Malle: Serra de Tramuntana, drübber, nübber, ruff un runner! Sowie Fazit!

dscn9766Montag ging es weiter nach Sóller!

Die Zimmernachbarn B. und M. peilten den Ort auch als Tagesausflugsziel mit ihrem Mietwagen an und transportierten netterweise mein Gepäck.

 

dscn9770dscn9769Ich fuhr am östlichen Rande der Serra de Tramuntana gen Süden über Mancor de la Vall, Alaro, Santa Maria del Cami und Bunyola und dann über den Col de Sóller, einer spektakulären Passstraße, nach Sóller.
Dort traf ich B., M. und mein Gepäck wieder.
Mein Hotel, das El Guia, lag direkt an der Kathedrale und am Bahnhof der historisch Sóller Bahn.

Ich muss zugeben, Sóller hat was.

dscn9817Abends, nachdem B. und M. wieder in Caimari waren, fuhr ich mit der historischen Straßenbahn nach Port de Sóller, der Hafen eingerahmt von Bergen die von der Abendsonne angestrahlt wurden, aber ich hatte Sóller ja schon gelobt.

dscn9811Dienstag, ich war nun schon eine Woche auf der Insel, radelte ich die Umgegend ab. Zunächst erreichte ich das Dörfchen Binairaix, von dort ging es weiter Nordwesten nach Fornalutx. Dann zurück über Sóller gen Norden steil hoch auf 190 über NN zum Coll d’en Marques mit anschließender Abfahrt nach Port der Sóller.
Nach kurzer Pause ging es auf der Südseite von Port de Sóller hoch wieder hoch auf 120 über NN zum Leuchtturm mit sensationellem Ausblick auf Hafen und Bucht. Nach der Abfahrt zurück nach unten gab es ein Belohnungsbier. Die ganze Tour war knappe 25 km, aber mit beachtlichen 380m Auf- und Abfahrt – so langsam komme ich in Übung…
dscn9830Weiter ging es Mittwoch an der Westküste gen Süden, immer die Küstenstraße MA10 lang UND DIESMAL MIT GEPÄCK auf dem Rad und richtig bergig.
Von Sóller ging es zunächst 11 km nach Deià, geschätzte 200 Meter höher als Sóller, wobei zwischendurch immer wieder mal ne Abfahrt war. Ich kam zurecht, machte oft kleine Pausen, trank ausreichend Wasser.
dscn9827Nach einer Pause in Deià dann ein endloser Anstieg auf geschätzte 500 m über NN, bei fantastischer Landschaft zwar, aber eben ein Anstieg, aber ich kam zurecht, machte oft kleine Pausen, trank ausreichend Wasser.
15km später erreichte ich nach einer kleinen Abfahrt Valldemossa und legte ich eine längere Mittagspause ein, uß eine mittlere Tapasplatte, verzichtete jedoch auf Bier, da ich nicht genau wusste, was auf mich zukam.

dscn9840Hinter Valldemossa ging es noch vier Kilometer meisten relativ sacht bergauf, dann aber die restlichen 10km so gut wie immer bergab nach Banyalbufar, die Fahrt in den Ort runter durch terrassierte Hänge erinnerte mich ein wenig an das Valle Gran Rei auf Gomera.

Nun drei Tage Hotel mit Meerblick im Sa Baronia,  zum Ausklang setzte ich bewusst auf Luxus.

dscn9838Aber mir schauderte schon vor dem Aufbruch am Samstag, 400 Höhenmeter in ununterbrochenem Anstieg würden zu überwinden sein, mit Gepäck natürlich.
Donnerstag war mir eigentlich nach nix tun zu Mute.

Nach dem Frühstück auf der Hotelterrasse war ich schon gemütlich am lesen, dann bekam ich mit, dass ab Freitag Regen angesagt war.
dscn9854So machte ich eine kleine Küstenwanderung nach Port des Canonge, das Dorf am alten Kanonhafen Mallorcas erreicht man zu Fuß über einen Weg wo küstenseitig um den 339 Meter hohen Puig de ses Planes herum verläuft, wo sonst.

dscn9859dscn9853Eine entspannte Sache, gut 90 Gehminuten pro Strecke, ohne große Steigungen, gut zu gehen, eher ein Spaziergang als eine Wanderung. Vor Ort uß ich Sardinas a ala plancha, netter Ausflug.

bildschirmfoto-2016-09-25-um-14-58-07Den Nix-Tu-Tag holte ich dann Freitag nach, denke ich hatte es verdient. Ich schrieb ein eCard an alle meine Freunde, die meisten wussten es zu schätzen, A. und L. aus Heidelberg nicht.

Freitag Abend dann Naturkino auf der Hotelterrasse, über mir noch der Sternenhimmel, aber ein paar Kilometer westlich vor der Küste tobten heftige Gewitter.
Samstag ging es dann zurück nach Palma, es war regnerisch und ich wollte die Steigung aus Banyalbufar heraus vermeiden. Ich fuhr mit dem Bus nach Palma, nächtigte wieder im Hostal Ritzi, Sonntag frühs flog ich zurück nach Berlin.

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Mallorca Faktencheck:

Ich kann nur über Palma, Ballermanngegend, die Mitte und den Nordwesten und den Westen urteilen.

Vorurteile:
Stimmen alle!

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Der Großteil der Mallorca-Touristen besteht aus Primitivlingen, zumeist Deutschen und Briten, die sich allerdings hauptsächlich in den Ballermanngegenden der Insel aufhalten, einem trotzdem permanent bei ihren Mietwagenausflügen begegnen.

dscn9532Landschaftlich ist die Insel vor allem im Nordwesten und besonders in der Serra de Tramuntana mit ihren Bergen und Küsten eine Augenweide.
Den Hype kann ich trotzdem nicht verstehen, auch andere Mütter haben schöne Töchter:
Korsika, Gomera, Madeira und Teneriffa sind von mir besuchte südliche Eilande, die mir hier in den Sinn kommen. Das Problem von Mallorca ist, dass hier einfach zu viel Menschen Urlaub machen, das macht die Insel und die lokale Kultur kaputt, aber ok, ich bin ja ab nun Teil des Problems.

Kosten:
Ich zahlte als Alleinreisender meist für zwei, es gibt außer in Palma kaum Einzelzimmer, Camping fällt als Alternative aus, existiert nicht, aber das wusste ich vorher. Insgesamt sind die Hotels leicht überteuert und die Preise deutlich am steigen.

Speis und Trank:
Ok, kulinarisch viel touristisches Einerlei, richtig gut kostet etwas mehr. Große Biere kosteten im Schnitt 3,89€ (377€ : 95 Bier).

Kann man selbst organisierten Aktivurlaub machen:
dscn9799Man kann, muss man aber nicht. Fürs Rad, ein ordentliches Treckingrad, zahlte ich 100€ für 11 Tage. Außer mir selbst habe ich nur einen weiteren Radwanderer mit Gepäcktaschen gesehen. Mit ein wenig Kondition kommt man auch mit Gepäck über die Berge, aber das schränkt den täglichen Radius auf sagen wir mal 50 km ein. Wenn ich es nochmal machen würde ich, dann für die Gegend als Standorttour von (Port de) Alcudia oder (Port de) Polenta aus. Von dort kann man gut in die Serra de Tramuntana reinfahren als auch deren mehr oder weniger flaches Vorland befahren – da sind dann schon mal bis zu 80 oder im Flachland 100km am Tag drin. Als Alternative bieten sich Arrangements mit wechselnden Hotels und Gepäcktransport an, individuell oder in der Gruppe, für Radler und auch für Wanderer, die Kosten aber ihren Preis.

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