Valentinstag? Spießchentag!

Ich habe mir heute spontan Urlaub genommen und meine besten Freunde eingeladen, ich koche, besser gesagt ich brate, eine alte Familientradition, schnell erzählt:

Oberhessen, Fürstentum Solms-Hohensolms zu Lich am 14. Februar 1779. Die unverheiratete Hedwig A. gebärt ihren ersten Sohn Leopold heimlich im Kartoffelkeller des Herrenhauses in dem sie zu Diensten war.

Als sie Leopold abgenabelt hatte, briet Hedwig sich Spießchen!

Leopold A. war mein Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater väterlicherseits, der Begründer meiner Familiendynastie. Zum Gedenken an diesen ehrwürdigen Tag gibt es in meiner Familie am 14. Februar immer Spießchen.

Hätte mein Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater zu mehr getaugt als zum Familiendynastie begründen und zu Wirtshausbesuchen, hätte er beispielsweise Napoleon in die Flucht geschlagen oder Goethe ermordet, dann würde man Menschen, die man gerne mag, am 14. Februar heute ein Spießchen schenken statt Blumen. Hätte hätte hätte…

Ursprünglich bereiteten wir die Spießchen aus fettem Schweinespeck, Zwiebeln und Weisskohl, was der Winter im ländlichen Raum vor 200 Jahren den einfachen Menschen halt so bot. Im Laufe der Zeiten änderten sich die Rezepturen analog zu den Ernährungsgewohnheiten des oberhessischen Landproletariats.

 

Ich mache meine Spießchen inzwischen mediterran leicht und frisch, brate sie in selbst angesetztem Chili-Knoblauch-Öl, und veredle sie beim servieren mit Fetakäse – LECKER!

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s