Grönland: Eisbären!

DSCN4414Eine Nacht im Basecamp in Tasiilak, die Zeichen standen auf Aufbruch, zehn Tage Draußen in Grönland!

Der Fjord in dem Tasiilak liegt ist zwar ganz schön, aber nahezu eisfrei, wir wollten Eisberge sehen, in freier Wildbahn.

Doch dann kam das STOPP vom Roten Haus, der Agentur die Touren vor Ort organisiert. Eisbären, eine Mutter mit Jungen, noch ein oder zwei andere, oder mehr? Keiner wusste etwas genaues, die Behörden gaben zumindest eine Warnung raus, eine Trekkinggruppe wurde attackiert (allerdings nur Kekse aus dem Zelt geholt, was nur dem Zelt nicht gut bekam, keiner wurde verletzt).

DSCN4422Es durften keine Touren mehr raus, Gruppen die schon unterwegs waren, wurden zurück geholt, bzw. angewiesen, nachts mit dem stets mitgeführten Gewehr Eisbärwache zu halten.
Wir wurden vom Basecamp in ein festes Haus im Ort evakuiert, der geplante Tourstart am kommenden Tag wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Viele waren zwar ein wenig enttäuscht, aber eigentlich war jedem klar, das so etwas in Grönland immer passieren kann.

Wir machten das Beste draus:

Land und Leute, Sitten und Gebräche kennen lernen. Ich kann und werde hier nicht auf jedes eigentliche notwendige Detail der Inuitkultur and der grönländischen Ostküste, die erst vor 130 Jahren vom weissen Mann „entdeckt“ wurde,  eingehen, werde aber versuchen die Hintergründe zumindest anzureißen.

DSCN4418Abends gingen wir in die örtliche Bar, am Wochenende ist die angeschlossene Disco ebenfalls geöffnet. Alles, was sich in der 2000 Seelen Gemeinde für jung hält oder sich so fühlt trifft sich hier, optisch ist der Laden eine Reise in eine hessische Dorfdisco in den 80ern, musikalisch war’s nett und bodenständig. Alkohol ist für viele Inuit ein Problem, es gibt keine gewachsene Trinkultur und (viel schlimmer) es fehlt den Inuit, wie allen indigenen Stämmen, das für den Alkohlabbau zuständige Enzym Alkoholhydrogenase, sprich sie schießen sich mit zwei oder drei Bier komplett ab, entsprechend ging es in der Diskobar ab.
Generell ist Alkohol neben Perspektivlosigkeit und Müll eines der gravierendsten Probleme der Region.

DSCN4437Am darauf folgenden Sonntag Morgen gingen wir in die Kirche, tatsächlich, ja ich, der Radikalatheist, auch, ojeh! Es war eine Inuit-Hochzeit, lutherisch langweilig zwar, aber die Festtagstrachten der Inuit warn ganz schön.

Später gingen wir ins örtliche Heimatmuseum. Der dänische Museumsleiter führte uns durch die Sammlung, erklärte gut wie die Menschen hier einst lebten und wie sich ihr leben veränderte.

DSCN4475Im Heimatland des Kajaks waren natürlich auch historische Kajak aus Robbenfell, Treibholz und Walzähnen zu sehen, ojeh, die waren sehr eng und kippelig und dann haben die Männer auch noch vom Boot aus Wale und Robben gejagt – Respekt!

DSCN4499Ich finde es gut, das Walfang weltweit geächtet ist, auch finde ich es gut, das Inuit, deren Lebensgrundlage bis heute die Jagt, unter anderem der Wahlfang ist  Wale jagen dürfen.

Und das ist auch gut so!

DSCN4502Folglich isst man in der Gegend auch oft Wal, so auch wir. Sonntag Abend machten wir Walgulasch, ich schnitt das Fleisch, roh sehr zäh, aber das Ergebnis war exzellent:

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DSCN4529Abends gab es im roten Haus einen klassischen Inuit Trommeltanz. Ein alter Inuit, der noch in Erdhäusern gelebt hat, ist einer der Letzten der diese Unterhaltungskunst (es geht tatsächlich nur um Unterhaltung) beherrscht, zeigte den vielen Gästen, die Eisbergbeding im Ort festsaßen, wie einst in den langen Wintern in den Erdhäusern für Unterhaltung gesorgt wurde.

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