen Süden fort. Einen ersten Stopp machten wir an den Moeraki Boulders, klingt wie ein Rugby Team, die ballartigen Fellsklopse am Strand von Moeraki gehören zu den 1214 geologischen Weltwundern.

Dunedin ignorierten wir, fuhren raus auf die Otago Peninusla, zunächst die Küstenstraße bis Portobello, dann zum fantastischen Sandfly Beach, eine wunderschöne Bucht mit Wanderdünen (deshalb der Name, von den blöden Fliegen wird später noch die Rede sein) und Seelöwen.

Weiter ging es dann noch ein ordentliches Stück bis nach Papatowai in den Catlins. Klingt irgendwie gut, „wir fahren in die Catlins.“
Die Catlins, extrem dünn besiedelt, fantastische Landschaft, Urwald, Küste. Wir logierten auf dem Campingplatz von Papatowai, einer Ansiedlung mit etwa 40 permanenten Bewohnern, der Strand ist der Hammer. Leider war auf dem Campingplatz die Wasserversorgung ausgefallen…

Nun ein Wandertag ein, wir tippelten zu den Purakaunui Falls, elf Kilometer eine Strecke, leider kein Wanderweg, sondern entlang einer Schotterpiste, aber was fürs Auge solange es durch den Urwald der Catlins ging, weiter oben dann Weideland, relativ langweilig. Die Parakanui Falls sind nicht sonderlich spektakulär, aber schön anzusehen, kaskadisch und mitten im Urwald gelegen.

Das Departement of Conservation, welches den Campingplatz in Papatowai betreibt, schaffte es bis zu unserer Abreise nicht die Wasserversorgung wieder her zu stellen, unser Campervan war Self-Contained, wir könnten damit leben, aber unsere Mitcamper sauten den umliegenden Busch ordentlich ein, warum gibt es eigentlich kein Camouflage Toilettenpapier?

Ehe wir Papatowai verließen, besuchten wir noch die Lost Gypsi Gallery. Ähnlich wie die Steampunks in Oamaru, aber anders, Kreativität aus Schrott, diesmal eher filigran, liebevolle, meiste kleinere Installationen, der Künstler ein netter, schüchterner aber trotzdem zugänglicher Kerl. Im angeschlossenen Café bekamen wir exzellenten Bohnenaufguss.

Und weiter ging es auf der Southern Scenic Route über Invercargil und Riverton bis Tuataper, dann ging es gen Norden ins Fjordland. Eine landschaftlich reizvolle Tour bei rauem Wetter, erst Küstenimpressionen, Richtung Fjordland wurde es dann tatsächlich ein wenig skandinavisch, zwischdrin besichtigten wir noch die Lumsden Suspended Bridge, eine historische Hängebrücke, die von 1899 bis 2011 in Betrieb war.


Am späten Nachmittag erreichten wir unser Tagesziel Lake Manapouri, bereits im Fjordland, schöner Campingplatz mit Altautosammlung und funktionierender Wasserversorgung…
Wir beließen es bei einem kurzen Spaziergang am See, das Wetter war eher mau, feucht, die Berge in Wolken.

Reisebericht Neuseeland: Oamaru!

300 Kilometer fuhren wir dann gen Süden, bis nach Oamaru. Die Stadt ist bekannt für ihre Altstadt im victorianischen Stil und die Blue Penguin Kolonie am Rande der Stadt.
Der kleine aber feine Campingplatz am Hafen ist nur einen Katzensprung von der Pinguinkolonie entfernt, diese ist total kommerzialisiert, man sitzt für 30$ auf der Tribüne und schaut den Vögeln zu, wie sie abends vom Fischen nach Hause kommen. Aber ok, die Einnahmen dienen wohl der Erforschung und dem Schutz der Tiere.

Hinterher wollten wir noch eine Kleinigkeit essen gehen, der örtliche Pinguinbraten wird in allen Reiseführern gelobt, aber nach halb zehn war nur noch Mc Donald’s geöffnet, nach Jahrzehnten mal wieder bei Mc Doof essen.
Tags drauf war Stadterkundung angesagt, Oamaru ist wirklich was fürs Auge, wenn die Autos, die Leute und die modernen Läden nicht wären, könnte man meinen, man wäre im viktorianischen Zeitalter.

Genial und für mich das Highlight von Oamaru ist das Steampunk Headquarter. Ich hatte den Begriff zwar schon einmal gehört, aber so ganz klar war es mir vorher nicht, für alle, denen es geht wie es mir ging, zitiere ich mal Wikipedia:

Steampunk (von engl. steam „Dampf“ und am. punk „mies“, „wertlos“, verselbständigt „Punk“) ist ein Phänomen, das als literarische Strömung erstmals in den 1980ern auftrat und sich zu einem Kunstgenre, einer kulturellen Bewegung, einem Stil und einer Subkultur entwickelt hat. (…) In Bezug auf die Steampunk-Bewegung und das Kunstgenre steht der Wortteil „punk“ eher für die Philosophie und Lebenshaltung. Steampunks verstehen sich als eine Gegenbewegung zur Moderne – sie feiern die Ästhetik der Kolben, Bolzen und Zahnräder, und sie verachten die nichtssagenden, seelenlosen, rein funktionalen Oberflächen der Touchscreen-Computer. (Quelle:https://de.wikipedia.org/wiki/Steampunk)

So, jetzt wieder Text von mir: Also, tja, das Steampunk HQ, ein kreatives Sammelsurium von Kunst aus Schrott, vieles in Bewegung, anderes thront imposant, das Auge kann sich kaum satt sehen, auch ans Ohr wurde gedacht. Ehe wir reingingen erklärte uns der Boss des Ganzen, was es mit der Kust so auf sich hat, ich lasse einfach mal die Bilder sprechen:

Kinder werden übrigens nicht alleine reingelassen. Neben den ganzen mehr mechanischen Werken hat mich The Portal beeindruck, eine begehbares optisch-akkustisches Werk, „this is the closest I’ll ever get to time travel!“ – das Video gibt nur einen ganz kleinen Eindruck wieder, man muss dort gewesen sein:

Wie Leute die mich kennen wissen, habe ich den größten Kopf der Welt, ich finde nie passende Kopfbedeckungen, aber in einem Hunting-Fishing-Outdoor Laden in Oamaru wurde ich fündig, es gab sofort eine Neiderin aus dem fernkalten Deutschland, aber das Craft Beer der örtlichen Brauerei mundete trotzdem 😉


Abends gingen wir noch zur vermeintlichen Gelbaugen-Pinguin Kolonie, sahen aber „nur“ ein paar Robben am Strand liegen und zwei Wale in der Ferne vorbei ziehen. Dafür besuchten uns Abends einige Blue Penguins auf dem Campingplatz, sahen ganz niedlich aus, machten aber ursten Krach und zulegten nachts unseren Müll.

Schlecht im kosmischen Maßstab!

Ich wollte mir was Kulturelles antun, was Lustiges, in Englisch. Habe damit bisher in Berlin keine schlechten Erfahrungen gemacht – bisher!

Cosmic Comedy hat das geändert, ok, es muss auch Bühnen für begabte Anfänger geben. Aber bei Cosmic Comedy waren sie nicht begab, naja, ok, der Typ aus Tansania war schon ganz gut, die Schwangere auch (über was macht die Witze, wenn sie nicht trägt?).

Typisch Englisch war der Humor eher genital statt wie im Deutschen fäkal. Fuckingdicksuckingslutcunt – Cunt war überhaupt das Wort des Abends, Cunt macht flache Witze lustig dachten Host und Akteure. Ich bin ja schon ein Freund von gepflegtem Dirty Talking, aber was da geboten wurde war pissige Dreckskacke, um mich auch mal in deutscher Sprachkultur zu äußern.

Aber wenigstens hab ich mal wieder mit Frau N. wo mich begleitete ein paar Bier gezogen…

Size does matter! Mohn macht doof? … still matters immernoch…

So selten als wie ich inzwischen auch meine Ex-Heimat Prenzlauer Berg besuche, meist nehme ich einen kleinen Umgehweg in die Stargrader zur Bäckerei Hack, gefährlich zwar, immer besteht die Gefahr von einem Kinderwagen gerammt zu werden, Drecks-Bezirk.

Doch ich nahm auch heute das Risiko in Kauf und kaufte mir Mohnkuchen, das 480g Stück für 1,80€.

 

Originally posted on Tommy Berlin: Ich vermisse ja kaum etwas am Prenzlberg, aber wenn ich mich fast wöchentlich von meinem Gentrification-Zahnarzt quälen lasse suche ich den einen oder anderen Laden auf, für den ich in Rummelsburg oder im nahen Friedrichshain noch keinen adäquaten Ersatz gefunden habe. Im LSD-Viertel gibt es noch eine Original DDR Bäckerei,…

über Size does matter! Mohn macht doof? … still matters immernoch…— Tommy Berlin