Laß mich in die Wolken fallen und tauche in die Himmel!

CIMG6026Gesinnungsrock erschloss sich mir erst spät, lange nach meinem linken Coming Out am 07. April 1977 fiel mir bei meinem Kampfgenossen Paletten-Siggi eine Doppel LP in die Hände, grobes Pappcover, 180g Pressung:

Keine Macht für Niemand
von Ton Steine Scherben!

Musik die mir von da an immer wieder auf Partys begegnete. Leider sah ich die Band nie live, auch Rio Reiser solo nicht.
Also Reiser dann 1996 starb war ich mit meinen Mädels und Jungs auf dem Gedenkkonzert im alten Berliner Tempodrom, neben seiner alten Band Ton Steine Scherben traten die Einstürzenden Neubauten, Engerling, Nationalgalerie, Pe Werner, Ulla Meinecke, Marianne Rosenberg, Lutz Kerschowski, Herbert Grönemeyer, Keimzeit, Haindling, Tim Fischer, Freygang, John Banse und viele andere auf, moderiert wurde der Abend von Corny Littmann – ich erinnere traurig aber  gerne.

2012_111Gestern war mit  P., J., D.,O. und K. im Kesselhaus (zusammen fast 300 Jahre alt und unsere Promillewerte addierten sich zu Prozenten):
Jan Plewka singt Rio Reiser, ein perfektes Konzert – der Sänger von Selig interpretierte Rio Reiser authentisch ohne ihn plump zu imitieren. Habe selten so eine stimmiges Konzert gesehen, zunächst war ich ein wenig skeptisch, das Kesselhaus war vor der Bühne bestuhlt und es gab nur Beck’s, nunja, ersteres gehörte wohl zum Konzept und das Publikum war auch nicht mehr das allerjüngste.
Das Konzert ging ab, fand nicht nur auf der Bühne statt, in Anlehnung an Brechts Radiotheorie machte Plewka sich daran das Konzert von einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. 

CIMG6022CIMG6016Ich war schon ein wenig Selig und er war omnipräsent, mal in den Stuhlreihen vor der Bühne, auf der Empore, vorne, hinten, oben und unten, das aber so, dass es nicht konstruiert wirkte, na gut, ein wenig schon…

CIMG6025Bei den Zugaben wurden dann endlich die Stühle an die Seite geräumt…
Sicher das beste Konzert auf dem ich 2013 war – bisher.

Die After Show Party war allerdings, wie der Name schon sagt, für den Arsch, Plewka legte selbst auf, Mainstream, nix Besonderes, sicherlich geeignet für albernes weibisches Rumgehopse, für mich war es das Signal zum Abgang!

Und hier das Original:

Bitte klicken:

zeitmaschine

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5 Gedanken zu „Laß mich in die Wolken fallen und tauche in die Himmel!

  1. Ha! Du bist halt noch zu jung für so was.
    Die Doppel-LP ist seit 1993 in meinem alleinigen Besitz.
    Und bei TSS und RR war ich auch.
    Live latürnich.
    Bäh!

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