Grönland: Endlich Eisberge!

DSCN4605Die Eisbären gingen ihren Weg, sie gingen weg, aber in die Richtung, wo wir nach ursprünglicher Tourplanung unser erstes Außencamp machen wollten.
Doch wir konnten umplanen, Tiniteqilaq hieß das neue Außencamp, an einer kleinen Siedlung gelegen, die dortigen Jäger boten einen zusätzlich Schutz, falls doch ein Bär vorbei schaut.

Das Video ist leider ohne Ton, denn die Kommentare meiner Mitreisenden zu den Eisbergen möchte ich meinen Lesern nicht zumuten. „Oh, boah, guckma, ein Eisberg!“…

Tasiilaq TiniteqilaqSo luden wir, nachdem wir einen Tag in Tasilaaq festgesessen hatten, Gepäck und Kajaks auf die bewährten Schnellboote und fuhren südlich um die Ammassalik Insel durchs Polarmeer zum Sermilik Fjord.

Hier kalben die Gletscher was das Zeug hält, Eisberge satt.

Nach gut einer Stunde erreichten wir Tiniteqilaq, dort bauten wir am Ortsrand unser erstes Außenlager auf, Blick auf den Fjord, Eisberge, überall Eisberge.

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In der Siedlung leben etwa 100 Menschen, es gibt eine Schule, den Hubschrauberlandeplatz, ein komunales Servicehaus, einen Laden in dem ich Bier kaufen konnte, einen riesigen Trinkwassertank aus dem die Einwohner ihr Wasser zapfen, aber keine Autos, die Leute haben Boote und Hunde-, bzw. Motorschlitten.

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DSCN4691Nicht nur die Nacht war laut, ein ständiges Grollen wenn mal wieder ein mehr oder weniger großes Stück eines Eisbergs abbricht, sich der Koloss dann dreht, minutenlang nachpendelt bis er sein neues Gleichgewicht gefunden hat. Es hört sich so an, die älteren Leser werden sich erinnern, als würde irgendwo in der näheren Ferne wie im letzten Krieg eine deutsche Stadt bombardiert.

DSCN4716Am Tag darauf machten wir eine erste Kajakfahrt im Eis. Bekamen erklärt, dass Eis nicht gleich Eis ist, dass Eisberge nicht gleich Eisberge sind.
Im Sermilik Fjord ist im August nur Gletschereis, also Süßwassereis; das salzige Wintereis vom zugefrorenen Fjord ist getaut, Scholleneis, also Abbrüche vom Nordpoleis ist nur im offenen Polarmeer zu finden, ohne es zu wissen, hatten wir tags zuvor eine riesige Polareisscholle passiert.

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Graues Eis enthält viele Sedimente vom Gletscher, klares Eis heißt wenn es sehr hart gefroren ist Schwarzeis, ist vom Boot aus schwer zu sehen und somit eine Gefahr für schnell fahrende Motorboote. Blaues Eis ist extrem brüchig, man darf sich ihm nicht zu sehr nähern, wenn der Eisberg auseinander bricht wird es ungemütlich.

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DSCN4730Wir drehten eine große Runde nördlich von Tiniteqilaaq, machten eine längere Rast auf einer kleinen Insel, das herrliche Sonnenwetter, dass wir bisher in Grönland bisher immer hatten, lud dazu ein.

Ich bin ja schon viel Seekajak gefahren, aber im Eis, das hat schon was…

 

Kartenmaterial:
© OpenStreetMap und Mitwirkende, CC BY-SA
Lizenz CC BY-SA
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

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