Internationaler Miesepeter-Tag!


Ich hasse puzzeln, puzzeln ist ein Langweiler-Hobby. Heute ist Internationaler Puzzeltag, was für ein Unfug! Und es ist Internationaler Tag des blinden Hundes, ok, dachte blinde Hunde werden eh eingeschläfert? Aber es ist auch noch Internationaler Miesepeter-Tag – das passt!

Ich fahre mit dem Zug gen Hessen, der IC am Berliner Hauptbahnhof war sogar pünktlich, aber die die Mitreisenden? Schrecklich! Warum steht wohl an jedem Waggon-Eingang welche Plätze von dort gut zu erreichen sind, also zum Beispiel „11-86“? Ich weiß es, aber die Mehrheit der Leute die einen Platz zwischen 11 und 86 gebucht haben steigt am Eingang „87-124“ ein und umgekehrt, denn dann kann man sich in den kommenden 20 Minuten schön aneinander vorbei drängeln.

Als ich endlich im Waggon bin versperrt mir auch noch ein Kinderwagen den Weg, ein andere Miesepeter fragt die Mutter warum sie den Wagen so blöd dahinstellt, sie sagt, sie sei auf dem Weg zum Mutter-Abteil und müsse den Kinderwagen ja irgendwo parken. Was für eine blöde Kuh, wie selbst die dümmste Mutter weiß, sind in Mutter-Kind Abteilen immer zwei Parkplätze für die Nachwuchstransporter.

Mein gebuchter Platz ist Nummer 56, im Gegenverkehr nähere ich mich langsam dem Ziel. Schon von Weitem konnte ich sehen, dass zwei vertrocknete Jungfern mit Rollkoffern sich weder in die eine oder in die andere Richtung bewegten, weil sie vermutlich zu blöd undoder und zu geizig waren sich eine Platzkarte zu kaufen, nicht nur dass sie den Gegenverkehr noch zusätzlich blockieren, nein, sie stehen auch noch direkt vor Platz 56 – meinem Platz.

Ich spreche die erotischen Wracks laut an: „Entschuldigen Sie, Sie haben ja anscheinend nur einen Stehplatz gebucht, wäre es Ihnen vielleicht möglich, mich meinen Sitzplatz einnehmen zu lassen? Aber nur wenn’s keine Mühe macht.“ Stehende Ovationen von allen Miesepetern in Hörweite (die haben auch alle noch nicht ihren Platz eingenommen), ein leisen Murren und Knurren von Puzzlern und blinden Hunden, zwei alte Jungfern machen mir mit Tränen in den Augen Platz, der alte Mann mit Krücken, der unerlaubter Weise auf meinem Platz saß, weicht langsam aber willig.

Hinter Spandau haben dann endlich alle Sitzplatzbucher ihre Plätze eingenommen, einige Leute sitzen auf dem Boden, allesamt Bahnangestellte, die müssen bei ihren ihnen aus welchen Gründen auch immer zustehenden Freifahrten auf dem Boden sitzen, das ist Gesetz, zumindest habe ich das in einem Facebook Post gelesen und ich finde das auch ganz ok.

Zu meinen Füßen saß eine eigentlich ganz nette und hübsche Bahnangestellte aus Sachsen. Als ich meine Fisch&Chips auspackte und uß ließ ich eine paar Stücke (natürlich nur Panade) auf sie runter fallen, nur für den Fall, dass sie Hunger hatte, hatte sie aber nicht. Ein Puzzlespieler glaubte den Gentleman spielen zu müssen und bot ihr seinen Platz an, sie lehnte zunächst ab gab aber irgendwann nach. Natürlich werde ich mich bei der Bahn über diesen Gesetzesübertritt der Bahnerin beschweren. Jetzt sitzt der Puzzelspieler zu mein Füßen, puzzelt und isst Backfischpanade, zudem hatte er einen Tick, er grunzt immer, ich lache dann immer laut.

Heute ist mein Tag – der Internationale Miesepeter-Tag!

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